Digitalpakt, Aufruf & viele Tipps

Die einen (Schulen, Seminare) gehen in die Herbstferien, die anderen (Unis) nehmen den Betrieb auf. Während der Sommer(ferien)zeit hat meine Bookmarkliste wieder an Volumen gewonnen. Zeit zu scannen. Es sind erneut eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

  • Schulleitungen,
  • Lehrkräfte,
  • Fachseminare und deren Lehrkräfte in Vorbereitung (LiV)
  • Hochschullehrende und last but not least:
  • Bildungspolitiker*innen.

Bei den Edutwitter(campus)tipps auf das blaue  Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016  klicken, um dem Tweet/Thread folgen zu können.

Digitalpakt: Sinn und Zweck erfüllt?

Zurzeit beschäftigen sich Bundesrechnungshof, Stiftungen und gemeinnützige Vereine mit der Umsetzung des Digitalpakts. Anfang des Jahres kam es zum ersten Aufschlag. Durch einen Bericht der Bundesbehörde (ich bin bereits hier darauf eingegangen). 

Die von der Behörde u. a. geforderte Effizienz(über)prüfung übernehmen zurzeit gemeinnützige Vereine und Stiftungen. Man mag ihnen die Wahrnehmung von Eigeninteressen der mitfinanzierenden Mitglieder vorwerfen. Und doch sind die Studien zu begrüßen, sofern sie handwerklich „sauber gestrickt“ sind. Das scheint mir mit der folgenden Studie der Fall zu sein:

Im Rahmen der Erhebung für den E-Government MONITOR 2022 wurden insgesamt 2.453 Eltern mit mindestens einem schulpflichtigen Kind im Haushalt zur Umsetzung von digitalem Unterricht an der Schule ihres Kindes online befragt. Befragte Eltern, die mehr als ein schulpflichtiges Kind im Haushalt hatten, wurden per Zufallsauswahl nur zu einem der Kinder befragt. Somit betreffen die Aussagen jedes befragten Elternteils nur je ein schulpflichtiges Kind. Durch eine gezielte Erhebung in den Bundesländern ist es erstmals möglich, den Stand der Umsetzung des DigitalPakt Schule aus Sicht der Eltern in allen 16 Bundesländern zu beschreiben und zu vergleichen.

Lena-Sophie Müller (Geschäftsführerin Initiative D21) präsentierte kürzlich die Studie mit folgenden zusammenfassenden Tweets [1]https://twitter.com/initiatived21/status/1574618565692751872:

  • Auch drei Jahre nach Inkrafttreten des #DigitalPakt sehen Eltern in allen 16 Bundesländern Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Schulen.
  • Noch nicht einmal zwei Drittel der Eltern (62 Prozent) geben an, dass ihr Kind einen #Internetzugang an der #Schule hat. In einigen Bundesländern sogar nur knapp die Hälfte.
  • Im Unterricht kommen nach Angabe der Eltern vor allem Tablets (74 Prozent) & Smartphones (72 Prozent) zum Einsatz, gefolgt von Desktop-PCs (64 Prozent). Alle #Geräte mit Ausnahme der Smartboards werden überwiegend privat zur Verfügung gestellt.
  • In den Bundesländern gibt es teils deutliche Unterschiede. Beispielsweise beim auf häufigsten verwendeten Gerät: Tablets.
  • 84 % der Eltern nehmen eine oder mehr Hürden für die Umsetzung von digitalem Unterricht an der Schule ihres Kindes wahr – entsprechend hoch ist der Anteil, die der Schule attestieren, mit digitalen Unterrichtsmethoden überfordert zu sein (42 %).
  • Leistungsfähigkeit bei der Vermittlung von #Digitalkompetenzen schwach eingeschätzt Schüler*innen benötigen digitale Kompetenzen, um sich sicher in der digitalisierten Welt zu bewegen. 45 % der Eltern trauen der Schule ihres Kindes diese Aufgabe derzeit zu.

Zunächst einmal ist es zu begrüßen, dass bei den Zielgruppen nachgefragt wird. Und doch erschließt sich mir nicht, warum die Geldgeber (BMBF, Bundesländer) nicht dafür gesorgt haben, die Mittelausgabe mit einer Evaluation abzusichern. Ob bzw. inwieweit der Unterricht von den hohen Investitionen profitiert hat. Dazu gehören Lehrende genauso befragt wie Lernende. Mit der Gründung von Schulen ans Netz e. V. wurde uns durch die Gesellschafterversammlung ein Qualitätsmanagement aufgetragen. Das BMBF hat uns Mitte der 90er-Jahre auferlegt, einen wissenschaftlichen Beirat einzurichten. Zum Evaluationsauftrag gehörte u. a.:

  • Der schulische Interneteinsatz in der Nutzersicht (Uni Dortmund)
  • Organisatorische Evaluation der Interneteinführung an Schulen (Humboldtuniversität Berlin)
  • Methoden und Werkzeuge zur Software-ergonomischen Gestaltung und Evaluation Internet-basierter Informations- und Lernangebote (Humboldtuniversität Berlin)
  • Effektivitätssteigerung durch Online-Dienstleistungen (FU Berlin)

Mir unbegreiflich, warum die Evaluation des Digitalpakts nicht von Anfang an vorgesehen war.  Wie kann man das „heilen“? Solange sich keine Landesbehörde aufgefordert sieht, das zu tun, empfehle ich den Schulen eine Selbstevaluation. Ich habe dazu kürzlich einen Blogbeitrag geschrieben …

Leitlinienprozess

Nach dem Bericht des Bundesrechnungshofs (s. o.) wird man sich fragen, auf welcher Grundlage Leitlinien zur Digitalisierung im Bildungssystem definiert werden können? Nun, wie so häufig in Deutschland: Durch Bildung einer Arbeitsgruppe (aka Netzwerk) [2]https://www.netzwerk-bildung-digital.de/aktivitaeten-2022/leitlinienprozess/:

Aufbauend auf dem bereichsübergreifenden Austausch im ersten Projektjahr wurden im Frühjahr 2022 gemeinsam mit dem Partnernetzwerk und in der Diskussion mit Expert:innen und Praktiker:innen aus allen Bildungsbereichen, Leitlinien zur Weiterentwicklung der digitalen Bildung in Deutschland erarbeitet.

Erste Reaktionen zeigen eine deutliche Ernüchterung in der wissenschaftlichen Szene:

So viel zu den Studien und Reaktionen zur Umsetzung des Digitalpakts. Nicht noch ganz:

 

Aufruf: Bildung #mitgedacht. Jetzt.

Mit der Initiative wollen die Initiator*innen einerseits zum Mitdenken einladen und andererseits auch entgegen der klassischen Bewegungen und Positionspapiere einen partizipativen Raum eröffnen, der zum medialen Diskurs und Austausch einlädt. Wir ermutigen alle Stakeholder, sich konstruktiv an der Debatte über die Zukunft der Bildung zu beteiligen. Hier schon einmal einige Beispiele aus der Edutwitterszene:

Apropos Edutwitterszene. Wie angekündigt eine Auswahl von Tweets, Links, … 

Podcast

Videocast

Didaktik - Methodik

Sammlung

Publikationen

Studien

Schlussbemerkung

Das wär’s für heute. Fast jedenfalls. Hier noch zwei Tipps von @joschafalck:

Dieser Newsletter passt im Mindset wunderbar zur Anlage dieser Webseite bildung digital:

Der N[EW]sletter “Forschungsperspektiven der Erziehungswissenschaft” richtet sich an Interessierte aus den unterschiedlichen Bereichen der Bildungspraxis wie Schule, außerschulische Bildung, Berufsbildung und Erwachsenenbildung sowie an Akteur:innen aus Bildungsadministration und -politik. In vier Ausgaben pro Jahr informieren wir, die Fakultät für Erziehungswissenschaft der Uni Hamburg, über aktuelle Forschungsthemen und Projekte, über Forschungsergebnisse, Materialien und Nützliches für die Praxis und über interessante Veranstaltungen und Kooperationen. Und: Wir beantworten Ihre Fragen an die Erziehungswissenschaft – mehr dazu im N[EW]sletter.

