Buch- und Lesetipps (4. Quartal 2022)

Bevor sich mein Blog aus dem Jahr 2022 verabschiedet, noch einiges Lesefutter. Denn auch in diesem letzten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule/Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

  • Lehrkräfte,
  • Schulleitung,
  • Hochschullehrende und last but not least:
  • Bildungspolitiker*innen.

 

 

Schule in der digitalen Welt: Unterricht

Rechtzeitig zum Schuljahr 2022/2023 ist ein Praxishandbuch zur basalen Leseförderung im Schulalltag erschienen: LESE.REISE. Die dargestellten Konzepte können ohne großen Aufwand und unkompliziert im Schulalltag Anwendung finden. Die Autor*innen, die ausnahmslos Lehrpersonen sind, haben die Inhalte selbst getestet und werben mit dem Anspruch der Praxistauglichkeit. Es sei ein wichtiges Arbeitsmittel für den täglichen Unterricht.

Der Neckar-Verlag bietet die Handreichung zum kostenfreien Download (PDF) an. Die Autor*innen stehen auch für Fortbildungsangebote zur Verfügung. Interessierte sollen die Autor*innen direkt kontaktieren.

 

Blogbeitrag über eine ausführliche Beta-Testung, inkl. Download-Link und Tipps aus der Erprobungsphase.

Die ISB-Handreichung “Film in der Schule” bietet als erweiterte Online-Fassung zahlreiche Tipps, Hintergrundwissen und Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Fächern.
Die Handreichung gibt viele Anregungen für Lehrkräfte, die zum ersten Mal ein praktisches Filmprojekt angehen oder das Medium Film intensiv rezipieren und untersuchen wollen. Ebenso bietet sie Tipps und Tricks für Fortgeschrittene, die mit dem Medium im Unterricht schon versiert umzugehen wissen. Gegliedert ist die Handreichung in vier wesentliche Teile:
Nach einer didaktischen Einführung folgen Kapitel zum “Filmwissen kompakt” und ein Reigen illustrer und schulrelevanter “Filmgenres” mit Beispielen aus der Schulpraxis – beispielsweise vom Spielfilm zum Musikvideo und vom Animationsfllm zum Werbespot. Den Abschluss bilden die im Unterricht so wertvollen “Möglichkeit der Reflexion” mit Themen wie “Filme analysieren”,  “Über Filme sprechen” und “Filme bewerten”.

 

Digitale Spiele haben ein hohes lernförderliches Potential. Inwiefern diese auch im Unterricht einsetzbar sind, hat die Landeszentrale 2021 im Rahmen der Fortbildung „Geschichte spielen?“ diskutiert, dabei unterschiedliche Anforderungen an den Einsatz von Games je nach Schulart und Leistungsvermögen beleuchtete sowie auch einige Spiele näher untersucht, die sich zum Einsatz im Unterricht eignen. Ergebnisse der Fortbildung sind in der vorliegenden Handreichung, die hier zum Download zur Verfügung steht, nachzulesen.

Die Entwicklung argumentativer Fähigkeiten ist ein zentrales Ziel des Ethik- und Philosophieunterrichts, ja überhaupt ein zentrales Bildungsziel. Wie aber kann das gelingen? In vielen verfügbaren Unterrichtsmaterialien werden argumentative Fähigkeiten eher vorausgesetzt als systematisch gefördert. Auch curriculare Vorgaben bleiben zumeist sehr unspezifisch. Lehrpersonen werden so weitgehend allein gelassen mit der Aufgabe, Lernende beim Erwerb argumentativer Fähigkeiten zu fördern.

Die vorliegende Aufgabensammlung soll dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Sie bietet Lehrpersonen reichhaltige Materialien für die spiralcurricular angelegte, systematische Förderung argumentativer Fähigkeit anhand exemplarischer Inhalte. Orientiert an klaren fachlichen Standards finden sich hier Aufgaben auf vier Niveaustufen, jeweils in Verbindung mit übersichtlichen Merkblättern. Die Aufgaben der beiden unteren Niveaustufen lassen sich bereits für jüngere Lernende der Sekundarstufe einsetzen, Aufgaben der obersten Niveaustufe richten sich an Lernende von Abschlussklassen oder der Studieneingangsphase. Für die Hand der Lehrpersonen werden die Aufgaben und Merkblätter durch fachliche und didaktische Kommentare sowie Lösungshinweise ergänzt.

 

An Erinnerungsorten in der Musik kulminiert ein Ausschnitt von Musikgeschichte in einem Moment der Gegenwart und verweist als bedeutsames Zeichen in die Zukunft. Die Bedeutung manifestiert sich darin, dass die Orte eine identitätsstiftende Funktion für bestimmte Gemeinschaften haben, die so unterschiedlich sind wie die Orte selbst. Denn nicht nur reale oder begehbare, sondern auch imaginierte und metaphorische Orte dienen dem gemeinsamen, gegenwärtigen Erinnern an Musikgeschichte. Auf der Basis einer gründlichen Bestandsaufnahme zum Begriff des Erinnerungsortes widmet sich die Autorin mit historiographischer Genauigkeit und aufschlussreichen kulturgeschichtlichen Bezügen fünf höchst unterschiedlichen Erinnerungsorten in der Musik: Beethovens neunter Symphonie, der Rock and Roll Hall of Fame, Mozart und Graz, dem Genre HipHop, der Philharmonie und dem Jüdischen Museum in Berlin. Untersucht werden die Mechanismen ihrer Konstruktion, Beständigkeit und Beweglichkeit, die abhängig sind von individueller Erinnerung sowie institutionellen und gesellschaftspolitischen Kontexten. Inwiefern Musik, um nicht in Vergessenheit zu geraten, der medialen Verankerung und materiellen Verortung bedarf, wird in diesem Buch erkenntnisreich dargestellt.

