Buch- und Lesetipps (4. Quartal 2022)

Bevor sich mein Blog aus dem Jahr 2022 verabschiedet, noch einiges Lesefutter. Denn auch in diesem letzten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule/Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

  • Lehrkräfte,
  • Schulleitung,
  • Hochschullehrende und last but not least:
  • Bildungspolitiker*innen.

 

 

Schule in der digitalen Welt: Unterricht

Rechtzeitig zum Schuljahr 2022/2023 ist ein Praxishandbuch zur basalen Leseförderung im Schulalltag erschienen: LESE.REISE. Die dargestellten Konzepte können ohne großen Aufwand und unkompliziert im Schulalltag Anwendung finden. Die Autor*innen, die ausnahmslos Lehrpersonen sind, haben die Inhalte selbst getestet und werben mit dem Anspruch der Praxistauglichkeit. Es sei ein wichtiges Arbeitsmittel für den täglichen Unterricht.

Der Neckar-Verlag bietet die Handreichung zum kostenfreien Download (PDF) an. Die Autor*innen stehen auch für Fortbildungsangebote zur Verfügung. Interessierte sollen die Autor*innen direkt kontaktieren.

 

Blogbeitrag über eine ausführliche Beta-Testung, inkl. Download-Link und Tipps aus der Erprobungsphase.

Die ISB-Handreichung “Film in der Schule” bietet als erweiterte Online-Fassung zahlreiche Tipps, Hintergrundwissen und Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Fächern.
Die Handreichung gibt viele Anregungen für Lehrkräfte, die zum ersten Mal ein praktisches Filmprojekt angehen oder das Medium Film intensiv rezipieren und untersuchen wollen. Ebenso bietet sie Tipps und Tricks für Fortgeschrittene, die mit dem Medium im Unterricht schon versiert umzugehen wissen. Gegliedert ist die Handreichung in vier wesentliche Teile:
Nach einer didaktischen Einführung folgen Kapitel zum “Filmwissen kompakt” und ein Reigen illustrer und schulrelevanter “Filmgenres” mit Beispielen aus der Schulpraxis – beispielsweise vom Spielfilm zum Musikvideo und vom Animationsfllm zum Werbespot. Den Abschluss bilden die im Unterricht so wertvollen “Möglichkeit der Reflexion” mit Themen wie “Filme analysieren”,  “Über Filme sprechen” und “Filme bewerten”.

 

Digitale Spiele haben ein hohes lernförderliches Potential. Inwiefern diese auch im Unterricht einsetzbar sind, hat die Landeszentrale 2021 im Rahmen der Fortbildung „Geschichte spielen?“ diskutiert, dabei unterschiedliche Anforderungen an den Einsatz von Games je nach Schulart und Leistungsvermögen beleuchtete sowie auch einige Spiele näher untersucht, die sich zum Einsatz im Unterricht eignen. Ergebnisse der Fortbildung sind in der vorliegenden Handreichung, die hier zum Download zur Verfügung steht, nachzulesen.

Die Entwicklung argumentativer Fähigkeiten ist ein zentrales Ziel des Ethik- und Philosophieunterrichts, ja überhaupt ein zentrales Bildungsziel. Wie aber kann das gelingen? In vielen verfügbaren Unterrichtsmaterialien werden argumentative Fähigkeiten eher vorausgesetzt als systematisch gefördert. Auch curriculare Vorgaben bleiben zumeist sehr unspezifisch. Lehrpersonen werden so weitgehend allein gelassen mit der Aufgabe, Lernende beim Erwerb argumentativer Fähigkeiten zu fördern.

Die vorliegende Aufgabensammlung soll dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Sie bietet Lehrpersonen reichhaltige Materialien für die spiralcurricular angelegte, systematische Förderung argumentativer Fähigkeit anhand exemplarischer Inhalte. Orientiert an klaren fachlichen Standards finden sich hier Aufgaben auf vier Niveaustufen, jeweils in Verbindung mit übersichtlichen Merkblättern. Die Aufgaben der beiden unteren Niveaustufen lassen sich bereits für jüngere Lernende der Sekundarstufe einsetzen, Aufgaben der obersten Niveaustufe richten sich an Lernende von Abschlussklassen oder der Studieneingangsphase. Für die Hand der Lehrpersonen werden die Aufgaben und Merkblätter durch fachliche und didaktische Kommentare sowie Lösungshinweise ergänzt.

 

An Erinnerungsorten in der Musik kulminiert ein Ausschnitt von Musikgeschichte in einem Moment der Gegenwart und verweist als bedeutsames Zeichen in die Zukunft. Die Bedeutung manifestiert sich darin, dass die Orte eine identitätsstiftende Funktion für bestimmte Gemeinschaften haben, die so unterschiedlich sind wie die Orte selbst. Denn nicht nur reale oder begehbare, sondern auch imaginierte und metaphorische Orte dienen dem gemeinsamen, gegenwärtigen Erinnern an Musikgeschichte. Auf der Basis einer gründlichen Bestandsaufnahme zum Begriff des Erinnerungsortes widmet sich die Autorin mit historiographischer Genauigkeit und aufschlussreichen kulturgeschichtlichen Bezügen fünf höchst unterschiedlichen Erinnerungsorten in der Musik: Beethovens neunter Symphonie, der Rock and Roll Hall of Fame, Mozart und Graz, dem Genre HipHop, der Philharmonie und dem Jüdischen Museum in Berlin. Untersucht werden die Mechanismen ihrer Konstruktion, Beständigkeit und Beweglichkeit, die abhängig sind von individueller Erinnerung sowie institutionellen und gesellschaftspolitischen Kontexten. Inwiefern Musik, um nicht in Vergessenheit zu geraten, der medialen Verankerung und materiellen Verortung bedarf, wird in diesem Buch erkenntnisreich dargestellt.

 

Wie funktioniert unser komplexes Immunsystem und was passiert in unserem Körper, wenn wir krank werden? Unterschiedlichste Moleküle und Zellen bilden zusammen unser Immunsystem und interagieren in komplexen Abläufen miteinander. Diese faszinierenden, aber auch komplizierten Vorgänge in unserem Körper werden in diesem Buch ansprechend und verständlich erklärt. Dies wird ergänzt durch Informationen zu Impfungen und verschiedensten Immunerkrankungen, wie z.B. Allergien und Autoimmunkrankheiten.

Die erste deutschsprachige Auflage wurde mit Hilfe der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) gedruckt und soll der breiten Bevölkerung, egal ob Groß oder Klein, sowie betroffenen Patienten als Informationsquelle dienen. „Das faszinierende Immunsystem“ bietet sich natürlich auch für den Unterricht in Schulen an.

 

Macher, Mutige, Motivierer. Lernen Sie Menschen kennen, die mit ihrem Pioniergeist und Engagement die Bildungslandschaft bereichern.
„Ich habe es nie bereut.“ Wie es ist, als Erste in der Familie zu studieren, erzählt Anja Beck beim Rundgang durch das Forschungszentrum Cern.
Pioniergezwitscher. Lehrerin Ines Bieler nutzt soziale Medien zur Inspiration und Diskussion. Denkanstöße aus dem Twitter-Lehrerzimmer.
Kreativraum der Bildung. Wir schauen uns in der deutschen EdTech-Szene um, wo Gründer noch mit dem etablierten Schulsystem hadern.
Lerne lieber ungewöhnlich. Ist das der Unterricht der Zukunft? Besuch an zwei Schulen, die heute schon vieles anders machen und damit die Wissensvermittlung auf den Kopf stellen.

 

ePaper online lesbar, aber NICHT als PDF downloadbar

Inhaltlich beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe sowohl mit analogen als auch digitalen Medien und deren lernförderlichem Potential im technikbezogenen Unterricht. Einmal mehr wird dabei deutliche, dass eine Unterscheidung in eine digitale und nicht-digitale Sphäre hinfällig werden. Wichtig ist dabei nur, dass bei Schülerinnen und Schüler das Interesse an der Technik geweckt wird und Lernprozesse initiiert werden können

 

Das Lernen auf digitalem Wege entwickelt sich rasant weiter. Daher werden in den Linkempfehlungen zum Heft 6/2022 “Lernen im Netz” aus verschiedenen Bereichen und Aktionsfeldern aktuelle Projekte und praktische Leitfäden vorgestellt. Die Linkempfehlungen starten mit Hinweisen auf theoretische und konzeptionelle Erörterungen. Außerdem wruden Digitalisierung in der Grundbildung und ein Projekt zur digitalen Hochschullehre in Hessen ausgewählt um aktuelle Entwicklungen in zwei Bildungsbereichen vorzustellen. Zudem wird noch eine Sondernutzungsform des Digitalen in der historischen Bildungsforschung präsentiert bei der Methoden, Arbeitstechniken und Tools der Digital Humanities reflektiert werden und zeitgeschichtliches Forschen, Sammeln und Lernen im virtuellen Raum am Beispiel einer digitalen Erinnerungslandkarte erprobt wird.

 

Die SPLINT App wurde aus der Praxis entwickelt und hält sowohl Beobachtungs- als auch Formulierungshilfen für dich als Pädagog:in bereit. Durch SPLINT ist es möglich geworden, innerhalb kürzester Zeit individuelle Förderpläne für deine Schüler:innen zu erstellen. Zusammen mit deinen Kolleg:innen kannst du die Diagnostik der einzelnen Schüler:innen in die SPLINT App eingeben und eine Förderplanung für sie gestalten. Unsere Maßnahmenbibliothek liefert dir Impulse und Fördermaßnahmen Beispiele, wie du eine:n Schüler:in gezielt im Unterricht erreichen kannst. Die App unterliegt den strengen Richtlinien der Datenschutzgrundverordnung.

 

 

Schule in der digitalen Welt: Studien

Der Berichtsband zum IQB-Bildungstrend 2021 ist beim Waxmann-Verlag unter dem Titel „IQB-Bildungstrend 2021. Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik am Ende der 4. Jahrgangsstufe im dritten Ländervergleich“ erschienen. Die elektronische Fassung des Berichts, eine Zusammenfassung der zentralen Befunde (Pressemappe, Video),  die Präsentationsfolien aus der Pressekonferenz sowie Zusatzmaterialien zum Berichtsband (Online-Supplement) sind im o. g. Link abrufbar.

 

Schülerinnen und Schüler nach ihrem individuellen Potenzial zu fördern, stellt eine zentrale Aufgabe des Bildungssystems dar. Die Notwendigkeit, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler bei der Förderung zu berücksichtigen, rückte dabei in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus. Damit stellt sich für Lehrkräfte wie auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Frage, wie diese Förderung bestmöglich gelingen kann und welche Schwierigkeiten dabei aktuell zu bewältigen sind.

Unser Themenheft steht zum kostenlosen Download zur Verfügung. Im Zusatzmaterial finden sich außerdem Erläuterungen zur Methodik unserer Forschung.