Mit diesem Blogbeitrag wünsche ich den- und diejenigen unter Ihnen, die sich auf eine bevorstehende Herbst(ferien)zeit freuen dürfen, geeignete Ablenkung und Entspannung und ansonsten: Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten …

 

… Stay tuned

Titelbild:

Headway @unplash

Herbstbild: Larisa Koshkina @pixabay

Quo vadis Bildung(spolitik)?

Zurzeit beschäftigen sich Bundesrechnungshof, Stiftungen und gemeinnützige Vereine mit der Umsetzung des Digitalpakts. Anfang des Jahres kam es zum ersten Aufschlag. Durch einen Bericht der Bundesbehörde  [1]https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2022/massnahmen-digitalpakt-schule-volltext.pdf?__blob=publicationFile&v=1:

    Gerade in Zeiten der pandemiebedingten Schulschließungen zeigte sich, wie wichtig übergreifende IT-Infrastrukturen für den Schulbetrieb sein können. Der Bundesrechnungshof hält länderübergreifende bzw. bundesweite IT-Infrastrukturen und die Verständigung der Länder auf gemeinsame Standards und Angebote für eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des „DigitalPakts Schule“. Die rechtzeitige Bereitstellung solcher Infrastrukturen und gemeinsamer Standards hätten redundante Beschaffungen und Neuentwicklungen der Schulträger verhindern können und zu einem wirtschaftlichen Einsatz der Investitionsmittel beitragen können. Damit hätte die Chance bestanden, die Länder und Kommunen aus der oft beklagten technischen „Kleinstaaterei“ zu befreien.

    (…)

    Die Länder zeigen nicht das nötige Interesse untereinander, ihre Kooperation im Sinne des „DigitalPakts Schule“ auszuweiten. Der Bundesrechnungshof empfiehlt daher, die Förderlinie der länderübergreifenden Maßnahmen aufzugeben, um weitere Mitnahmeeffekte zu verhindern.

    (…)

    Entsprechend sollte das BMBF von den Ländern einfordern, dass sie ihren Aufgaben und Selbstverpflichtungen bei der Qualifizierung des Lehrpersonals für digitales Unterrichten nachkommen. Bundesmittel sollte es für diese Kernaufgabe der Länder nicht leichtfertig in Aussicht stellen. Keinesfalls sollte das BMBF mehr den Ländern Bundesmittel für bereits von ihnen mit Landesmitteln gestartete oder beschlossene Maßnahmen bereitstellen.

    Und noch etwas anderes beklagt die Behörde:

    • Zu keinem Zeitpunkt führten das BMBF oder die Länder hinsichtlich der übergreifenden und deutschlandweiten Infrastrukturen für das digitale Lernen an den Schulen eine systematische Bedarfserhebung durch. Sie erhoben nicht, welche öffentlichen Angebote es von den Schulträgern bzw. Kommunen, den Ländern, dem Bund und den Rundfunkanstalten bereits gab. Auch Möglichkeiten für eine übergreifende Nutzung oder systematische Weiterentwicklung blieben ungeprüft. Sie führten auch keine Markterhebung durch.
    • Die Förderbekanntmachung für länderübergreifende Maßnahmen und das Auswahlverfahren sind von Mitnahmeeffekten gekennzeichnet. Sie vorzubereiten und zu koordinieren braucht zu viel Zeit. Sie sind nach
      Auffassung des Bundesrechnungshofes ungeeignet, um bedarfsorientiert die besten Ansätze für übergreifende Infrastrukturmaßnahmen zur Förderung des digitalen Lernens zu finden und zu entwickeln. Das BMBF hätte seine Steuerungsrechte nutzen müssen, um effizientere Abläufe und ein offenes und qualitätsgeleitetes Verfahren durchzusetzen. Es hat dem Haushaltsausschuss auch nicht vollständig und zutreffend über die länderübergreifenden Maßnahmen berichtet.

     

    „PISA 2022“ ...

    Soviel zum Bericht des Bundesrechnungshofs.

    Erinnern Sie sich noch? An die Titelbilder im Spiegel zur „Bildungskatastrophe“ zu Beginn des neuen Jahrhunderts? Eine PPP-Veröffentlichung zeigt drei dieser Titelbilder so:[2]https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Sozialwissenschaften/BF/Lehre/WiSe15_16/Bildung__-_globale_und_nationale_Trends_WiSe15-16.pdf

     

    Nun geht es um den IQB-Bildungstrend 2021. Die ersten Reaktionen sind verheerend, mit Versagensvorwürfen an (Primar)Lehrkräfte wie Hochschulverantwortliche. Sie sind insofern unberechtigt, als die Studie nichts über die Ursachen aussagt. Gleichwohl wird man nicht zur Tagesordnung übergehen können. Zu verheerend die Kompetenzergebnisse unserer 4. Klässler in den Grundschulen. Wer mehr darüber erfahren möchte, folgt:

     

    PISA 2022

     

    Ich habe diesen Beitrag vor einigen Tagen online gestellt. Auf #Edutwitter wurden erste Überlegungen zu möglichen Maßnahmen vorgestellt. Im Wesentlichen mit der Einschätzung, dass wenig Umsetzungschancen gesehen werden, weil der Lehrkräftemangel wenig Aussichten auf zusätzliches multiprofessionell ausgerichtetes Personal verheißt. Das gilt vermutlich auch für Fortbildungsinitiativen. Und doch kann man den Befund nicht einfach hinnehmen. Das dürften die Bildungsverantwortlichen in den Ministerien, in der Schulaufsicht und in den Schulen ähnlich sehen.
    Wie also einen Weg aus dem Dilemma finden?

    Vernetzung, Vernetzung, Vernetzung

    Anfang des Jahres habe ich diese Webseite bildung digital online gestellt. Es geht mir vor allem um eine Vernetzung zwischen den drei Phasen Hochschule – LiV/ Ref – Fortbildung, ganz so wie in der ergänzende Empfehlung „Lehren und Lernen in der digitalen Welt” vorgeschlagen:

    Die drei Phasen der Lehrerbildung sind zu verknüpfen, wobei theoretische sowie empirische Einsichten im Kontext fortschreitender Digitalisierung mit Praxiserfahrungen integriert werden.

    Diese Plattform versucht mit entsprechenden Beiträgen, gute Praxis zu identifizieren und sie vorzustellen. Der Aufbau ist schnell erklärt:

    • Programmatik stellt einen Kontext zu Koalitionspapier, Ergänzungspapier und einem Ende 2020 veröffentlichten Hagener Manifest zu New Learning her.
    • Schule, Hochschule/Seminar stellt systemische Bezüge zu den o. g. Dokumenten her. Dabei gelingt nicht immer eine Trennschärfe zwischen 1. und 2. Phase.
    • Publikationen stellt Bücher im OER/OA – Format vor. In Ausnahmefällen auch kostenpflichtige, dann von mir (oder anderen) rezensierte Veröffentlichungen.

    Das Start- und Journalangebot umfasst schließlich Berichte, Kommentare, Anregungen, die sich aus Tweets und/oder Nachrichten aus den Bildungsportalen ergeben.

    Für diesen Beitrag kurz vor den Sommer- und Semesterferien gibt es im wesentlichen zwei Anlässe. Zum einen sind eine Reihe von Publikationen entstanden, die sich mit dem Thema Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Zum anderen sorgt der jüngste Bildungstrend des IQB in den Print- und sozialen Medien für eine hohe Aufmerksamkeit und heftige Reaktionen.

    Der Beitrag (wie auch die Plattform) richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung einer zeitgemäßen Lehr- und Lernkultur interessieren, insbesondere an:

    • Schulleitungen,
    • Lehrkräfte,
    • Hochschullehrende und last but not least:
    • Bildungspolitiker*innen.

    Bei den Edutwitter(campus)tipps bitte auf das blaue Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016 klicken, wenn Sie dem Tweet/Thread folgen wollen.

    ... und mögliche Umsetzungen

    Ideen für eine neue Ausrichtung der universitären Aus- und Weiterbildung liefert die Broschüre Forschen und entwickeln der PH Schwyz mit den „Auftritten“ zum

    Nun wieder zurück zu meinem PISA 2022 Beitrag (s. o.). In meinem auf Twitter anmoderierten Tweet kamen schnell erste Reaktionen. Jens Lindström(@KaeptnKeks):

    Wenn wir schon die Lehrkräfte verfrüht aus der Ausbildung holen, dann könnten wir es mit System machen. Eigene Lerngruppen ab dem dritten Studiensemester – aber professionell begleitet.

    Und Anne Trapp (@annegoesdigital) ergänzt:

    Dafür gibt es ja erste (kleine) Ansätze, die die Phasen aktiv miteinander verbinden. In den Praxisphasen müsste dafür aber eine engere universitäre Begleitung direkt in der Praxis erfolgen, um Zusammenhänge besser aufzeigen zu können

    Jens verweist im Übrigen auf eine Studie: Analyse der einphasigen Modelle der Lehrer_innenbildung in verschiedenen Ländern.

    Meine Vermutung ist, dass eine Abstimmung auf KMK Ebene „ewig und drei Tage dauern“ wird. Daher habe ich dann niederschwellig und auf Verantwortungsebene der einzelnen Ministerien belassend, eine konzertierte Aktion vorgeschlagen, die bewährte Förderstrategien in allen drei Phasen anbietet/integriert, so wie ich das nach PISA 2003 mit SINUS erlebt habe: Unterricht wie Lehrwerke (Schulbücher) haben sich verändert. Das lag zum großen Teil an einer bundesweiten Vernetzung (Erfahrungsaustausch) und an einer – aus Sicht der Schule – zweijährigen Fortbildung innerhalb der Fachschaft.

    Im weiteren Diskussionsverlauf gibt es noch weitere Ideen:

    Vielleicht ein Didaktikmodul? Mit einer Lerngruppe, in der man das im Modul gelernte auch umsetzen kann. Oder das Modul (vielleicht mit MOOC-Anteilen) so flexibel gestalten, dass man Materialien für die Erprobung bekommt, deren Einsatz man im Bericht reflektieren kann. Es müsste irgendwie gelingen, im Modul etwas zu lernen, das man dann passend zum Stundenplan in der Schule tatsächlich erproben und evaluieren könnte.

     

    Innovative und erfahrene Lehrkräfte an PH/Uni abordnen, die dann dort ihre Überlegungen in Vernetzung mit weiteren Fachkolleg*innen weiterentwickeln und diese mit einer eigenen Lerngruppe, über Lehrkräfte anderer Schulen oder über die Praktika der Studierenden in Kooperation mit ihren Mentor*innen testen und evaluieren (lassen).

    Weitere Überlegungen zur Vernetzung weisen die beiden folgenden Tweets aus:

    Systematische Förderstrategien und konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen (Becker-Mrotzek) ist die Aufgabe der Politiker und Politikerinnen im Bund und in den Ländern. Für eine Umsetzung bietet sich eine konzertierte Aktion an, die bewährte Förderstrategien in allen drei Phasen (Aus- und Fortbildung) anbietet/integriert. Mit gleichzeitiger Schnittstellenabstimmung zwischen den Phasen. Es muss etwas geschehen, kurz- wie langfristig. Damit die Kurve (siehe Titelbild meines Beitrags) beginnt, sich einen Weg nach oben zu bahnen …

    So viel zu PISA 2022. Nun wie angekündigt die Vorstellung einiger Publikationen aus dem letzten Quartal.

    Publikationen

    Didaktik

     

    Die Lehrkräftebildung in den Naturwissenschaften hat die Aufgabe, die angehenden Lehrkräfte der Biologie, Chemie und Physik auf die Gestaltung des Unterrichts der Zukunft vorzubereiten. Dabei wurden in den letzten Jahren verstärkt neue Lehr-Lern-Formate, Technologien und Methoden an einzelnen Hochschulstandorten entwickelt, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Dieses Buch gibt einen praxisbezogenen Einblick in Innovationen der Lehrkräftebildung in den Naturwissenschaften und macht sie damit auch für den Einsatz an weiteren deutschsprachigen Hochschulen zugänglich. Dazu präsentieren die Autorinnen und Autoren aus über 30 Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Ansätze zu Unterstützungsmöglichkeiten der Kompetenzentwicklung, zum Einsatz von Medien und zur Förderung der Planung und Reflexion von Unterricht. Unterstützt wird die dies durch umfassende Onlinematerialien, was die Nutzung an anderen Hochschulstandorten begünstigen und damit die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in den Naturwissenschaften insgesamt fördern soll.

      Dieser Band richtet sich an die Erstsemester, die in den letzten beiden Jahren viel über das sogenannte „Homeschooling“ unterrichtet wurden. Viele dürften genervt sein und sich freuen, im Hörsaal zu sitzen, in der Mensa mit Kommiliton*innen zu plaudern, eine WG-Party zu feiern. Auch wenn sich alle eine Rückkehr zum „normalen“ Alltag wünschen, wirbt der Autor dafür, digitale Möglichkeiten zu nutzen. Sie erleichtern das Studieren oftmals und zeigt in dem Band auf, wie man Smartphone, Tablet & Co. sinnvoll fürs Studium nutzen kann. Darüber hinaus gibt es viele Tipps rund um das Studium, Homestudying und den Umgang mit digitalen Quellen.

       

      Selbstwirksamkeit gehört zu den am häufigsten untersuchten motivationalen Merkmalen von Lehrpersonen. Trotz der Popularität des Konstrukts sind grundlegende Forschungsfragen empirisch unbeantwortet. Die Publikation stellt zunächst den internationalen Forschungsstand zur Selbstwirksamkeit im Lehrberuf umfassend und systematisch dar. Anschließend widmen sich vier Studien bislang wenig eingenommenen Forschungsperspektiven: Mit der Entwicklung und Validierung einer Skala zur Erfassung der Quellen von Selbstwirksamkeit wird eine wichtige Forschungslücke geschlossen. Mediatoranalysen erweitern die Erkenntnisse über die Entstehung von Selbstwirksamkeit. Die Veränderung und das Zusammenspiel von Selbstwirksamkeit und Beanspruchungserleben im Lehramtsstudium wird mit komplexen Längsschnittmodellen untersucht. Analysiert wird darüber hinaus die Bedeutung von domänenspezifisch differenziert erfasster Selbstwirksamkeit für die Qualität von Unterricht.