 

Lehrkräfte in Europa sind sich einig: Die Schulen sind dafür verantwortlich, die Kompetenzen für die Zukunft – die sogenannten „21st Century Skills“ – der Schüler:innen zu fördern, zu denen u.a. digitale Kompetenzen gehören. Eine IPSOS-Befragung von 3.082 Lehrer:innen in elf europäischen Ländern im Auftrag der Vodafone Group Foundation verdeutlicht, dass Schulen im europäischen Ländervergleich jedoch sehr unterschiedlich darauf vorbereitet sind, eine Kultur der Digitalität im Klassenzimmer zu gestalten. In etlichen Bereichen der digitalen Bildung gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. Beispielsweise schätzen Lehrkräfte aus Griechenland, Spanien und Portugal ihre digitalen Lehrkompetenzen deutlich höher ein als deutsche Lehrkräfte, die im europäischen Vergleich auf den hinteren Plätzen liegen.

Die Erhebung wurde vom Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Vodafone Group Foundation durchgeführt. Die Umfrage fand in 11 Ländern statt: Albanien, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Italien, Niederlande, Portugal, Rumänien, Spanien und der Türkei. Die Erhebung wurde vom 04. Mai -16. Juni 2022 durchgeführt. Es wurden 3.082 Lehrkräfte der Grundschule, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II telefonisch, in persönlichen Gesprächen oder online befragt. In Deutschland wurden 317 Lehrkräfte in persönlichen Gesprächen befragt.

 

Das Lehren und Lernen mit digitalen Medien gewinnt stetig an Bedeutung. Welche Chancen eröffnet es und welche Herausforderungen sind damit verbunden – für die Gestaltung von Unterricht sowie von Lerninhalten und Lernmethoden, aber auch für die mit Bildung befasste Politik und Verwaltung? Hierzu bietet der nun im Waxmann Verlag erschienene Reviewband „Bildung im digitalen Wandel – Lehren und Lernen mit digitalen Medien“ einen strukturierten Überblick über den Forschungsstand.

Insbesondere seit dem „PISA-Schock“ nach der ersten PISA-Veröffentlichung im Jahr 2001 hat die Forschung umfassende Einzelbefunde zu sozialer Ungleichheit, vor allem in der schulischen Bildung, vorgelegt. Soziale Ungleichheiten des Bildungserwerbs wurden dabei in allen Bildungsbereichen, von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter, aufgezeigt.

Diese Studie systematisiert erstmals das über knapp 20 Jahre hinweg gewachsene Forschungswissen zu den Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit des Bildungserwerbs im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz). Die erstellte Forschungssynthese umfasst Befunde zu sozialer Ungleichheit in den Bereichen der vorschulischen Bildung, schulischen Bildung, beruflichen Bildung und Hochschulbildung sowie den Aspekten der Kompetenzen, der Bildungsbeteiligung und der Bildungsabschlüsse. Die Studie gibt einen Überblick über das vorhandene Forschungswissen und zeigt Forschungslücken auf. Zudem wird die verfügbare Evidenz aus Einzelstudien synthetisiert, um so verlässlichere Aussagen zum Bestehen sozialer Herkunftseffekte treffen zu können. Der Band stellt damit eine umfassende Vermessung der Forschungslandschaft dar.

 

In der Coronapandemie haben Kinder und Jugendliche starke Einschränkungen hinnehmen müssen. Vor allem die Schulschließungen und der eingeschränkte Kontakt zu Freunden haben viele junge Menschen belastet. 2021 hatten sie sich selbst Lernrückstände attestiert, hatten aber auch den Eindruck, sich in der Selbstorganisation verbessert zu haben. Wie heute der Unterricht aussieht und ob sich die Lernlücken geschlossen haben, hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Telekom-Stiftung untersucht.

 

Für die Sonderauswertung zum Stand des Wortschatzes und des Leseverhaltens von Viertklässler:innen in Deutschland wurden Daten von 4.611 Viertklässler:innen aus 252 Schulen in Deutschland ausgewertet. Der Wortschatz umfasst Wörter des grundlegenden und des erweiterten Wortschatzes von Grundschulkindern. Die Daten, die aus der nationalen Ergänzung der IGLU-Studie stammen, sind repräsentativ für Deutschland. 

Die Online-Tagung Hochschule digital.innovativ | #digiPH5 fand dieses Jahr bereits zum fünften Mal statt und Sie lesen gerade den dazugehörigen fünften Tagungsband. In all diesen Jahren haben sich zahlreiche Teilnehmende von verschiedenen tertiären Bildungseinrichtungen im Rahmen von Live-Online-Formaten über aktuelle Themen im Bereich der virtuellen Hochschuldidaktik ausgetauscht. Dabei wurde über die Landesgrenzen hinaus diskutiert und das gewonnene Wissen in Form eines Tagungsbands festgehalten.

Der Tagungsband ist in zwei Abschnitte geteilt. Der erste Abschnitt beinhaltet sechs Artikel, die sich dem Thema Lehre 2022 von wissenschaftlicher Seite nähern und Erkenntnisse, Studien und Konzepte vorstellen. Der zweite Teil des Tagungsbandes beinhaltet sieben Beiträge, die aus der Praxis berichten.

 

Schule in der digitalen Welt: Open Access

Dieses Buch behandelt das Thema “Wissenschaftliches Arbeiten” in fünf Buchteilen in modularer Form vom Allgemeinen zum Speziellen. Der erste Teil behandelt die Themen, die jeder Studierende und jeder angehende Wissenschaftler an einer Hochschule wissen muss. Im zweiten Teil wird eine generische Inhaltsstruktur für wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt. Im dritten Teil geht es um die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten wissenschaftlichen Arbeitens. Der vierte Teil zeigt, wie der Erstellungsprozess einer Abschlussarbeit als Projekt gemanaged werden kann. Der fünfte Teil gibt schließlich Hinweise und Tipps zur Präsentation der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit.

Gegenstand der Publikation ist das Verhältnis von Hochbegabung und sozialer Ungleichheit in der frühen Kindheit. Dabei wird der Fokus auf die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen gelegt. Zunächst wird der Begriff der Hochbegabung als hohe intellektuelle Begabung erschlossen, anschließend im Kontext von Inklusion die Bedeutung der Kindertageseinrichtungen für die Entwicklung hoher kognitiver Begabungen herausgestellt und schließlich mehrdimensional das Verhältnis von Hochbegabung und sozialer Ungleichheit betrachtet. Aus den Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Das Thema sonderpädagogische Diagnostik ist in Zeiten der Umsetzung von schulischer Inklusion und präventiver Förderung noch präsenter und wichtiger geworden. Pädagogische Handlungen, Fachpersonal und Ressourcen sind begrenzt und es stellt sich die Frage wer wann Hilfe benötigt und welche Unterstützung auch wirksam ist. Ebenso besteht die Gefahr, dass eine für sich alleinstehende Diagnostik zum Selbstzweck, aber insbesondere auch unpassende Interventionen mehr schaden als nutzen. Es steht daher immer auch die Frage im Raum, warum, wann und welcher Form der Diagnostik es bedarf und wie konkret diese Diagnostik mit nachfolgenden Interventionen in und außerhalb der Schule verbunden ist. Diese Fragen versucht das Buch zu beantworten, indem durch eine breit aufgestellte Autor*innenschaft vielfältiger Ausrichtung unterschiedliche Ansichten über verschiedene sonderpädagogische Schwerpunkte geboten werden. Da man selbst als Autor meist nur einen eingegrenzten Blick und damit einhergehend spezifische Handlungsweisen vertreten kann, haben wir ein Werk mit verschiedenen Beiträgen herausgegeben, um möglichst viele diverse Sichtweisen zum Thema sonderpädagogische Diagnostik zu präsentieren. Wir haben möglichst viele Expert*innen gebeten, uns Beiträge zu schicken und uns nicht auf eine sonderpädagogische Fachrichtung oder ein spezifisches Thema der Diagnostik beschränkt. Wir sehen das Buch nicht als Einführungswerk, sondern als Fundgrube für die verschiedenen Ansätze der Diagnostik an. Diese unterschiedlichen Texte bieten Anlässe für eine gemeinsame Auseinandersetzung und Diskussion in der Lehre.

Die Beiträge in diesem Band versuchen, fachliches Wissen und geschichtsdidaktische Anwendungsrefexionen miteinander in Verbindung zu bringen. Dazu wird das im ersten Band dieser Reihe verfolgte Konzept der Verbindung von Aufsatz und Kommentar erneut aufgegriffen. Die Beiträge entstanden im Rahmen eines Kolloquiums, welches die Abteilung für Geschichtsdidaktik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Wintersemester 2020/21 durchführte. Angesichts der seinerzeit mit der Coronapandemie einhergehenden Einschränkungen fand das Kolloquium digital statt.

 

 Welche Rolle spielt Digitalität für die Aushandlung der Frage, wie wir künftig zusammenleben wollen? Wie wirken sich Prozesse der Digitalisierung auf die Meinungsbildung, die Formung politischer Parteien, ihre Kommunikation mit den Wähler*innen, die diskursive Formierung von Themen, die Herstellung von Mehrheiten und deren Regulierung aus? Der vorliegende Band bietet eine konstruktive Perspektive auf die Herausforderungen einer zunehmend durch Digitalisierung geprägten Gesellschaft. Die Beiträge versammeln neben Diagnosen der gegenwärtigen Lage auch Konzepte und spekulative Zukunftsentwürfe, die das Anliegen einer gerechteren Gesellschaft verbindet.

Expert*innen aus Wissenschaft, Journalismus und Praxis skizzieren zentrale Ergebnisse der zweiten “Dießener Klausur Mensch|Maschine|Zukunft”, die im heutigen, vielfach von kulturkritischen und pessimistischen Perspektiven geprägten Diskurs über Digitalisierung einen Raum für konstruktive Entwürfe, Einwürfe und Provokationen macht.

 

Nur wenige Bildungsthemen werden öffentlich so rege und intensiv diskutiert wie das Abitur. Der Band richtet einen wissenschaftlichen Blick auf diesen Diskurs und liefert einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung und Versachlichung der Debatte. Der erste Teil des Bandes informiert über die historischen und aktuellen Entwicklungen beim Abitur und gibt einen transparenten Überblick zu den strukturellen Rahmenbedingungen der Abiturprüfungen in den einzelnen Bundesländern. Ergänzt wird dies um eine internationale Perspektive durch die Darstellung der Prüfungspraxis ausgewählter anderer Staaten. Im zweiten Teil des Bandes werden die Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte zum Abitur vorgestellt, bei denen unterschiedliche Forschungszugänge zum Tragen kommen. Eine abschließende Reflexion zu den Herausforderungen, die gegenwärtig im Hinblick auf die Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs bestehen, runden den Band ab.
Bildungsforscher*innen, Akteur*innen aus Bildungspolitik, Bildungsadministration und Bildungspraxis sowie allen Abitur-Interessierten liefert der Band fundierte Hintergrundinformationen zur Allgemeinen Hochschulreife in Deutschland.

Unter der Leitfrage “Wie lässt sich ökonomisches Denken fördern?” haben Wissenschaftler:innen und Studierende im Rahmen einer Ringvorlesung Zugänge zum ökonomischen Denken diskutiert. Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse dieser Diskussionen und ordnet sie in die aktuellen Debatten zur ökonomischen Bildung ein.

Aus der Verbindung von neuen Perspektiven mit theoretischen Analysen, empirischen Befunden und Praxisbeispielen entsteht ein facettenreicher Blick auf didaktische Elemente für ökonomische Bildung, in Schule, Hochschule und Weiterbildung. Die Autor:innen beleuchten u.a., welche Inhalte sich für die Förderung von ökonomischem Denken eignen und erläutern die Nutzung etablierter Themen und Inhalte der ökonomischen Bildung, von der Verbraucherbildung über die Entrepreneurship Education bis zur Wirtschaftsbürgerbildung.

Forscher:innen in wirtschafts- und bildungswissenschaftlichen Disziplinen sowie pädagogische Akteur:innen in Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung finden hier aktuelle Analysen und innovative Anregungen zur Förderung ökonomischen Denkens.

  • Markus Gabriel, Christoph Horn, Anna Katsman, Wilhelm Krull, Anna Luisa Lippold, Corine Pelluchon, Ingo Venzke: Auf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung – Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften

Welche Rolle können die Geisteswissenschaften bei der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft spielen? Von welchen Werten lassen wir uns im 21. Jahrhundert leiten? Wie können wir das Potenzial der Geisteswissenschaften in einer Zeit vielfältiger Krisen nutzen? Die Autor*innen stellen sich diesen grundlegenden Fragen und verorten die Antworten in einem neuen Verständnis von Geisteswissenschaften, die ihr Denken und ihre Vorstellungskraft an Kriterien einer lebenswerten Zukunft ausrichten. Diese Geisteswissenschaften stellen sich in den Dienst allen Lebens auf unserem Planeten und sind dadurch in der Lage, neu formulierte, verbindliche Werte in die Gesellschaft hineinzutragen und der Zerstörung unserer Umwelt entschlossen entgegenzutreten.

Die digitale Transformation erschließt neue Dimensionen für die wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen. Dazu gehören digital unterstützte Konzepte und Formate sowie eine erweiterte zeitliche und räumliche Flexibilität.
In dem Sammelband wird die digitale Transformation der wissenschaftlichen Weiterbildung auf theoretischer, empirischer und praktischer Ebene betrachtet. Die Autor:innen thematisieren Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die gesamte pädagogische Handlungskette und verschiedene Bereiche des Bildungsmanagements. Kernpunkte sind: transformative Forschung, Entwicklung und Evaluation digitaler Lerndesigns, Professionalisierung des Personals, digitale Lehrkompetenz, technisch-didaktisches Plattformdesign, Selbstlernangebote, Marketingmaßnahmen sowie Angebots- und Kursmanagement.
Der Sammelband bietet einen Überblick zum aktuellen Stand der digitalen Transformation in der wissenschaftlichen Weiterbildung. 

     

    Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

      Sie leiten eine Schule? Sie verstehen Schulentwicklung als zentrale Aufgabe? Dann lesen Sie dieses Buch. Holen Sie sich Rückenwind. Bauen Sie sich ein Leitungsteam, das die Schule auf Kurs bringt. Alle Lehrkräfte werden gebraucht. Wie lassen die sich gewinnen? Wie können Sie das Schiff Schule durch Meinungsstreit, Konflikte und Stress so steuern, dass alle dabei lernen? In fünf Schritten: Fangen Sie mit sich selbst an, erwerben Sie als Kapitänin bzw. Kapitän persönliche Meisterschaft. Fördern Sie die Crew, mit Teamlernen. Schärfen Sie Ihr Radarsystem für innere Blockaden, für die Macht mentaler Modelle, bremsende und beflügelnde. Blicken Sie auf Ihre Schule als Ganzes, wie eine Möwe aufs Schiff: Systemdenken. Klären Sie miteinander Ihre Vision: Wohin soll die Reise gehen? So wird Ihre Schule eine Lernende Organisation, mit Rückenwind. Der Weg dahin wird hier praxisnah beschrieben.

      Elternbeteiligung wirkt sich positiv auf den schulischen Erfolg von Schüler*innen aus. Das haben wir in unserer Forschungssynthese zur Elternbeteiligung im schulischen Kontext zeigen können. Wie können Lehrkräfte und Schulleitungen ideale Bedingungen für Elternbeteiligung schaffen? Wir haben Punkte zusammengestellt, die Sie konkret anstoßen können.

      Inwieweit sind Schulleitungen bereits auf der Agenda der aktuellen Bildungspolitik? Und welche Themen werden dabei adressiert? Diesen Fragen möchten wir in diesem Papier nachgehen. Dafür erscheint ein Blick in die aktuellen Koalitionsverträge der Bundesländer lohnenswert.

       

      Schule in der digitalen Welt: OER

      Das Ziel des ENARIS-Projekts ist es, Kindern dabei zu helfen, die Möglichkeiten, Grenzen und inneren Funktionsweisen von KI-Systeme verständlicher zu machen. Das Material ist für jedermann frei verfügbar und unter einer Creative Commons 4.0 By-Sa-Lizenz veröffentlicht. Das Material ist direkt für den Schuleinsatz konzipiert und deckt viele Bereiche der Digitalen Grundbildung ab.

       

      Schule in der digitalen Welt: Vermischtes

      Die vorliegende Ergebnisbroschüre fasst die Ergebnisse der 22 World Café-Tische des Zukunftsworkshops „Hochschulen in der digitalen Welt“ zusammen, soll einerseits zum weiteren Informationsaustausch beitragen und andererseits die Grundlage für den weiteren Dialogprozess bilden. Für den weiteren Austausch werden wir auf die detaillierten und umfangreichen Ergebnisse der Tische zurückgreifen, die in dieser Broschüre nur beispielhaft
      dargestellt werden können.

      Zu guter Letzt ...

       

      Auch wenn wir noch weit entfernt sind von einer >>normalen<< Zeit, sollten wir dennoch unseren Blick nach vorne richten. Der Digitalpakt wird weiterhin dafür sorgen, eine Weiterentwicklung der Schule mithilfe dieser Gelder zu ermöglichen. In dem o. g. Lesefutter steckt viel Motivierendes und Anspornendes.

      Ich wünsche uns auch im kommenden Jahr viele tolle Ideen und motivierende Beiträge. Dafür:

      Alles Gute für das Jahr 2023 und vor allem: Bleiben Sie gesund!

       Stay tuned 

       

      Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

      Jahreswechsel: Gert Altmann @pixabay

        Digitalpakt, Aufruf & viele Tipps

        Die einen (Schulen, Seminare) gehen in die Herbstferien, die anderen (Unis) nehmen den Betrieb auf. Während der Sommer(ferien)zeit hat meine Bookmarkliste wieder an Volumen gewonnen. Zeit zu scannen. Es sind erneut eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

        • Schulleitungen,
        • Lehrkräfte,
        • Fachseminare und deren Lehrkräfte in Vorbereitung (LiV)
        • Hochschullehrende und last but not least:
        • Bildungspolitiker*innen.

        Bei den Edutwitter(campus)tipps auf das blaue  Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016  klicken, um dem Tweet/Thread folgen zu können.

        Digitalpakt: Sinn und Zweck erfüllt?

        Zurzeit beschäftigen sich Bundesrechnungshof, Stiftungen und gemeinnützige Vereine mit der Umsetzung des Digitalpakts. Anfang des Jahres kam es zum ersten Aufschlag. Durch einen Bericht der Bundesbehörde (ich bin bereits hier darauf eingegangen). 

        Die von der Behörde u. a. geforderte Effizienz(über)prüfung übernehmen zurzeit gemeinnützige Vereine und Stiftungen. Man mag ihnen die Wahrnehmung von Eigeninteressen der mitfinanzierenden Mitglieder vorwerfen. Und doch sind die Studien zu begrüßen, sofern sie handwerklich „sauber gestrickt“ sind. Das scheint mir mit der folgenden Studie der Fall zu sein:

        Im Rahmen der Erhebung für den E-Government MONITOR 2022 wurden insgesamt 2.453 Eltern mit mindestens einem schulpflichtigen Kind im Haushalt zur Umsetzung von digitalem Unterricht an der Schule ihres Kindes online befragt. Befragte Eltern, die mehr als ein schulpflichtiges Kind im Haushalt hatten, wurden per Zufallsauswahl nur zu einem der Kinder befragt. Somit betreffen die Aussagen jedes befragten Elternteils nur je ein schulpflichtiges Kind. Durch eine gezielte Erhebung in den Bundesländern ist es erstmals möglich, den Stand der Umsetzung des DigitalPakt Schule aus Sicht der Eltern in allen 16 Bundesländern zu beschreiben und zu vergleichen.

        Lena-Sophie Müller (Geschäftsführerin Initiative D21) präsentierte kürzlich die Studie mit folgenden zusammenfassenden Tweets [1]https://twitter.com/initiatived21/status/1574618565692751872:

        • Auch drei Jahre nach Inkrafttreten des #DigitalPakt sehen Eltern in allen 16 Bundesländern Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Schulen.
        • Noch nicht einmal zwei Drittel der Eltern (62 Prozent) geben an, dass ihr Kind einen #Internetzugang an der #Schule hat. In einigen Bundesländern sogar nur knapp die Hälfte.
        • Im Unterricht kommen nach Angabe der Eltern vor allem Tablets (74 Prozent) & Smartphones (72 Prozent) zum Einsatz, gefolgt von Desktop-PCs (64 Prozent). Alle #Geräte mit Ausnahme der Smartboards werden überwiegend privat zur Verfügung gestellt.
        • In den Bundesländern gibt es teils deutliche Unterschiede. Beispielsweise beim auf häufigsten verwendeten Gerät: Tablets.
        • 84 % der Eltern nehmen eine oder mehr Hürden für die Umsetzung von digitalem Unterricht an der Schule ihres Kindes wahr – entsprechend hoch ist der Anteil, die der Schule attestieren, mit digitalen Unterrichtsmethoden überfordert zu sein (42 %).
        • Leistungsfähigkeit bei der Vermittlung von #Digitalkompetenzen schwach eingeschätzt Schüler*innen benötigen digitale Kompetenzen, um sich sicher in der digitalisierten Welt zu bewegen. 45 % der Eltern trauen der Schule ihres Kindes diese Aufgabe derzeit zu.