         

        Die Analyse von Unterrichtsvideos ist zu einer erfolgreich und vielfältig genutzten Methode in der Lehrkräftebildung geworden. Sie vermag wie keine andere Methode die Unterrichtspraxis in ihrer Authentizität zu veranschaulichen und zugleich in ihrer Komplexität zu untersuchen. Dazu sind in den letzten Jahren innovative Videoportale mit Lehrkonzepten und über 1800 aussagekräftigen Unterrichtsvideos entstanden, die das Spektrum an Schulformen, Fächern und Unterrichts(qualitäts)dimensionen abdecken. Deren Nutzung, Evaluation und Einsatz in Lehrveranstaltungen werden im vorliegenden Sammelband vorgestellt, ebenso das Meta-Videoportal, über das die Unterrichtsvideos und Begleitmaterialien für alle Akteurinnen und Akteure der Lehrkräftebildung gesucht und genutzt werden können. Ein konzeptueller state-of-the-art Überblick und ein Review aktueller videobasierter Projekte zum Lehren und Forschen mit Videos in der Lehrkräftebildung vervollständigen den Sammelband.
         

        Schulleitung

         

        Die Wübben Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen in sozialräumlich und mit Elternhäusern in ökonomisch schwierigen Lagen zu unterstützen und für ihre Belange einzutreten. Die Rahmenbedingungen für diese Schulen sind derzeit jedoch mangelhaft – ihre Arbeit ist es keinesfalls! Denn ihre Schülerinnen und Schüler starten von einem wesentlich geringeren Niveau als viele andere: Sie profitieren nicht von der Unterstützung ihrer Eltern, sollen aber die gleichen Bildungsziele erreichen wie die anderen. Die Verteilung der Ressourcen spiegelt die besonderen Herausforderungen an den Schulen nicht angemessen wider.
        In 2021 kam der Impuls aus den PerspektivSchulen auf, sich über die Fortführung des Programms Gedanken zu machen. Es gibt unter den Schulleitungen eine sehr hohe Zufriedenheit. Denn erstmals gab und gibt es erhebliche finanzielle Mittel und ein auf ihre Bedarfe und Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung. Die Zufriedenheit auf der einen Seite führte auf der anderen Seite zu der Frage, wie es mit dem befristeten Programm weitergehen
        kann. Die Schulleitungen wollten konstruktive Vorschläge entwickeln, was an ihren Schulen dauerhaft passieren müsste. Auch im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein gibt es Überlegungen, wie eine Verstetigung aussehen kann. Es hat sich ein Autorenteam gefunden, das Inhalte sortiert hat, sich einen Prozess überlegt hat und schließlich beraten, gewichtet und geschrieben hat. Herausgekommen sind Perspektiven
        für PerspektivSchulen und für viele weitere Schulen in herausfordernder Lage. (…) Die Wübben Stiftung durfte diesen Prozess begleiten und wir freuen uns nun, der interessierten Öffentlichkeit in Schleswig-Holstein die Ergebnisse vorstellen zu können.

        Schulleitungen prägen entscheidend die schulische Qualität – das zeigen zahlreiche Studien (z.B. Scheerens, 2012). Auch die Bildungspolitik und Bildungsverwaltung erkennen diese zentrale Rolle der Schulleitungen in der Gestaltung der Schule. (…) Zu den zentralen Motiven, die Position einer Schulleitung in Deutschland anzustreben, zählen laut Studien insbesondere folgende Möglichkeiten:

        a) die Schule gestalten zu können,

        b) die Aussicht auf mehr Autonomie und

        c) eine Verbesserung der eigenen beruflichen Stellung

        Dabei scheinen für die Berufswahl insbesondere intrinsische Motive – wie z.B. für das Wohl anderer zu sorgen und die Möglichkeit, autonom zu agieren – zentrale Triebfedern zu sein. Extrinsische Motive (z.B. Gehalt) nehmen eine
        eher untergeordnete Rolle ein. (…) Wenngleich im Amt der Schulleitung vielfältige Potenziale, die sich in den oben angedeuteten Karrieremotiven zeigen, gesehen werden, verweisen aktuelle Studien auf eine zunehmende Unzufriedenheit der Schulleitungen mit ihrer beruflichen Situation (FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, 2022; forsa Politik- und Sozialforschung GmbH, 2021).

        Aber was macht den Beruf der Schulleitung für viele Personen unattraktiv?

        Dieser Frage möchten wir in diesem Papier nachgehen und ausgewählte empirische Befunde zu den Gründen aus Sicht von Lehrkräften und Schulleitungen in Deutschland näher in den Blick nehmen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Befunde von Cramer und Kolleginnen und Kollegen (2021) gelegt. Das Papier schließt mit den sich daraus ergebenden möglichen Implikationen für die Praxis, Politik und Wissenschaft.

        In Ergänzung: Mit dem Wissen von heute würde ich nicht mehr Schulleiterin werden wollen (Blogbeitrag von Jan-Martin Wiarda)

         

        (Bildungs)Politik

         

        Die Beschaffung von digitalen Endgeräten für den schulischen Bereich ist ein komplexer Prozess, der sowohl technischen als auch pädagogischen Anforderungen gerecht werden muss. Das Bündnis für Bildung e.V. (BfB) hat deshalb einen Leitfaden zur Beschaffung von Lehrerdienstgeräten entwickelt, der Auftraggebern im Schul- und Bildungswesen Impulse und konkrete Hilfestellung für diesen Prozess gibt. Der Leitfaden bietet Orientierung in technischen Entscheidungsprozessen, um die Anforderungen an die benötigte Infrastruktur besser definieren zu können.

        Schulen und Schulträger können so gemeinsam auf Basis ihrer individuellen Gegebenheiten entscheiden, welche Art von digitaler Ausstattung zu ihren Anforderungen passt. Entwickelt wurde der praxisnahe und produktneutrale Leitfaden von der AG Lehrerdienstgeräte des Bündnis für Bildung e.V. mit Experten aus Kommunen, IT- und Bildungswirtschaft sowie von Anbieterseite aus dem Kreis der Mitglieder des BfB.

        Mit Checklisten, einer Übersicht von Nutzungsszenarien für die digitalen Dienstgeräte sowie Hinweisen zu Ausschreibung und Leistungsverzeichnissen bietet der Leitfaden ganz konkrete Hinweise für den Beschaffungsprozess.

        Er umfasst dabei alle wesentlichen Aspekte: vom Auswahlprozess bis hin zum Rollout an den Schulen, Mobile-Device-Management und Support. Das Arbeitspapier gibt somit umfassende Hilfestellung, um früh im Entscheidungsprozess relevante Kriterien für eine Ausschreibung der mobilen Lehrerdienstgeräte festzulegen.

        Grundlage dafür ist eine kontinuierliche, kalkulierbare Finanzierung, die eine langfristige und bedarfsgerechte Planung und Umsetzung ermöglicht. Dass das beispielsweise bereits ab 45 Euro pro Monat und Lehrkraft möglich ist, wird ebenfalls im Leitfaden des BfB erläutert.

        Vielleicht auch ein Leitfaden für Verantwortliche bei Beschaffungen im Hochschul- und Ausbildungsbereichs?
         

        In ihrem neunten Bericht legt die Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung neue Daten und Analysen zum gesamten deutschen Bildungssystem vor, von der Kita bis zur Weiterbildung. Schwerpunktthema 2022 ist das Bildungspersonal.

        Auf Grundlage von Daten zu Bildungsinstitutionen, Bildungsteilnehmer:innen und weiteren Kontextinformationen liefert der Band eine Standortbestimmung zu Bildungsvoraussetzungen, Bildungswegen und Bildungsergebnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dieser Gesamtblick auf alle Bildungsbereiche, von der Frühen Bildung bis zur Weiterbildung, ist durch seine kontinuierliche, datengestützte Beobachtung und Analyse ein wertvolles Informationstool für Bildungspolitik, Bildungsverwaltung und -praxis sowie für Wissenschaft und Öffentlichkeit.