        Zunächst einmal ist es zu begrüßen, dass bei den Zielgruppen nachgefragt wird. Und doch erschließt sich mir nicht, warum die Geldgeber (BMBF, Bundesländer) nicht dafür gesorgt haben, die Mittelausgabe mit einer Evaluation abzusichern. Ob bzw. inwieweit der Unterricht von den hohen Investitionen profitiert hat. Dazu gehören Lehrende genauso befragt wie Lernende. Mit der Gründung von Schulen ans Netz e. V. wurde uns durch die Gesellschafterversammlung ein Qualitätsmanagement aufgetragen. Das BMBF hat uns Mitte der 90er-Jahre auferlegt, einen wissenschaftlichen Beirat einzurichten. Zum Evaluationsauftrag gehörte u. a.:

        • Der schulische Interneteinsatz in der Nutzersicht (Uni Dortmund)
        • Organisatorische Evaluation der Interneteinführung an Schulen (Humboldtuniversität Berlin)
        • Methoden und Werkzeuge zur Software-ergonomischen Gestaltung und Evaluation Internet-basierter Informations- und Lernangebote (Humboldtuniversität Berlin)
        • Effektivitätssteigerung durch Online-Dienstleistungen (FU Berlin)

        Mir unbegreiflich, warum die Evaluation des Digitalpakts nicht von Anfang an vorgesehen war.  Wie kann man das „heilen“? Solange sich keine Landesbehörde aufgefordert sieht, das zu tun, empfehle ich den Schulen eine Selbstevaluation. Ich habe dazu kürzlich einen Blogbeitrag geschrieben …

        Leitlinienprozess

        Nach dem Bericht des Bundesrechnungshofs (s. o.) wird man sich fragen, auf welcher Grundlage Leitlinien zur Digitalisierung im Bildungssystem definiert werden können? Nun, wie so häufig in Deutschland: Durch Bildung einer Arbeitsgruppe (aka Netzwerk) [2]https://www.netzwerk-bildung-digital.de/aktivitaeten-2022/leitlinienprozess/:

        Aufbauend auf dem bereichsübergreifenden Austausch im ersten Projektjahr wurden im Frühjahr 2022 gemeinsam mit dem Partnernetzwerk und in der Diskussion mit Expert:innen und Praktiker:innen aus allen Bildungsbereichen, Leitlinien zur Weiterentwicklung der digitalen Bildung in Deutschland erarbeitet.

        Erste Reaktionen zeigen eine deutliche Ernüchterung in der wissenschaftlichen Szene:

        So viel zu den Studien und Reaktionen zur Umsetzung des Digitalpakts. Nicht noch ganz:

         

        Aufruf: Bildung #mitgedacht. Jetzt.

        Mit der Initiative wollen die Initiator*innen einerseits zum Mitdenken einladen und andererseits auch entgegen der klassischen Bewegungen und Positionspapiere einen partizipativen Raum eröffnen, der zum medialen Diskurs und Austausch einlädt. Wir ermutigen alle Stakeholder, sich konstruktiv an der Debatte über die Zukunft der Bildung zu beteiligen. Hier schon einmal einige Beispiele aus der Edutwitterszene:

        Apropos Edutwitterszene. Wie angekündigt eine Auswahl von Tweets, Links, … 

        Podcast

        Videocast

        Didaktik - Methodik

        Sammlung

        Publikationen

        Studien

        Schlussbemerkung

        Das wär’s für heute. Fast jedenfalls. Hier noch zwei Tipps von @joschafalck:

        Dieser Newsletter passt im Mindset wunderbar zur Anlage dieser Webseite bildung digital:

        Der N[EW]sletter “Forschungsperspektiven der Erziehungswissenschaft” richtet sich an Interessierte aus den unterschiedlichen Bereichen der Bildungspraxis wie Schule, außerschulische Bildung, Berufsbildung und Erwachsenenbildung sowie an Akteur:innen aus Bildungsadministration und -politik. In vier Ausgaben pro Jahr informieren wir, die Fakultät für Erziehungswissenschaft der Uni Hamburg, über aktuelle Forschungsthemen und Projekte, über Forschungsergebnisse, Materialien und Nützliches für die Praxis und über interessante Veranstaltungen und Kooperationen. Und: Wir beantworten Ihre Fragen an die Erziehungswissenschaft – mehr dazu im N[EW]sletter.

        Mit diesem Blogbeitrag wünsche ich den- und diejenigen unter Ihnen, die sich auf eine bevorstehende Herbst(ferien)zeit freuen dürfen, geeignete Ablenkung und Entspannung und ansonsten: Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten …

         

        … Stay tuned

        Titelbild:

        Headway @unplash

        Herbstbild: Larisa Koshkina @pixabay

        Quizapps im Unterricht

        Quizze finden zunehmend Eingang in den Unterricht. Teilweise werden die aus Fernsehsendungen bekannten Formate wie z. B. Wer wird Millionär, BUZZ übernommen und digitalisiert bzw. in verschiedenen Lernmanagmentsystemen (LMS) abgebildet. 

        Quizze können in unterschiedlichen Phasen von Lehr- und Lernszenarien integriert werden. Sie können genutzt werden, um die Lernausgangslage der Lernenden zu erheben oder während einer Unterrichtseinheit, -sequenz eine formative Rückmeldung auf das Erreichte geben. Sie können zu Beginn einer Unterrichtsstunde/-einheit ein Brainstorming einleiten. Und sie können abschließend die vermittelten Kompetenzen und Inhalte der jeweiligen Lerneinheit überprüfen bzw. reflektieren.

        Eine Lehrkraft (@akuemu) kürzlich im Edutwitter:

        Ich kann aus der Praxis nur sagen: Schüler*innen lieben Kahoot-Quizze zur Abwechslung im Unterricht. Es steigert die Motivation auch nach drei Jahren Einsatz immer noch. Grad zum Ein-oder Ausstieg. Keine Lehrkraft, die ich kenne, nutzt Kahoot als einziges digitales Element. Meine Schüler*innen bitten mich (ohne, dass ich ihnen die Idee in den Kopf gepflanzt hätte) darum, in Übungsphasen selbst Kahoot zu erstellen. Und als Mathelehrerin bin ich begeistert, wie sie absichtlich typische Schülerfehler einbauen und damit das Thema für sich reflektieren und auch ihr Mitschüler*innen auf Gefahrenquellen trainieren. Wir besprechen Kahoots dann auch im Nachhinein mit Lösungsweg etc. 

        Ausgangspunkt war die Kritik von Axel Krommer am Artikel Mit interaktiver Quiz-App einen Text erschließen – Am Beispiel des Dramas Die Räuber von Friedrich Schiller. Dort heißt es einleitend [1]https://www.friedrich-verlag.de/deutsch/film-medien/mit-interaktiver-quiz-app-einen-text-erschliessen-11377#cta-box:

        Digitale interaktive Quiz für den Deutschunterricht gibt es mittlerweile in großer Zahl. Dabei werden in der Regel auf spielerische Weise Kompetenzen in Bereichen wie Orthografie und Grammatik gesichert. Häufig ist es so, dass die Quiz zum Üben und Festigen bereits erarbeiteter Inhalte eingesetzt werden, aber nicht darüber hinaus gehen. (…) Das vorliegende Unterrichtsmodell (…) zeigt, wie durch den Einsatz einer Quiz-App ein Drama erschlossen und auf diese Weise eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Gelesenen erreicht werden kann. Die Lernenden haben die Aufgabe, ein eigenes Quiz zu den einzelnen Akten des Dramas Die Räuber von Friedrich Schiller zu erstellen. (…) Bei der Erstellung eines Quiz können Verstehensdimensionen mithilfe unterschiedlicher Aufgabenformate (geschlossene Aufgaben (richtig/falsch), Multiple-Choice-Aufgaben, halb offene, offene Aufgaben), die in Quiz bereitgestellt werden, berücksichtigt werden.

        Im weiteren Threadverlauf wird auf eine Forschungsarbeit verwiesen. Als wichtigste Erkenntnisse gelten [2]Alf Inge Wang, Rabail Tahir: The effect of using Kahoot! for learning – A literature review:

        • Kahoot! hat eine positive Wirkung auf die Lernleistung, die Dynamik im Klassenzimmer, die Einstellung und die Angst der Schüler.
        • Zu den größten Herausforderungen gehören technische Probleme, die Anzeige von Fragen und Antworten, Zeitstress, Angst vor dem Verlieren und die Schwierigkeit, den Rückstand aufzuholen.

        Für konkrete Beispiele lohnt z. B.:

        Kurz und knapp fasst Jaana Stiller in einem Tweet die Nutzung von Kahoot so zusammen:

         

        Selbsterfahrung

        Ich selbst baue Quizze immer gerne in Lernpfade ein. Sie ermöglichen den Schüler*innen eine Selbstkontrolle und mir eine Rückmeldung, inwieweit das Thema verstanden bzw. das Unterrichtsziel erreicht wurde. Darüber hinaus ermöglicht mir die Ergebnisauswertung ein Redesign des Lernpfads. Häufig mit Unterstützung meiner Schüler*innen: Ihre Erläuterungen, warum sie zu dem (falschen) Ergebnis gekommen sind, lassen mich immer darüber nachdenken, wie ich den Input anderes gestalten oder den Aufbau des Lernpfads anders organisieren kann, z. B. durch Ergänzungen eines weiteren Erklärteils, Übungsteils, …

        Darüber hinaus empfehle ich Quizformate, die gruppenbezogen durchgeführt werden. Der dadurch entstehende Wettkampfcharakter kann – muss aber nicht (!) – zu weiterer Motivation beitragen. Die Gruppenzusammensetzung habe ich aus Zeit- und Organisationsgründen per Abzählen (1-2-3-4, 1-2-3-4, …) organisiert, ganz so wie in meinem Sportunterricht. Soll ja ein Spiel bleiben. Das hat zum einen das soziale Lernen gefördert und zum anderen bei einigen Schüler*innen dazu geführt, sich nochmals mit dem Thema zu beschäftigen. Sie wollten beim nächsten Mal zu den Gewinner*innen gehören …

         

        Themenseite mit Forschungsstand & Praxistipps

        Der o. g. Kahoot-Thread hat mich dazu angeregt, den aktuellen Forschungsstand zu recherchieren. Meine neue Themenseite befasst sich u. a. mit dieser Analyse. Viel ist es nicht, was ich berichten kann. Und doch wird sich der Besuch lohnen: Wegen der vielen Praxisbeiträge der Kolleg*innen aus dem Edutwitter …

        … Stay tuned …

        Quo vadis Bildung(spolitik)?

        Zurzeit beschäftigen sich Bundesrechnungshof, Stiftungen und gemeinnützige Vereine mit der Umsetzung des Digitalpakts. Anfang des Jahres kam es zum ersten Aufschlag. Durch einen Bericht der Bundesbehörde  [1]https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2022/massnahmen-digitalpakt-schule-volltext.pdf?__blob=publicationFile&v=1:

          Gerade in Zeiten der pandemiebedingten Schulschließungen zeigte sich, wie wichtig übergreifende IT-Infrastrukturen für den Schulbetrieb sein können. Der Bundesrechnungshof hält länderübergreifende bzw. bundesweite IT-Infrastrukturen und die Verständigung der Länder auf gemeinsame Standards und Angebote für eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des „DigitalPakts Schule“. Die rechtzeitige Bereitstellung solcher Infrastrukturen und gemeinsamer Standards hätten redundante Beschaffungen und Neuentwicklungen der Schulträger verhindern können und zu einem wirtschaftlichen Einsatz der Investitionsmittel beitragen können. Damit hätte die Chance bestanden, die Länder und Kommunen aus der oft beklagten technischen „Kleinstaaterei“ zu befreien.

          (…)

          Die Länder zeigen nicht das nötige Interesse untereinander, ihre Kooperation im Sinne des „DigitalPakts Schule“ auszuweiten. Der Bundesrechnungshof empfiehlt daher, die Förderlinie der länderübergreifenden Maßnahmen aufzugeben, um weitere Mitnahmeeffekte zu verhindern.

          (…)

          Entsprechend sollte das BMBF von den Ländern einfordern, dass sie ihren Aufgaben und Selbstverpflichtungen bei der Qualifizierung des Lehrpersonals für digitales Unterrichten nachkommen. Bundesmittel sollte es für diese Kernaufgabe der Länder nicht leichtfertig in Aussicht stellen. Keinesfalls sollte das BMBF mehr den Ländern Bundesmittel für bereits von ihnen mit Landesmitteln gestartete oder beschlossene Maßnahmen bereitstellen.

          Und noch etwas anderes beklagt die Behörde:

          • Zu keinem Zeitpunkt führten das BMBF oder die Länder hinsichtlich der übergreifenden und deutschlandweiten Infrastrukturen für das digitale Lernen an den Schulen eine systematische Bedarfserhebung durch. Sie erhoben nicht, welche öffentlichen Angebote es von den Schulträgern bzw. Kommunen, den Ländern, dem Bund und den Rundfunkanstalten bereits gab. Auch Möglichkeiten für eine übergreifende Nutzung oder systematische Weiterentwicklung blieben ungeprüft. Sie führten auch keine Markterhebung durch.
          • Die Förderbekanntmachung für länderübergreifende Maßnahmen und das Auswahlverfahren sind von Mitnahmeeffekten gekennzeichnet. Sie vorzubereiten und zu koordinieren braucht zu viel Zeit. Sie sind nach
            Auffassung des Bundesrechnungshofes ungeeignet, um bedarfsorientiert die besten Ansätze für übergreifende Infrastrukturmaßnahmen zur Förderung des digitalen Lernens zu finden und zu entwickeln. Das BMBF hätte seine Steuerungsrechte nutzen müssen, um effizientere Abläufe und ein offenes und qualitätsgeleitetes Verfahren durchzusetzen. Es hat dem Haushaltsausschuss auch nicht vollständig und zutreffend über die länderübergreifenden Maßnahmen berichtet.

           

          „PISA 2022“ ...

          Soviel zum Bericht des Bundesrechnungshofs.

          Erinnern Sie sich noch? An die Titelbilder im Spiegel zur „Bildungskatastrophe“ zu Beginn des neuen Jahrhunderts? Eine PPP-Veröffentlichung zeigt drei dieser Titelbilder so:[2]https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Sozialwissenschaften/BF/Lehre/WiSe15_16/Bildung__-_globale_und_nationale_Trends_WiSe15-16.pdf

           

          Nun geht es um den IQB-Bildungstrend 2021. Die ersten Reaktionen sind verheerend, mit Versagensvorwürfen an (Primar)Lehrkräfte wie Hochschulverantwortliche. Sie sind insofern unberechtigt, als die Studie nichts über die Ursachen aussagt. Gleichwohl wird man nicht zur Tagesordnung übergehen können. Zu verheerend die Kompetenzergebnisse unserer 4. Klässler in den Grundschulen. Wer mehr darüber erfahren möchte, folgt:

           

          PISA 2022

           

          Ich habe diesen Beitrag vor einigen Tagen online gestellt. Auf #Edutwitter wurden erste Überlegungen zu möglichen Maßnahmen vorgestellt. Im Wesentlichen mit der Einschätzung, dass wenig Umsetzungschancen gesehen werden, weil der Lehrkräftemangel wenig Aussichten auf zusätzliches multiprofessionell ausgerichtetes Personal verheißt. Das gilt vermutlich auch für Fortbildungsinitiativen. Und doch kann man den Befund nicht einfach hinnehmen. Das dürften die Bildungsverantwortlichen in den Ministerien, in der Schulaufsicht und in den Schulen ähnlich sehen.
          Wie also einen Weg aus dem Dilemma finden?

          Vernetzung, Vernetzung, Vernetzung

          Anfang des Jahres habe ich diese Webseite bildung digital online gestellt. Es geht mir vor allem um eine Vernetzung zwischen den drei Phasen Hochschule – LiV/ Ref – Fortbildung, ganz so wie in der ergänzende Empfehlung „Lehren und Lernen in der digitalen Welt” vorgeschlagen:

          Die drei Phasen der Lehrerbildung sind zu verknüpfen, wobei theoretische sowie empirische Einsichten im Kontext fortschreitender Digitalisierung mit Praxiserfahrungen integriert werden.

          Diese Plattform versucht mit entsprechenden Beiträgen, gute Praxis zu identifizieren und sie vorzustellen. Der Aufbau ist schnell erklärt:

          • Programmatik stellt einen Kontext zu Koalitionspapier, Ergänzungspapier und einem Ende 2020 veröffentlichten Hagener Manifest zu New Learning her.
          • Schule, Hochschule/Seminar stellt systemische Bezüge zu den o. g. Dokumenten her. Dabei gelingt nicht immer eine Trennschärfe zwischen 1. und 2. Phase.
          • Publikationen stellt Bücher im OER/OA – Format vor. In Ausnahmefällen auch kostenpflichtige, dann von mir (oder anderen) rezensierte Veröffentlichungen.

          Das Start- und Journalangebot umfasst schließlich Berichte, Kommentare, Anregungen, die sich aus Tweets und/oder Nachrichten aus den Bildungsportalen ergeben.

          Für diesen Beitrag kurz vor den Sommer- und Semesterferien gibt es im wesentlichen zwei Anlässe. Zum einen sind eine Reihe von Publikationen entstanden, die sich mit dem Thema Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Zum anderen sorgt der jüngste Bildungstrend des IQB in den Print- und sozialen Medien für eine hohe Aufmerksamkeit und heftige Reaktionen.

          Der Beitrag (wie auch die Plattform) richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung einer zeitgemäßen Lehr- und Lernkultur interessieren, insbesondere an:

          • Schulleitungen,
          • Lehrkräfte,
          • Hochschullehrende und last but not least:
          • Bildungspolitiker*innen.

          Bei den Edutwitter(campus)tipps bitte auf das blaue Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016 klicken, wenn Sie dem Tweet/Thread folgen wollen.

          ... und mögliche Umsetzungen

          Ideen für eine neue Ausrichtung der universitären Aus- und Weiterbildung liefert die Broschüre Forschen und entwickeln der PH Schwyz mit den „Auftritten“ zum

          Nun wieder zurück zu meinem PISA 2022 Beitrag (s. o.). In meinem auf Twitter anmoderierten Tweet kamen schnell erste Reaktionen. Jens Lindström(@KaeptnKeks):

          Wenn wir schon die Lehrkräfte verfrüht aus der Ausbildung holen, dann könnten wir es mit System machen. Eigene Lerngruppen ab dem dritten Studiensemester – aber professionell begleitet.

          Und Anne Trapp (@annegoesdigital) ergänzt:

          Dafür gibt es ja erste (kleine) Ansätze, die die Phasen aktiv miteinander verbinden. In den Praxisphasen müsste dafür aber eine engere universitäre Begleitung direkt in der Praxis erfolgen, um Zusammenhänge besser aufzeigen zu können

          Jens verweist im Übrigen auf eine Studie: Analyse der einphasigen Modelle der Lehrer_innenbildung in verschiedenen Ländern.

          Meine Vermutung ist, dass eine Abstimmung auf KMK Ebene „ewig und drei Tage dauern“ wird. Daher habe ich dann niederschwellig und auf Verantwortungsebene der einzelnen Ministerien belassend, eine konzertierte Aktion vorgeschlagen, die bewährte Förderstrategien in allen drei Phasen anbietet/integriert, so wie ich das nach PISA 2003 mit SINUS erlebt habe: Unterricht wie Lehrwerke (Schulbücher) haben sich verändert. Das lag zum großen Teil an einer bundesweiten Vernetzung (Erfahrungsaustausch) und an einer – aus Sicht der Schule – zweijährigen Fortbildung innerhalb der Fachschaft.

          Im weiteren Diskussionsverlauf gibt es noch weitere Ideen:

          Vielleicht ein Didaktikmodul? Mit einer Lerngruppe, in der man das im Modul gelernte auch umsetzen kann. Oder das Modul (vielleicht mit MOOC-Anteilen) so flexibel gestalten, dass man Materialien für die Erprobung bekommt, deren Einsatz man im Bericht reflektieren kann. Es müsste irgendwie gelingen, im Modul etwas zu lernen, das man dann passend zum Stundenplan in der Schule tatsächlich erproben und evaluieren könnte.

           

          Innovative und erfahrene Lehrkräfte an PH/Uni abordnen, die dann dort ihre Überlegungen in Vernetzung mit weiteren Fachkolleg*innen weiterentwickeln und diese mit einer eigenen Lerngruppe, über Lehrkräfte anderer Schulen oder über die Praktika der Studierenden in Kooperation mit ihren Mentor*innen testen und evaluieren (lassen).

          Weitere Überlegungen zur Vernetzung weisen die beiden folgenden Tweets aus:

          Systematische Förderstrategien und konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen (Becker-Mrotzek) ist die Aufgabe der Politiker und Politikerinnen im Bund und in den Ländern. Für eine Umsetzung bietet sich eine konzertierte Aktion an, die bewährte Förderstrategien in allen drei Phasen (Aus- und Fortbildung) anbietet/integriert. Mit gleichzeitiger Schnittstellenabstimmung zwischen den Phasen. Es muss etwas geschehen, kurz- wie langfristig. Damit die Kurve (siehe Titelbild meines Beitrags) beginnt, sich einen Weg nach oben zu bahnen …

          So viel zu PISA 2022. Nun wie angekündigt die Vorstellung einiger Publikationen aus dem letzten Quartal.

          Publikationen

          Didaktik

           

          Die Lehrkräftebildung in den Naturwissenschaften hat die Aufgabe, die angehenden Lehrkräfte der Biologie, Chemie und Physik auf die Gestaltung des Unterrichts der Zukunft vorzubereiten. Dabei wurden in den letzten Jahren verstärkt neue Lehr-Lern-Formate, Technologien und Methoden an einzelnen Hochschulstandorten entwickelt, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Dieses Buch gibt einen praxisbezogenen Einblick in Innovationen der Lehrkräftebildung in den Naturwissenschaften und macht sie damit auch für den Einsatz an weiteren deutschsprachigen Hochschulen zugänglich. Dazu präsentieren die Autorinnen und Autoren aus über 30 Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Ansätze zu Unterstützungsmöglichkeiten der Kompetenzentwicklung, zum Einsatz von Medien und zur Förderung der Planung und Reflexion von Unterricht. Unterstützt wird die dies durch umfassende Onlinematerialien, was die Nutzung an anderen Hochschulstandorten begünstigen und damit die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in den Naturwissenschaften insgesamt fördern soll.