        Der Bericht wurde unter Federführung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation von einer Gruppe erstellt, deren Mitglieder unterschiedliche wissenschaftliche Einrichtungen und statistische Ämter vertreten: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen (DIE), Deutsches Jugendinstitut (DJI), Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), Soziologisches Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Destatis, StLÄ).

        Es gibt darüber hinaus noch eine 25-seitige Kompaktversion.
         

        • Lars Hoffmann, Pauline Schröter, Alexander Groß, Svenja Mareike Schmid-Kühn, Petra Stanat (Hg.): Das unvergleichliche Abitur. Entwicklungen – Herausforderungen – Empirische Analysen

        Empirische Befunde rund um das Abitur: Abiturprüfungen unter der wissenschaftlichen Lupe

        Nur wenige Bildungsthemen werden öffentlich so rege und intensiv diskutiert wie das Abitur. Der Band richtet einen wissenschaftlichen Blick auf diesen Diskurs und liefert einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung und Versachlichung der Debatte. Der erste Teil des Bandes informiert über die historischen und aktuellen Entwicklungen beim Abitur und gibt einen transparenten Überblick zu den strukturellen Rahmenbedingungen der Abiturprüfungen in den einzelnen Bundesländern. Ergänzt wird dies um eine internationale Perspektive durch die Darstellung der Prüfungspraxis ausgewählter anderer Staaten. Im zweiten Teil des Bandes werden die Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte zum Abitur vorgestellt, bei denen unterschiedliche Forschungszugänge zum Tragen kommen. Eine abschließende Reflexion zu den Herausforderungen, die gegenwärtig im Hinblick auf die Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs bestehen, runden den Band ab.

        Bildungsforscher*innen, Akteur*innen aus Bildungspolitik, Bildungsadministration und Bildungspraxis sowie allen Abitur-Interessierten liefert der Band fundierte Hintergrundinformationen zur Allgemeinen Hochschulreife in Deutschland.
         

        Die Analyse von Unterrichtsvideos ist zu einer erfolgreich und vielfältig genutzten Methode in der Lehrkräftebildung geworden. Sie vermag wie keine andere Methode die Unterrichtspraxis in ihrer Authentizität zu veranschaulichen und zugleich in ihrer Komplexität zu untersuchen. Dazu sind in den letzten Jahren innovative Videoportale mit Lehrkonzepten und über 1800 aussagekräftigen Unterrichtsvideos entstanden, die das Spektrum an Schulformen, Fächern und Unterrichts(qualitäts)dimensionen abdecken. Deren Nutzung, Evaluation und Einsatz in Lehrveranstaltungen werden im vorliegenden Sammelband vorgestellt, ebenso das Meta-Videoportal, über das die Unterrichtsvideos und Begleitmaterialien für alle Akteurinnen und Akteure der Lehrkräftebildung gesucht und genutzt werden können. Ein konzeptueller state-of-the-art Überblick und ein Review aktueller videobasierter Projekte zum Lehren und Forschen mit Videos in der Lehrkräftebildung vervollständigen den Sammelband.
         

        Die Wübben Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen in sozialräumlich und mit Elternhäusern in ökonomisch schwierigen Lagen zu unterstützen und für ihre Belange einzutreten. Die Rahmenbedingungen für diese Schulen sind derzeit jedoch mangelhaft – ihre Arbeit ist es keinesfalls! Denn ihre Schülerinnen und Schüler starten von einem wesentlich geringeren Niveau als viele andere: Sie profitieren nicht von der Unterstützung ihrer Eltern, sollen aber die gleichen Bildungsziele erreichen wie die anderen. Die Verteilung der Ressourcen spiegelt die besonderen Herausforderungen an den Schulen nicht angemessen wider.
        In 2021 kam der Impuls aus den PerspektivSchulen auf, sich über die Fortführung des Programms Gedanken zu machen. Es gibt unter den Schulleitungen eine sehr hohe Zufriedenheit. Denn erstmals gab und gibt es erhebliche finanzielle Mittel und ein auf ihre Bedarfe und Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung. Die Zufriedenheit auf der einen Seite führte auf der anderen Seite zu der Frage, wie es mit dem befristeten Programm weitergehen
        kann. Die Schulleitungen wollten konstruktive Vorschläge entwickeln, was an ihren Schulen dauerhaft passieren müsste. Auch im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein gibt es Überlegungen, wie eine Verstetigung aussehen kann. Es hat sich ein Autorenteam gefunden, das Inhalte sortiert hat, sich einen Prozess überlegt hat und schließlich beraten, gewichtet und geschrieben hat. Herausgekommen sind Perspektiven
        für PerspektivSchulen und für viele weitere Schulen in herausfordernder Lage. (…) Die Wübben Stiftung durfte diesen Prozess begleiten und wir freuen uns nun, der interessierten Öffentlichkeit in Schleswig-Holstein die Ergebnisse vorstellen zu können.
         

        Schulleitungen prägen entscheidend die schulische Qualität – das zeigen zahlreiche Studien (z.B. Scheerens, 2012). Auch die Bildungspolitik und Bildungsverwaltung erkennen diese zentrale Rolle der Schulleitungen in der Gestaltung der Schule. (…) Zu den zentralen Motiven, die Position einer Schulleitung in Deutschland anzustreben, zählen laut Studien insbesondere folgende Möglichkeiten:

        a) die Schule gestalten zu können,

        b) die Aussicht auf mehr Autonomie und

        c) eine Verbesserung der eigenen beruflichen Stellung

        Dabei scheinen für die Berufswahl insbesondere intrinsische Motive – wie z.B. für das Wohl anderer zu sorgen und die Möglichkeit, autonom zu agieren – zentrale Triebfedern zu sein. Extrinsische Motive (z.B. Gehalt) nehmen eine
        eher untergeordnete Rolle ein. (…) Wenngleich im Amt der Schulleitung vielfältige Potentiale, die sich in den oben angedeuteten Karrieremotiven zeigen, gesehen werden, verweisen aktuelle Studien auf eine zunehmende Unzufriedenheit der Schulleitungen mit ihrer beruflichen Situation (FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, 2022; forsa Politik- und Sozialforschung GmbH, 2021).

        Aber was macht den Beruf der Schulleitung für viele Personen unattraktiv?

        Dieser Frage möchten wir in diesem Papier nachgehen und ausgewählte empirische Befunde zu den Gründen aus Sicht von Lehrkräften und Schulleitungen in Deutschland näher in den Blick nehmen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Befunde von Cramer und Kolleginnen und Kollegen (2021) gelegt. Das Papier schließt mit den sich daraus ergebenden möglichen Implikationen für die Praxis, Politik und Wissenschaft.

        In Ergänzung: Mit dem Wissen von heute würde ich nicht mehr Schulleiterin werden wollen (Blogbeitrag von Jan-Martin Wiarda)

         

        Podcast

        Kann die Bildungsforschung überhaupt Innovation ins System bringen?

        … mit Olaf Köller, interviewt von Jöran Muuß-Merholz. Mit Blick auf Vernetzung von Uni und Schule sind folgende Themen besonders hörenswert:

         Tipps aus der Edu®Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016-Szene

        Didaktik

        (Bildungs)Politik

        Medienbildung

        Englischsprachig

        ... und sonst

        Das wär's für heute

        Ah, noch nicht ganz …

        Hab’ da noch etwas: Lesetipps Sommerferien aus dem #Edutwitter

        Mit diesem Blogbeitrag wünsche ich Ihnen, liebe Blogleserinnen und -leser, liebe Bildungs- und Schulengagierten für die bevorstehende Sommer(ferien)zeit geeignete Ablenkung und ansonsten: Entspannung, Entspannung und noch einmal: Entspannung.