            Dieser Band richtet sich an die Erstsemester, die in den letzten beiden Jahren viel über das sogenannte „Homeschooling“ unterrichtet wurden. Viele dürften genervt sein und sich freuen, im Hörsaal zu sitzen, in der Mensa mit Kommiliton*innen zu plaudern, eine WG-Party zu feiern. Auch wenn sich alle eine Rückkehr zum „normalen“ Alltag wünschen, wirbt der Autor dafür, digitale Möglichkeiten zu nutzen. Sie erleichtern das Studieren oftmals und zeigt in dem Band auf, wie man Smartphone, Tablet & Co. sinnvoll fürs Studium nutzen kann. Darüber hinaus gibt es viele Tipps rund um das Studium, Homestudying und den Umgang mit digitalen Quellen.

             

            Selbstwirksamkeit gehört zu den am häufigsten untersuchten motivationalen Merkmalen von Lehrpersonen. Trotz der Popularität des Konstrukts sind grundlegende Forschungsfragen empirisch unbeantwortet. Die Publikation stellt zunächst den internationalen Forschungsstand zur Selbstwirksamkeit im Lehrberuf umfassend und systematisch dar. Anschließend widmen sich vier Studien bislang wenig eingenommenen Forschungsperspektiven: Mit der Entwicklung und Validierung einer Skala zur Erfassung der Quellen von Selbstwirksamkeit wird eine wichtige Forschungslücke geschlossen. Mediatoranalysen erweitern die Erkenntnisse über die Entstehung von Selbstwirksamkeit. Die Veränderung und das Zusammenspiel von Selbstwirksamkeit und Beanspruchungserleben im Lehramtsstudium wird mit komplexen Längsschnittmodellen untersucht. Analysiert wird darüber hinaus die Bedeutung von domänenspezifisch differenziert erfasster Selbstwirksamkeit für die Qualität von Unterricht.

               

              Die Analyse von Unterrichtsvideos ist zu einer erfolgreich und vielfältig genutzten Methode in der Lehrkräftebildung geworden. Sie vermag wie keine andere Methode die Unterrichtspraxis in ihrer Authentizität zu veranschaulichen und zugleich in ihrer Komplexität zu untersuchen. Dazu sind in den letzten Jahren innovative Videoportale mit Lehrkonzepten und über 1800 aussagekräftigen Unterrichtsvideos entstanden, die das Spektrum an Schulformen, Fächern und Unterrichts(qualitäts)dimensionen abdecken. Deren Nutzung, Evaluation und Einsatz in Lehrveranstaltungen werden im vorliegenden Sammelband vorgestellt, ebenso das Meta-Videoportal, über das die Unterrichtsvideos und Begleitmaterialien für alle Akteurinnen und Akteure der Lehrkräftebildung gesucht und genutzt werden können. Ein konzeptueller state-of-the-art Überblick und ein Review aktueller videobasierter Projekte zum Lehren und Forschen mit Videos in der Lehrkräftebildung vervollständigen den Sammelband.
               

              Schulleitung

               

              Die Wübben Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen in sozialräumlich und mit Elternhäusern in ökonomisch schwierigen Lagen zu unterstützen und für ihre Belange einzutreten. Die Rahmenbedingungen für diese Schulen sind derzeit jedoch mangelhaft – ihre Arbeit ist es keinesfalls! Denn ihre Schülerinnen und Schüler starten von einem wesentlich geringeren Niveau als viele andere: Sie profitieren nicht von der Unterstützung ihrer Eltern, sollen aber die gleichen Bildungsziele erreichen wie die anderen. Die Verteilung der Ressourcen spiegelt die besonderen Herausforderungen an den Schulen nicht angemessen wider.
              In 2021 kam der Impuls aus den PerspektivSchulen auf, sich über die Fortführung des Programms Gedanken zu machen. Es gibt unter den Schulleitungen eine sehr hohe Zufriedenheit. Denn erstmals gab und gibt es erhebliche finanzielle Mittel und ein auf ihre Bedarfe und Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung. Die Zufriedenheit auf der einen Seite führte auf der anderen Seite zu der Frage, wie es mit dem befristeten Programm weitergehen
              kann. Die Schulleitungen wollten konstruktive Vorschläge entwickeln, was an ihren Schulen dauerhaft passieren müsste. Auch im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein gibt es Überlegungen, wie eine Verstetigung aussehen kann. Es hat sich ein Autorenteam gefunden, das Inhalte sortiert hat, sich einen Prozess überlegt hat und schließlich beraten, gewichtet und geschrieben hat. Herausgekommen sind Perspektiven
              für PerspektivSchulen und für viele weitere Schulen in herausfordernder Lage. (…) Die Wübben Stiftung durfte diesen Prozess begleiten und wir freuen uns nun, der interessierten Öffentlichkeit in Schleswig-Holstein die Ergebnisse vorstellen zu können.

              Schulleitungen prägen entscheidend die schulische Qualität – das zeigen zahlreiche Studien (z.B. Scheerens, 2012). Auch die Bildungspolitik und Bildungsverwaltung erkennen diese zentrale Rolle der Schulleitungen in der Gestaltung der Schule. (…) Zu den zentralen Motiven, die Position einer Schulleitung in Deutschland anzustreben, zählen laut Studien insbesondere folgende Möglichkeiten:

              a) die Schule gestalten zu können,

              b) die Aussicht auf mehr Autonomie und

              c) eine Verbesserung der eigenen beruflichen Stellung

              Dabei scheinen für die Berufswahl insbesondere intrinsische Motive – wie z.B. für das Wohl anderer zu sorgen und die Möglichkeit, autonom zu agieren – zentrale Triebfedern zu sein. Extrinsische Motive (z.B. Gehalt) nehmen eine
              eher untergeordnete Rolle ein. (…) Wenngleich im Amt der Schulleitung vielfältige Potenziale, die sich in den oben angedeuteten Karrieremotiven zeigen, gesehen werden, verweisen aktuelle Studien auf eine zunehmende Unzufriedenheit der Schulleitungen mit ihrer beruflichen Situation (FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, 2022; forsa Politik- und Sozialforschung GmbH, 2021).

              Aber was macht den Beruf der Schulleitung für viele Personen unattraktiv?

              Dieser Frage möchten wir in diesem Papier nachgehen und ausgewählte empirische Befunde zu den Gründen aus Sicht von Lehrkräften und Schulleitungen in Deutschland näher in den Blick nehmen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Befunde von Cramer und Kolleginnen und Kollegen (2021) gelegt. Das Papier schließt mit den sich daraus ergebenden möglichen Implikationen für die Praxis, Politik und Wissenschaft.

              In Ergänzung: Mit dem Wissen von heute würde ich nicht mehr Schulleiterin werden wollen (Blogbeitrag von Jan-Martin Wiarda)

               

              (Bildungs)Politik

               

              Die Beschaffung von digitalen Endgeräten für den schulischen Bereich ist ein komplexer Prozess, der sowohl technischen als auch pädagogischen Anforderungen gerecht werden muss. Das Bündnis für Bildung e.V. (BfB) hat deshalb einen Leitfaden zur Beschaffung von Lehrerdienstgeräten entwickelt, der Auftraggebern im Schul- und Bildungswesen Impulse und konkrete Hilfestellung für diesen Prozess gibt. Der Leitfaden bietet Orientierung in technischen Entscheidungsprozessen, um die Anforderungen an die benötigte Infrastruktur besser definieren zu können.

              Schulen und Schulträger können so gemeinsam auf Basis ihrer individuellen Gegebenheiten entscheiden, welche Art von digitaler Ausstattung zu ihren Anforderungen passt. Entwickelt wurde der praxisnahe und produktneutrale Leitfaden von der AG Lehrerdienstgeräte des Bündnis für Bildung e.V. mit Experten aus Kommunen, IT- und Bildungswirtschaft sowie von Anbieterseite aus dem Kreis der Mitglieder des BfB.

              Mit Checklisten, einer Übersicht von Nutzungsszenarien für die digitalen Dienstgeräte sowie Hinweisen zu Ausschreibung und Leistungsverzeichnissen bietet der Leitfaden ganz konkrete Hinweise für den Beschaffungsprozess.

              Er umfasst dabei alle wesentlichen Aspekte: vom Auswahlprozess bis hin zum Rollout an den Schulen, Mobile-Device-Management und Support. Das Arbeitspapier gibt somit umfassende Hilfestellung, um früh im Entscheidungsprozess relevante Kriterien für eine Ausschreibung der mobilen Lehrerdienstgeräte festzulegen.

              Grundlage dafür ist eine kontinuierliche, kalkulierbare Finanzierung, die eine langfristige und bedarfsgerechte Planung und Umsetzung ermöglicht. Dass das beispielsweise bereits ab 45 Euro pro Monat und Lehrkraft möglich ist, wird ebenfalls im Leitfaden des BfB erläutert.

              Vielleicht auch ein Leitfaden für Verantwortliche bei Beschaffungen im Hochschul- und Ausbildungsbereichs?
               

              In ihrem neunten Bericht legt die Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung neue Daten und Analysen zum gesamten deutschen Bildungssystem vor, von der Kita bis zur Weiterbildung. Schwerpunktthema 2022 ist das Bildungspersonal.

              Auf Grundlage von Daten zu Bildungsinstitutionen, Bildungsteilnehmer:innen und weiteren Kontextinformationen liefert der Band eine Standortbestimmung zu Bildungsvoraussetzungen, Bildungswegen und Bildungsergebnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dieser Gesamtblick auf alle Bildungsbereiche, von der Frühen Bildung bis zur Weiterbildung, ist durch seine kontinuierliche, datengestützte Beobachtung und Analyse ein wertvolles Informationstool für Bildungspolitik, Bildungsverwaltung und -praxis sowie für Wissenschaft und Öffentlichkeit.

              Der Bericht wurde unter Federführung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation von einer Gruppe erstellt, deren Mitglieder unterschiedliche wissenschaftliche Einrichtungen und statistische Ämter vertreten: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen (DIE), Deutsches Jugendinstitut (DJI), Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), Soziologisches Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Destatis, StLÄ).

              Es gibt darüber hinaus noch eine 25-seitige Kompaktversion.
               

              • Lars Hoffmann, Pauline Schröter, Alexander Groß, Svenja Mareike Schmid-Kühn, Petra Stanat (Hg.): Das unvergleichliche Abitur. Entwicklungen – Herausforderungen – Empirische Analysen

              Empirische Befunde rund um das Abitur: Abiturprüfungen unter der wissenschaftlichen Lupe

              Nur wenige Bildungsthemen werden öffentlich so rege und intensiv diskutiert wie das Abitur. Der Band richtet einen wissenschaftlichen Blick auf diesen Diskurs und liefert einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung und Versachlichung der Debatte. Der erste Teil des Bandes informiert über die historischen und aktuellen Entwicklungen beim Abitur und gibt einen transparenten Überblick zu den strukturellen Rahmenbedingungen der Abiturprüfungen in den einzelnen Bundesländern. Ergänzt wird dies um eine internationale Perspektive durch die Darstellung der Prüfungspraxis ausgewählter anderer Staaten. Im zweiten Teil des Bandes werden die Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte zum Abitur vorgestellt, bei denen unterschiedliche Forschungszugänge zum Tragen kommen. Eine abschließende Reflexion zu den Herausforderungen, die gegenwärtig im Hinblick auf die Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs bestehen, runden den Band ab.

              Bildungsforscher*innen, Akteur*innen aus Bildungspolitik, Bildungsadministration und Bildungspraxis sowie allen Abitur-Interessierten liefert der Band fundierte Hintergrundinformationen zur Allgemeinen Hochschulreife in Deutschland.
               

              Die Analyse von Unterrichtsvideos ist zu einer erfolgreich und vielfältig genutzten Methode in der Lehrkräftebildung geworden. Sie vermag wie keine andere Methode die Unterrichtspraxis in ihrer Authentizität zu veranschaulichen und zugleich in ihrer Komplexität zu untersuchen. Dazu sind in den letzten Jahren innovative Videoportale mit Lehrkonzepten und über 1800 aussagekräftigen Unterrichtsvideos entstanden, die das Spektrum an Schulformen, Fächern und Unterrichts(qualitäts)dimensionen abdecken. Deren Nutzung, Evaluation und Einsatz in Lehrveranstaltungen werden im vorliegenden Sammelband vorgestellt, ebenso das Meta-Videoportal, über das die Unterrichtsvideos und Begleitmaterialien für alle Akteurinnen und Akteure der Lehrkräftebildung gesucht und genutzt werden können. Ein konzeptueller state-of-the-art Überblick und ein Review aktueller videobasierter Projekte zum Lehren und Forschen mit Videos in der Lehrkräftebildung vervollständigen den Sammelband.
               

              Die Wübben Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen in sozialräumlich und mit Elternhäusern in ökonomisch schwierigen Lagen zu unterstützen und für ihre Belange einzutreten. Die Rahmenbedingungen für diese Schulen sind derzeit jedoch mangelhaft – ihre Arbeit ist es keinesfalls! Denn ihre Schülerinnen und Schüler starten von einem wesentlich geringeren Niveau als viele andere: Sie profitieren nicht von der Unterstützung ihrer Eltern, sollen aber die gleichen Bildungsziele erreichen wie die anderen. Die Verteilung der Ressourcen spiegelt die besonderen Herausforderungen an den Schulen nicht angemessen wider.
              In 2021 kam der Impuls aus den PerspektivSchulen auf, sich über die Fortführung des Programms Gedanken zu machen. Es gibt unter den Schulleitungen eine sehr hohe Zufriedenheit. Denn erstmals gab und gibt es erhebliche finanzielle Mittel und ein auf ihre Bedarfe und Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung. Die Zufriedenheit auf der einen Seite führte auf der anderen Seite zu der Frage, wie es mit dem befristeten Programm weitergehen
              kann. Die Schulleitungen wollten konstruktive Vorschläge entwickeln, was an ihren Schulen dauerhaft passieren müsste. Auch im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein gibt es Überlegungen, wie eine Verstetigung aussehen kann. Es hat sich ein Autorenteam gefunden, das Inhalte sortiert hat, sich einen Prozess überlegt hat und schließlich beraten, gewichtet und geschrieben hat. Herausgekommen sind Perspektiven
              für PerspektivSchulen und für viele weitere Schulen in herausfordernder Lage. (…) Die Wübben Stiftung durfte diesen Prozess begleiten und wir freuen uns nun, der interessierten Öffentlichkeit in Schleswig-Holstein die Ergebnisse vorstellen zu können.
               

              Schulleitungen prägen entscheidend die schulische Qualität – das zeigen zahlreiche Studien (z.B. Scheerens, 2012). Auch die Bildungspolitik und Bildungsverwaltung erkennen diese zentrale Rolle der Schulleitungen in der Gestaltung der Schule. (…) Zu den zentralen Motiven, die Position einer Schulleitung in Deutschland anzustreben, zählen laut Studien insbesondere folgende Möglichkeiten:

              a) die Schule gestalten zu können,

              b) die Aussicht auf mehr Autonomie und

              c) eine Verbesserung der eigenen beruflichen Stellung

              Dabei scheinen für die Berufswahl insbesondere intrinsische Motive – wie z.B. für das Wohl anderer zu sorgen und die Möglichkeit, autonom zu agieren – zentrale Triebfedern zu sein. Extrinsische Motive (z.B. Gehalt) nehmen eine
              eher untergeordnete Rolle ein. (…) Wenngleich im Amt der Schulleitung vielfältige Potentiale, die sich in den oben angedeuteten Karrieremotiven zeigen, gesehen werden, verweisen aktuelle Studien auf eine zunehmende Unzufriedenheit der Schulleitungen mit ihrer beruflichen Situation (FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, 2022; forsa Politik- und Sozialforschung GmbH, 2021).

              Aber was macht den Beruf der Schulleitung für viele Personen unattraktiv?

              Dieser Frage möchten wir in diesem Papier nachgehen und ausgewählte empirische Befunde zu den Gründen aus Sicht von Lehrkräften und Schulleitungen in Deutschland näher in den Blick nehmen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Befunde von Cramer und Kolleginnen und Kollegen (2021) gelegt. Das Papier schließt mit den sich daraus ergebenden möglichen Implikationen für die Praxis, Politik und Wissenschaft.

              In Ergänzung: Mit dem Wissen von heute würde ich nicht mehr Schulleiterin werden wollen (Blogbeitrag von Jan-Martin Wiarda)

               

              Podcast

              Kann die Bildungsforschung überhaupt Innovation ins System bringen?

              … mit Olaf Köller, interviewt von Jöran Muuß-Merholz. Mit Blick auf Vernetzung von Uni und Schule sind folgende Themen besonders hörenswert:

               Tipps aus der Edu®Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016-Szene

              Didaktik

              (Bildungs)Politik

              Medienbildung

              Englischsprachig

              ... und sonst

              Das wär's für heute

              Ah, noch nicht ganz …

              Hab’ da noch etwas: Lesetipps Sommerferien aus dem #Edutwitter

              Mit diesem Blogbeitrag wünsche ich Ihnen, liebe Blogleserinnen und -leser, liebe Bildungs- und Schulengagierten für die bevorstehende Sommer(ferien)zeit geeignete Ablenkung und ansonsten: Entspannung, Entspannung und noch einmal: Entspannung.

               

               

               Stay tuned 

               Titelbild: Gerd Altmann @pixabay

              Liege: Ulrike Mai @pixabay

               

              @Digitalisierung in Schule

              Kürzlich, ein Lehrkräfte(LiV)-Ausbilder in einem Webinar: „Es ist wichtig, dass die Bildungsforschung nicht nur Ergebnisse präsentiert, sondern sich auch um Praxisbeispiele kümmert.“ Ich habe kürzlich Deeper Learning von Prof.’in Sliwka und Jun.-Prof.’in Britta Klopsch mit genau dieser Intention vorgestellt. Heute geht es um ein Buch, das ebenfalls Theorie und Praxis miteinander verbindet. Letzteres hinterlegt als Online-Anhang. Dazu später mehr … 

              Und das sagen die Herausgeber*innen …[1]https://www.waxmann.com/?eID=texte&pdf=4469Einleitung.pdf&typ=zusatztext

              Spätestens mit dem gesellschaftlichen Wandel zur postmodernen arbeitsteiligen Wissensgesellschaft und mit der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung digitaler Formate ist Digitalisierung aus dem individuellen, organisationalen und gesellschaftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. (…) Dies führt aus Perspektive des Systems Schule u. a. zu den folgenden Fragen: Wie lässt sich das Phänomen Digitalisierung (begrifflich) fassen und weiter ausdifferenzieren? Wie bedingen sich schulische und (gesamt-)gesellschaftliche Digitalisierungsprozesse? Und wie reagiert erziehungswissenschaftliche Forschung auf Chancen und Herausforderungen schulischer Digitalisierung?

              (…)

              (Die Beiträge sollen) exemplarische Aspekte der wesentlichen Dimensionen digitalisierungsbezogener Schulentwicklung thematisieren (Organisations-, Unterrichts-, Kooperations-, Technologie- und Personalentwicklung), punktuell einen Einblick in die Vielzahl der Digitalisierungen (Prozesse, Effekte) auf verschiedenen schulgestalterischen Ebenen bieten und das Zusammenspiel der verschiedenen Digitalisierungen zwischen Generalisierung und Präzisierung einerseits sowie in ihrem gesellschaftlichen Kontext andererseits zeigen.

              (…)

              Neben wissenschaftlichen Beiträgen zu den theoretischen und empirischen Grundlagen von Digitalisierungen kommentieren daher Fokusbeiträge (verfasst von Expert*innen anderer Fachdisziplinen sowie von aktiven Lehrkräften) Digitalisierungen in Schulen auch aus praxisnaher Perspektive. Ergänzt wird der Band um einen Online-Anhang mit digitalem Praxismaterial, auf das in einzelnen Beiträgen verwiesen wird. Ein entsprechender Hinweis auf den Link zum Anhang (https://www.waxmann.com/buch4469) findet sich jeweils oberhalb der betreffenden Beiträge. Darüber hinaus bieten Hinweise auf weiterführende Beiträge im Band am Ende jedes Artikels Orientierung

              (…)

              Versteht man Digitalisierung im Sinne einer vierten gesamtgesellschaftlichen Revolution, so liegen nachhaltige schulische Digitalisierungsprozesse nicht nur in der Verantwortung singulärer Akteur*innen. Wir hoffen, dass die Beiträge dieses Bandes in ihrer Verortung zwischen Systematisierung und Partikularisierung einerseits und zwischen schulbezogenen Digitalisierungen und gesellschaftsbezogenen Digitalisierungen andererseits exemplarische Einblicke in diesbezüglich genutzte wie ungenutzte Potenziale geben können. Zugleich zeigt sich mit Blick auf aktuelle technologische (Weiter-)Entwicklungen, wie schwierig es für schulische Digitalisierungen ist, mit der Akzeleration gesellschaftlicher Digitalisierungen Schritt zu halten, etwa hinsichtlich der Folgen und Implikationen des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI). Somit gilt es nicht nur, den erziehungswissenschaftlichen Fachdiskurs diesbezüglich voranzutreiben und die Innovationspotenziale, die den einzelnen Digitalisierungsphänomenen inhärent sind, produktiv zu nutzen, sondern auch Bildungsinstitutionen auf zukünftige, noch nicht vorhersehbare technologische Entwicklungen vorzubereiten.