         

         

         Stay tuned 

         Titelbild: Gerd Altmann @pixabay

        Liege: Ulrike Mai @pixabay

         

        @Digitalisierung in Schule

        Kürzlich, ein Lehrkräfte(LiV)-Ausbilder in einem Webinar: „Es ist wichtig, dass die Bildungsforschung nicht nur Ergebnisse präsentiert, sondern sich auch um Praxisbeispiele kümmert.“ Ich habe kürzlich Deeper Learning von Prof.’in Sliwka und Jun.-Prof.’in Britta Klopsch mit genau dieser Intention vorgestellt. Heute geht es um ein Buch, das ebenfalls Theorie und Praxis miteinander verbindet. Letzteres hinterlegt als Online-Anhang. Dazu später mehr … 

        Und das sagen die Herausgeber*innen …[1]https://www.waxmann.com/?eID=texte&pdf=4469Einleitung.pdf&typ=zusatztext

        Spätestens mit dem gesellschaftlichen Wandel zur postmodernen arbeitsteiligen Wissensgesellschaft und mit der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung digitaler Formate ist Digitalisierung aus dem individuellen, organisationalen und gesellschaftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. (…) Dies führt aus Perspektive des Systems Schule u. a. zu den folgenden Fragen: Wie lässt sich das Phänomen Digitalisierung (begrifflich) fassen und weiter ausdifferenzieren? Wie bedingen sich schulische und (gesamt-)gesellschaftliche Digitalisierungsprozesse? Und wie reagiert erziehungswissenschaftliche Forschung auf Chancen und Herausforderungen schulischer Digitalisierung?

        (…)

        (Die Beiträge sollen) exemplarische Aspekte der wesentlichen Dimensionen digitalisierungsbezogener Schulentwicklung thematisieren (Organisations-, Unterrichts-, Kooperations-, Technologie- und Personalentwicklung), punktuell einen Einblick in die Vielzahl der Digitalisierungen (Prozesse, Effekte) auf verschiedenen schulgestalterischen Ebenen bieten und das Zusammenspiel der verschiedenen Digitalisierungen zwischen Generalisierung und Präzisierung einerseits sowie in ihrem gesellschaftlichen Kontext andererseits zeigen.

        (…)

        Neben wissenschaftlichen Beiträgen zu den theoretischen und empirischen Grundlagen von Digitalisierungen kommentieren daher Fokusbeiträge (verfasst von Expert*innen anderer Fachdisziplinen sowie von aktiven Lehrkräften) Digitalisierungen in Schulen auch aus praxisnaher Perspektive. Ergänzt wird der Band um einen Online-Anhang mit digitalem Praxismaterial, auf das in einzelnen Beiträgen verwiesen wird. Ein entsprechender Hinweis auf den Link zum Anhang (https://www.waxmann.com/buch4469) findet sich jeweils oberhalb der betreffenden Beiträge. Darüber hinaus bieten Hinweise auf weiterführende Beiträge im Band am Ende jedes Artikels Orientierung

        (…)

        Versteht man Digitalisierung im Sinne einer vierten gesamtgesellschaftlichen Revolution, so liegen nachhaltige schulische Digitalisierungsprozesse nicht nur in der Verantwortung singulärer Akteur*innen. Wir hoffen, dass die Beiträge dieses Bandes in ihrer Verortung zwischen Systematisierung und Partikularisierung einerseits und zwischen schulbezogenen Digitalisierungen und gesellschaftsbezogenen Digitalisierungen andererseits exemplarische Einblicke in diesbezüglich genutzte wie ungenutzte Potenziale geben können. Zugleich zeigt sich mit Blick auf aktuelle technologische (Weiter-)Entwicklungen, wie schwierig es für schulische Digitalisierungen ist, mit der Akzeleration gesellschaftlicher Digitalisierungen Schritt zu halten, etwa hinsichtlich der Folgen und Implikationen des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI). Somit gilt es nicht nur, den erziehungswissenschaftlichen Fachdiskurs diesbezüglich voranzutreiben und die Innovationspotenziale, die den einzelnen Digitalisierungsphänomenen inhärent sind, produktiv zu nutzen, sondern auch Bildungsinstitutionen auf zukünftige, noch nicht vorhersehbare technologische Entwicklungen vorzubereiten.

        … verbunden mit der folgenden Übersicht über die verlinkten digitalen Angebote:

         

        • R. Fehrmann: Digitale Kompetenz für das Leben in einer digitalisierten Welt – Eine begriffstheoretische Fundierung und multidimensionale Konzeptualisierung, konkretisiert an der unterrichtspraktischen Produktion von Erklärvideos.
          • – Leitfaden für die Erstellung von Erklärvideos
          • – Handreichungen und Checklisten verschiedener Anbieter für die Videoproduktion
        • L. Furmanek: Schulisches Lernen mit digitalen Pinnwänden Zeitgemäße Bildung zur Förderung digitaler Kompetenz.
          • – Digitale Pinnwände: Padlet, Taskcards, Trello
        • D. May, S. Grosser & R. Fehrmann: Coding und Robotik als Elemente einer zukunftsorientierten digitalen BildungWie der Einsatz von Lernrobotern im Unterricht dazu beitragen kann, ein Verständnis für die Funktionsweise und ein Bewusstsein für die Wirkung von Algorithmen anzuregen.
          • – Einführungsvideo zur Nutzung des Lernroboters Ozobot
          • – Einführungs-E-Book zur Ozobot-Nutzung
          • – Unterrichtsmaterial der Universität Münster
          • – Beispiel-Video zum Thema „Märchen”
          • – Handreichungen zum Themengebiet „Making / Maker Education”
        • T. Lindström & U. Schweckendiek: Schulentwicklung und Unterrichtspraxis unter Bedingungen des digitalen Wandels.
          • – Handreichung „Medienkonzeptionelle Arbeit an Schulen
        • F. Seever & P. Schacher: Potenziale zum Erwerb von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen durch den Einsatz digitaler Medien im Geschichtsunterricht.
          • – Digitale Sammlung der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek
          • – Digitale Sammlung des Münchener Digitalisierungszentrums
          • – Segu Geschichte – Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht
          • – Etherpad / ZumPad
          • – WDR History App
          • – @eva.stories Instagram-Kanal
        • Janßen: Digitalisierung nutzen Grundlagen zur schulischen Förderung des Gründergeists.
          • – Konzeptpapier „Anregungen zur unterrichtlichen Nutzung des Business Models Canvas unter Einbezug digitaler Tools”.

        So viel aus Sicht der Herausgeber*innen. Eigentlich verbietet sich ein Hervorheben der Beiträge. Gleichwohl lässt sich anhand der eigenen Perspektive überprüfen, ob tatsächlich Theorie und Praxis in geeignetem Maße abgebildet wurde. Was also hat mich selbst interessiert und angesprochen?