              … verbunden mit der folgenden Übersicht über die verlinkten digitalen Angebote:

               

              • R. Fehrmann: Digitale Kompetenz für das Leben in einer digitalisierten Welt – Eine begriffstheoretische Fundierung und multidimensionale Konzeptualisierung, konkretisiert an der unterrichtspraktischen Produktion von Erklärvideos.
                • – Leitfaden für die Erstellung von Erklärvideos
                • – Handreichungen und Checklisten verschiedener Anbieter für die Videoproduktion
              • L. Furmanek: Schulisches Lernen mit digitalen Pinnwänden Zeitgemäße Bildung zur Förderung digitaler Kompetenz.
                • – Digitale Pinnwände: Padlet, Taskcards, Trello
              • D. May, S. Grosser & R. Fehrmann: Coding und Robotik als Elemente einer zukunftsorientierten digitalen BildungWie der Einsatz von Lernrobotern im Unterricht dazu beitragen kann, ein Verständnis für die Funktionsweise und ein Bewusstsein für die Wirkung von Algorithmen anzuregen.
                • – Einführungsvideo zur Nutzung des Lernroboters Ozobot
                • – Einführungs-E-Book zur Ozobot-Nutzung
                • – Unterrichtsmaterial der Universität Münster
                • – Beispiel-Video zum Thema „Märchen”
                • – Handreichungen zum Themengebiet „Making / Maker Education”
              • T. Lindström & U. Schweckendiek: Schulentwicklung und Unterrichtspraxis unter Bedingungen des digitalen Wandels.
                • – Handreichung „Medienkonzeptionelle Arbeit an Schulen
              • F. Seever & P. Schacher: Potenziale zum Erwerb von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen durch den Einsatz digitaler Medien im Geschichtsunterricht.
                • – Digitale Sammlung der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek
                • – Digitale Sammlung des Münchener Digitalisierungszentrums
                • – Segu Geschichte – Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht
                • – Etherpad / ZumPad
                • – WDR History App
                • – @eva.stories Instagram-Kanal
              • Janßen: Digitalisierung nutzen Grundlagen zur schulischen Förderung des Gründergeists.
                • – Konzeptpapier „Anregungen zur unterrichtlichen Nutzung des Business Models Canvas unter Einbezug digitaler Tools”.

              So viel aus Sicht der Herausgeber*innen. Eigentlich verbietet sich ein Hervorheben der Beiträge. Gleichwohl lässt sich anhand der eigenen Perspektive überprüfen, ob tatsächlich Theorie und Praxis in geeignetem Maße abgebildet wurde. Was also hat mich selbst interessiert und angesprochen?

              • Die Theorie „Computional Thinking als Methodik des Problemlösens“ mit der Praxis „…konkreter Lernsetting mithilfe von Lernrobortern“
              • Die Theorie „Schulentwicklung und Unterrichtspraxis unter Bedingungen des digitalen Wandels“ mit den Praxisschwerpunkten „Kerngeschäft: Unterrichtsentwicklung“ und „Eine gemeinsame Aufgabe! Kooperationsentwicklung”
              • Die Theorie „Die Rolle der Schule für medienbezogene Sozialisations- und Bildungsprozesse der heranwachsenden Generation in Zeiten des digitalen Wandels“ mit den Ausführungen zur „Schule als Sozialinstanz im digitalen Wandel“ und „Medienbildung und Medienerziehung aus medienpädagogischer Perspektive“
              • Die Theorie „Schulisches Lernen mit digitalen Pinnwänden“ mit den Zielperspektiven
                • – Vermittlung von Fertigkeiten im Umgang mit digitalen Medien
                • – Nutzung digitaler Medien zur Verbesserung des fachlichen Lernens
                • – Entwicklung und Umsetzung neuer Formen des Unterrichtens mit digitalen Medien sowie
                • – Förderung des Medienkompetenzerwerbs und des Erwerbs ,digitaler’ Kompetenz als fächerübergreifende Querschnittsaufgabe.
              • Die Theorie „Schulleitungsfortbildung in einer digital durchdrungenen Gesellschaft“ mit dem „explorativen Blick auf Angebote und Inhalte“

              dargestellt und verbunden zu sehen.

                Zum letzten Spiegelpunkt habe ich übrigens kürzlich einen Tweet ergänzt:

                Wer sich für Schul- und Unterrichtsentwicklung interessiert, wird in diesem Buch eine Vielzahl von Anregungen finden, nicht zuletzt auch durch den oben vorgestellten Online-Anhang. Darüber hinaus gefällt mir, dass die Autor*innen neben einer umfangreichen Literaturliste auf vertiefende Beiträge innerhalb dieser Publikation verwiesen haben. Auch, weil es für noch mehr Unterfütterung der Theorieansätze mit Praxisbeispielen und hier und da für einen Perspektivwechsel sorgt …

                … Stay tuned …

                Deeper Learning – Eine Buchvorstellung

                Ich habe Deeper Learning auf der #KonfBD19 kennengelernt und auf schule digital vorgestellt. Nun hat die seinerzeitige Referentin Prof.’in Anne Sliwka mit ihrer Koautorin Jun.-Prof.’in Britta Klopsch nachgelegt und ein Buch veröffentlicht.

                Zunächst eine kurze Einordnung: Deeper Learning beschreibt eine Pädagogik, in der Lernende sich tief greifend mit Wissen auseinandersetzen und selbst Wissen generieren, indem sie es sowohl über instruktiv gesteuerte Prozesse der Aneignung als auch über selbstregulierte Prozesse der Ko-Konstruktion und Ko-Kreation verarbeiten. Nach einer Definition der Hewlett Foundation (2013) ist ein Deeper Learning immer dann gegeben, wenn die folgenden sechs Kriterien erfüllt sind[1]https://hewlett.org/wp-content/uploads/2016/08/Deeper_Learning_Defined__April_2013.pdf:

                1. Aneignung anspruchsvoller fachlicher Inhalte
                2. Entwicklung von Fähigkeiten zum kritischen Denken und Problemlösen
                3. Entwicklung der Fähigkeit zum kooperativen Arbeiten
                4. Einübung wirksamer Formen der mündlichen und schriftlichen Kommunikation
                5. Aneignung von Lernstrategien
                6. Entwicklung einer wissenschaftsorientierten Haltung

                Deeper Learning kann als eine „4K Skill-Implementierung” aufgefasst werden, einer Aneignung von Wissen einerseits und der vier Kompetenzen Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität andererseits. Das vielversprechende Unterrichtsmodell versteht sich als Prozess von Instruktion, Ko- Konstruktion und Präsentation.

                Buchvorstellung

                Der Beltz-Verlag stellt das Buch so vor:

                Deeper Learning beschreibt eine innovative Pädagogik, durch die Schülerinnen und Schüler im Kontext der Digitalisierung von passiven Wissensempfängern zu aktiven Gestaltern ihres Lernens werden. Das Buch erklärt die lerntheoretischen Hintergründe des Deeper Learning durch anschauliche Texte, Grafiken und Beispiele. Ein für den deutschen Kulturraum entwickeltes Modell von Deeper Learning knüpft an die bestehende Schulpraxis an und denkt diese konsequent mit den Möglichkeiten und Chancen des 21. Jahrhunderts weiter: Nach einer ersten Phase der Wissensaneignung auf unterschiedlichen Kanälen arbeiten Schülerinnen und Schüler in einer zweiten Phase ko-konstruktiv und ko-kreativ, um dann in der dritten Phase authentische Leistungen zu zeigen, die nicht nur im Klassenzimmer sichtbar werden, sondern darüber hinaus die Lebenswelt mitgestalten. So entwickeln die Lernenden nicht nur Agency, sondern auch die 21st Century Skills Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität.

                Die beiden Autorinnen führen theoretisch, praktisch und vor allem evidenzbasiert in das im nordamerikanischen Sprachraum etablierte Lehr- Lernkonzept ein. So berichten sie über erste empirische Befunde zu Deeper Learning, die auf positive Effekte bezüglich folgender Kompetenzen hinweisen:

                • kognitive Kompetenzen, wie das Beherrschen von akademischem Wissen und komplexen Problemlosestrategien
                • interpersonelle Kompetenzen, wie die Fähigkeit zu kooperieren und zu kommunizieren
                • intrapersonelle Kompetenzen in den Bereichen akademisches Selbstkonzept, Lernmotivation, Durchhaltevermögen und Lernstrategien

                Was das Buch darüber hinaus auszeichnet, ist die Einordnung von Deeper Learning als Blaupause von gutem Unterricht. Vor allem die Hinweise und Tipps zur kognitiven Aktivierung bereiten den Boden für eine ins Auge gefasste Implementierung des Modells. Die beiden Autorinnen empfehlen u. a.:

                Zweierlei kann den Einstieg ins Deeper Learning dabei deutlich erleichtern. Zunächst sollten Lehrkräfte dazu bereit sein, zusammenzuarbeiten, um sich gemeinsam der Aufgabe zu stellen, anspruchsvolle Lernprozesse, deren Ausgang nicht bis ins letzte Detail geplant werden kann, zu ermöglichen. Die gemeinsame Arbeit kann dazu führen, schon in der Vorbereitung kreativ Ideen zu entwickeln, auf die einzelne Lehrkräfte allein gar nicht gekommen wären. Dieser Prozess lässt zu, dass unterschiedliche Lehrkräfte ihre persönlichen Stärken und Interessen in einen gemeinsamen Gestaltungsprozess einbringen. Es gilt dabei, die Schülerinnen und Schüler und ihre Interessen, Bedürfnisse und Potenziale in den Blick zu nehmen. Wie kann ein Lernen gelingen, bei dem sie engagiert sind, eigene Zugänge zum Wissen der Welt entdecken und das Potenzial, das in ihnen steckt, ausschöpfen?

                und warten mit umfangreichen Tipps und Praxisbeispielen zu:

                • Mathematik Klasse 10: »Exponentialfunktionen«
                • Englisch Klasse 8: »Australien«
                • MINT-Fächer Klasse 9: »Klimawandel«
                • Gesellschaftswissenschaften, Sprachen, Mathematik Klasse 11: »Soziale Ungleichheit – sozialer Zusammenhalt«

                auf. Die Roadmap im Abschlusskapitel sorgt für Orientierung und eine gelungene Übersicht für interessierte Schul- und Unterrichtsentwickler*innen einer Schule. Fortbilder*innen erhalten eine sehr gute Unterstützung, ihre Veranstaltungen um vielfältige Einblicke in das Modell zu bereichern.

                Eine klare Leseempfehlung für diejenigen Pädagog*innen, die einen innovativen Unterrichtsansatz näher kennenlernen wollen und darüber hinaus eine Anleitung für erste Schritte einer konkreten Umsetzung erhalten.

                Stay tuned