        • Die Theorie „Computional Thinking als Methodik des Problemlösens“ mit der Praxis „…konkreter Lernsetting mithilfe von Lernrobortern“
        • Die Theorie „Schulentwicklung und Unterrichtspraxis unter Bedingungen des digitalen Wandels“ mit den Praxisschwerpunkten „Kerngeschäft: Unterrichtsentwicklung“ und „Eine gemeinsame Aufgabe! Kooperationsentwicklung”
        • Die Theorie „Die Rolle der Schule für medienbezogene Sozialisations- und Bildungsprozesse der heranwachsenden Generation in Zeiten des digitalen Wandels“ mit den Ausführungen zur „Schule als Sozialinstanz im digitalen Wandel“ und „Medienbildung und Medienerziehung aus medienpädagogischer Perspektive“
        • Die Theorie „Schulisches Lernen mit digitalen Pinnwänden“ mit den Zielperspektiven
          • – Vermittlung von Fertigkeiten im Umgang mit digitalen Medien
          • – Nutzung digitaler Medien zur Verbesserung des fachlichen Lernens
          • – Entwicklung und Umsetzung neuer Formen des Unterrichtens mit digitalen Medien sowie
          • – Förderung des Medienkompetenzerwerbs und des Erwerbs ,digitaler’ Kompetenz als fächerübergreifende Querschnittsaufgabe.
        • Die Theorie „Schulleitungsfortbildung in einer digital durchdrungenen Gesellschaft“ mit dem „explorativen Blick auf Angebote und Inhalte“

        dargestellt und verbunden zu sehen.

          Zum letzten Spiegelpunkt habe ich übrigens kürzlich einen Tweet ergänzt:

          Wer sich für Schul- und Unterrichtsentwicklung interessiert, wird in diesem Buch eine Vielzahl von Anregungen finden, nicht zuletzt auch durch den oben vorgestellten Online-Anhang. Darüber hinaus gefällt mir, dass die Autor*innen neben einer umfangreichen Literaturliste auf vertiefende Beiträge innerhalb dieser Publikation verwiesen haben. Auch, weil es für noch mehr Unterfütterung der Theorieansätze mit Praxisbeispielen und hier und da für einen Perspektivwechsel sorgt …

          … Stay tuned …

          Deeper Learning – Eine Buchvorstellung

          Ich habe Deeper Learning auf der #KonfBD19 kennengelernt und auf schule digital vorgestellt. Nun hat die seinerzeitige Referentin Prof.’in Anne Sliwka mit ihrer Koautorin Jun.-Prof.’in Britta Klopsch nachgelegt und ein Buch veröffentlicht.

          Zunächst eine kurze Einordnung: Deeper Learning beschreibt eine Pädagogik, in der Lernende sich tief greifend mit Wissen auseinandersetzen und selbst Wissen generieren, indem sie es sowohl über instruktiv gesteuerte Prozesse der Aneignung als auch über selbstregulierte Prozesse der Ko-Konstruktion und Ko-Kreation verarbeiten. Nach einer Definition der Hewlett Foundation (2013) ist ein Deeper Learning immer dann gegeben, wenn die folgenden sechs Kriterien erfüllt sind[1]https://hewlett.org/wp-content/uploads/2016/08/Deeper_Learning_Defined__April_2013.pdf:

          1. Aneignung anspruchsvoller fachlicher Inhalte
          2. Entwicklung von Fähigkeiten zum kritischen Denken und Problemlösen
          3. Entwicklung der Fähigkeit zum kooperativen Arbeiten
          4. Einübung wirksamer Formen der mündlichen und schriftlichen Kommunikation
          5. Aneignung von Lernstrategien
          6. Entwicklung einer wissenschaftsorientierten Haltung

          Deeper Learning kann als eine „4K Skill-Implementierung” aufgefasst werden, einer Aneignung von Wissen einerseits und der vier Kompetenzen Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität andererseits. Das vielversprechende Unterrichtsmodell versteht sich als Prozess von Instruktion, Ko- Konstruktion und Präsentation.

          Buchvorstellung

          Der Beltz-Verlag stellt das Buch so vor:

          Deeper Learning beschreibt eine innovative Pädagogik, durch die Schülerinnen und Schüler im Kontext der Digitalisierung von passiven Wissensempfängern zu aktiven Gestaltern ihres Lernens werden. Das Buch erklärt die lerntheoretischen Hintergründe des Deeper Learning durch anschauliche Texte, Grafiken und Beispiele. Ein für den deutschen Kulturraum entwickeltes Modell von Deeper Learning knüpft an die bestehende Schulpraxis an und denkt diese konsequent mit den Möglichkeiten und Chancen des 21. Jahrhunderts weiter: Nach einer ersten Phase der Wissensaneignung auf unterschiedlichen Kanälen arbeiten Schülerinnen und Schüler in einer zweiten Phase ko-konstruktiv und ko-kreativ, um dann in der dritten Phase authentische Leistungen zu zeigen, die nicht nur im Klassenzimmer sichtbar werden, sondern darüber hinaus die Lebenswelt mitgestalten. So entwickeln die Lernenden nicht nur Agency, sondern auch die 21st Century Skills Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität.

          Die beiden Autorinnen führen theoretisch, praktisch und vor allem evidenzbasiert in das im nordamerikanischen Sprachraum etablierte Lehr- Lernkonzept ein. So berichten sie über erste empirische Befunde zu Deeper Learning, die auf positive Effekte bezüglich folgender Kompetenzen hinweisen:

          • kognitive Kompetenzen, wie das Beherrschen von akademischem Wissen und komplexen Problemlosestrategien
          • interpersonelle Kompetenzen, wie die Fähigkeit zu kooperieren und zu kommunizieren
          • intrapersonelle Kompetenzen in den Bereichen akademisches Selbstkonzept, Lernmotivation, Durchhaltevermögen und Lernstrategien

          Was das Buch darüber hinaus auszeichnet, ist die Einordnung von Deeper Learning als Blaupause von gutem Unterricht. Vor allem die Hinweise und Tipps zur kognitiven Aktivierung bereiten den Boden für eine ins Auge gefasste Implementierung des Modells. Die beiden Autorinnen empfehlen u. a.:

          Zweierlei kann den Einstieg ins Deeper Learning dabei deutlich erleichtern. Zunächst sollten Lehrkräfte dazu bereit sein, zusammenzuarbeiten, um sich gemeinsam der Aufgabe zu stellen, anspruchsvolle Lernprozesse, deren Ausgang nicht bis ins letzte Detail geplant werden kann, zu ermöglichen. Die gemeinsame Arbeit kann dazu führen, schon in der Vorbereitung kreativ Ideen zu entwickeln, auf die einzelne Lehrkräfte allein gar nicht gekommen wären. Dieser Prozess lässt zu, dass unterschiedliche Lehrkräfte ihre persönlichen Stärken und Interessen in einen gemeinsamen Gestaltungsprozess einbringen. Es gilt dabei, die Schülerinnen und Schüler und ihre Interessen, Bedürfnisse und Potenziale in den Blick zu nehmen. Wie kann ein Lernen gelingen, bei dem sie engagiert sind, eigene Zugänge zum Wissen der Welt entdecken und das Potenzial, das in ihnen steckt, ausschöpfen?

          und warten mit umfangreichen Tipps und Praxisbeispielen zu:

          • Mathematik Klasse 10: »Exponentialfunktionen«
          • Englisch Klasse 8: »Australien«
          • MINT-Fächer Klasse 9: »Klimawandel«
          • Gesellschaftswissenschaften, Sprachen, Mathematik Klasse 11: »Soziale Ungleichheit – sozialer Zusammenhalt«

          auf. Die Roadmap im Abschlusskapitel sorgt für Orientierung und eine gelungene Übersicht für interessierte Schul- und Unterrichtsentwickler*innen einer Schule. Fortbilder*innen erhalten eine sehr gute Unterstützung, ihre Veranstaltungen um vielfältige Einblicke in das Modell zu bereichern.

          Eine klare Leseempfehlung für diejenigen Pädagog*innen, die einen innovativen Unterrichtsansatz näher kennenlernen wollen und darüber hinaus eine Anleitung für erste Schritte einer konkreten Umsetzung erhalten.

          Stay tuned

          uni@schule: Neues aus der Bildungsforschung 01-22

          Ich habe mal wieder meine Bookmarkliste gescannt. Es sind mit Beginn dieses Jahres eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Bildung in der digitalen Weltunter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

          • Schulleitungen,
          • Lehrkräfte,
          • Hochschullehrende und last but not least:
          • Bildungspolitiker*innen.

          Bei den Edutwitter(campus)tipps auf das blaue Twittericon klicken, um dem Tweet/Thread folgen zu können.

          Aus der Bildungsforschung

           

          Die Studienergebnisse wurden unter dem Titel „Teaching with digital games: How intentions to adopt digital game-based learning are related to personal characteristics of pre-service teachers“ in der Fachzeitschrift British Journal of Educational Technology veröffentlicht.

          Computerspiele spielen eine große Rolle in der Lebens- und Medienwelt von Kindern und Jugendlichen. Aktueller Schulunterricht nimmt dieses Medium jedoch eher selten in den Blick. Insbesondere die zukünftige Generation von Lehrkräften, die aktuell an Hochschulen ausgebildet wird, könnte dies ändern. „In der aktuellen Studie haben wir daher den Fokus auf die Lehrkräfte von morgen gelegt und darauf, wie man sie besser auf den Einsatz von Computerspielen im Unterricht vorbereiten kann“, beschreibt Marco Rüth vom Kölner Department für Psychologie den Hintergrund dieser Studie. „Denn Computerspiele haben für den Unterricht großes Potenzial.“

          In früheren Studien zeigten die Autoren bereits, dass Computerspiele als Lernwerkzeug im Schulunterricht den Kompetenzaufbau von Schüler:innen unterstützen können. Auch fanden sie heraus, dass Schüler:innen nach der Nutzung von Computerspielen im Unterricht ihre Erfahrungen mit dem Medium kritisch und konstruktiv reflektieren können. Darauf aufbauend befragten die Forscher in der neuen Studie online 402 Lehramtsstudierende von deutschsprachigen Hochschulen zu ihrer Absicht, Computerspiele als Lernwerkzeuge und als Reflexionsgegenstand in ihren zukünftigen Schulunterricht zu integrieren. Das Forschungsteam untersuchte dabei 21 Personenmerkmale, darunter die wahrgenommene Wirksamkeit von Computerspielen, das Wissen zu Computerspielen und die Angst vor dem Einsatz von Computerspielen im Unterricht. „Vor allem die wahrgenommene Wirksamkeit von Computerspielen und wahrgenommene Bezüge von Computerspielen zu Lehrplänen sind für die Absicht der Lehramtsstudierenden, Computerspiele im eigenen Schulunterricht tatsächlich einsetzen zu wollen, entscheidend“, erläutert Professor Dr. Dr. Kai Kaspar die Ergebnisse.

          In der aktuellen Befragung zeigten sich darüber hinaus Unterschiede zwischen den Einsatzszenarien von Computerspielen: „Möchten Lehramtsstudierende durch Computerspiele Kompetenzen von Schüler:innen fördern, achten sie besonders auf ihre eigene Angst vor der Nutzung von Computerspielen und inwiefern für sie wichtige Personen denken, dass sie Computerspiele nutzen sollten“, führt Marco Rüth aus.  „Wenn sie dagegen Computerspiele für medienkritische Diskussionen nutzen möchten, stand stattdessen der für sie damit verbundene Aufwand im Fokus.“

          Da Computerspiele als Medium aktuell kaum im Lehramtsstudium vorkommen, empfehlen die Forscher, dass vor allem Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Computerspielen und Bezüge von Computerspielen zu Lehrplänen einen zentralen Stellenwert im Lehramtsstudium einnehmen sollten. Ebenso sollten Lehramtsstudierende mögliche Fallstricke bei der praktischen Umsetzung kennen und damit umgehen können, sodass langfristig Lehrkompetenzen mit Computerspielen gefördert werden. „Dazu erscheinen nicht nur Anpassungen am Curriculum des Lehramtsstudiums notwendig, sondern auch weitere Unterstützungsangebote und Forschungsergebnisse, damit Lehrkräfte in ihrer späteren Schulpraxis genau wissen, wann und wie sie Computerspiele im Unterricht effektiv einsetzen können“, so Professor Kaspar.

          Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Schulleitungen mediengestützte Tools für Führungs- und Managementaufgaben auf ähnlichem Niveau nutzen wie ihre internationalen Kolleg*innen. Allerdings scheinen sie deutlich häufiger mit Bildungsbehörden zu kommunizieren als ihre internationalen Lehrenden, während repräsentative Aktivitäten eher selten sind (z. B. Eigendarstellungen auf Homepages). Die qualitativen Daten weisen auf erhebliche Hindernisse für die volle Nutzung des Potenzials mediengestützter Tools für Führung, Management und Schulverbesserung hin (z. B. fehlende Kompetenzen und Mangel an angemessener Unterstützung).

          Nach bestem Wissen der Autore*innen ist dies die erste Studie, die sich mit einem solchen Datensatz auf Schulleitungs- und Managementaktivitäten unter Verwendung von Apps & Tools konzentriert. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie deutsche Schulleitungen im Vergleich zu ihren internationalen Kolleg*innen diese Werkzeuge zur Führung und Verwaltung ihrer Schulen einsetzen. Die qualitativen Daten bieten zusätzliche Einblicke in mögliche Gründe, die eine effektivere Nutzung verhindern.

           

           Tipps aus der Edu®Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016-Szene

          Das wär’s für heute.

          Mit diesem Blogbeitrag wünsche ich Ihnen, liebe Blogleserinnen und -leser, liebe Bildungs- und Schulengagierten für die bevorstehenden Oster(ferien)zeit geeignete Ablenkung und ansonsten: Entspannung, Entspannung und noch einmal: Entspannung.

           

          Stay tuned 

          Titelbild: Gerd Altmann @pixabay

          uni@schule: Schatzkisten

          Haben auch Sie die Übersicht über die gefühlt Tausende von Apps und Tools verloren? Wünschen auch Sie sich Übersichten, Kategorien, Strukturen, die Ordnung in dieses „Chaos“ bringen? Da habe ich etwas für Sie! Auch wenn (zunächst) der Hochschullehre zugeordnet, empfehle ich die Übersichtsseite Hochschuldidaktik-Schatzkiste dem in Schulen tätigen pädagogischen Personal.

          Die beiden Promotorinnen Dr. Ulrike Hanke und Nina Bach des Webauftritts hochschuldidaktik-online wollen (den Pädagoginnen und Pädagogen) zur Seite stehen. Wir bieten Ihnen praktische und einfache Tools und Ressourcen für gute Lehre.

          Dazu haben sie virtuelle Schatzkisten entwickelt, in denen sie in den Kategorien

          • Hybride Lehre
          • Digitale Lehre
          • Lehrplanung (u. a. Classroom-Management)
          • Lehrmethoden
          • Lernportfolio
          • Prüfen
          • Evaluation

          einen Überblick über schöne Ideen geben, immer mit vielen praxisorientierten Tipps zur effizienten Planung von Lehr- und Unterrichtsveranstaltungen und Lernportfolios. Die Materialien stammen von Hochschulen, bekannten Websites oder Tätigen in der Hochschuldidaktik. In die Schatzkiste kommt nur, was wir empfehlenswert finden, so die beiden Autorinnen …

          Schön, dass auch „unsere“ Arbeiten Feedback-Instrumente zur Steuerung und Bilanzierung von Prozessen Eingang in die Schatzkiste Evaluation gefunden haben. Völlig zurecht, wie ich sagen darf 🤩

          Stay tuned

          Bildnachweis: @hochschuldidaktik-online