 

Wie funktioniert unser komplexes Immunsystem und was passiert in unserem Körper, wenn wir krank werden? Unterschiedlichste Moleküle und Zellen bilden zusammen unser Immunsystem und interagieren in komplexen Abläufen miteinander. Diese faszinierenden, aber auch komplizierten Vorgänge in unserem Körper werden in diesem Buch ansprechend und verständlich erklärt. Dies wird ergänzt durch Informationen zu Impfungen und verschiedensten Immunerkrankungen, wie z.B. Allergien und Autoimmunkrankheiten.

Die erste deutschsprachige Auflage wurde mit Hilfe der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) gedruckt und soll der breiten Bevölkerung, egal ob Groß oder Klein, sowie betroffenen Patienten als Informationsquelle dienen. „Das faszinierende Immunsystem“ bietet sich natürlich auch für den Unterricht in Schulen an.

 

Macher, Mutige, Motivierer. Lernen Sie Menschen kennen, die mit ihrem Pioniergeist und Engagement die Bildungslandschaft bereichern.
„Ich habe es nie bereut.“ Wie es ist, als Erste in der Familie zu studieren, erzählt Anja Beck beim Rundgang durch das Forschungszentrum Cern.
Pioniergezwitscher. Lehrerin Ines Bieler nutzt soziale Medien zur Inspiration und Diskussion. Denkanstöße aus dem Twitter-Lehrerzimmer.
Kreativraum der Bildung. Wir schauen uns in der deutschen EdTech-Szene um, wo Gründer noch mit dem etablierten Schulsystem hadern.
Lerne lieber ungewöhnlich. Ist das der Unterricht der Zukunft? Besuch an zwei Schulen, die heute schon vieles anders machen und damit die Wissensvermittlung auf den Kopf stellen.

 

ePaper online lesbar, aber NICHT als PDF downloadbar

Inhaltlich beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe sowohl mit analogen als auch digitalen Medien und deren lernförderlichem Potential im technikbezogenen Unterricht. Einmal mehr wird dabei deutliche, dass eine Unterscheidung in eine digitale und nicht-digitale Sphäre hinfällig werden. Wichtig ist dabei nur, dass bei Schülerinnen und Schüler das Interesse an der Technik geweckt wird und Lernprozesse initiiert werden können

 

Das Lernen auf digitalem Wege entwickelt sich rasant weiter. Daher werden in den Linkempfehlungen zum Heft 6/2022 “Lernen im Netz” aus verschiedenen Bereichen und Aktionsfeldern aktuelle Projekte und praktische Leitfäden vorgestellt. Die Linkempfehlungen starten mit Hinweisen auf theoretische und konzeptionelle Erörterungen. Außerdem wruden Digitalisierung in der Grundbildung und ein Projekt zur digitalen Hochschullehre in Hessen ausgewählt um aktuelle Entwicklungen in zwei Bildungsbereichen vorzustellen. Zudem wird noch eine Sondernutzungsform des Digitalen in der historischen Bildungsforschung präsentiert bei der Methoden, Arbeitstechniken und Tools der Digital Humanities reflektiert werden und zeitgeschichtliches Forschen, Sammeln und Lernen im virtuellen Raum am Beispiel einer digitalen Erinnerungslandkarte erprobt wird.

 

Die SPLINT App wurde aus der Praxis entwickelt und hält sowohl Beobachtungs- als auch Formulierungshilfen für dich als Pädagog:in bereit. Durch SPLINT ist es möglich geworden, innerhalb kürzester Zeit individuelle Förderpläne für deine Schüler:innen zu erstellen. Zusammen mit deinen Kolleg:innen kannst du die Diagnostik der einzelnen Schüler:innen in die SPLINT App eingeben und eine Förderplanung für sie gestalten. Unsere Maßnahmenbibliothek liefert dir Impulse und Fördermaßnahmen Beispiele, wie du eine:n Schüler:in gezielt im Unterricht erreichen kannst. Die App unterliegt den strengen Richtlinien der Datenschutzgrundverordnung.

 

 

Schule in der digitalen Welt: Studien

Der Berichtsband zum IQB-Bildungstrend 2021 ist beim Waxmann-Verlag unter dem Titel „IQB-Bildungstrend 2021. Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik am Ende der 4. Jahrgangsstufe im dritten Ländervergleich“ erschienen. Die elektronische Fassung des Berichts, eine Zusammenfassung der zentralen Befunde (Pressemappe, Video),  die Präsentationsfolien aus der Pressekonferenz sowie Zusatzmaterialien zum Berichtsband (Online-Supplement) sind im o. g. Link abrufbar.

 

Schülerinnen und Schüler nach ihrem individuellen Potenzial zu fördern, stellt eine zentrale Aufgabe des Bildungssystems dar. Die Notwendigkeit, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler bei der Förderung zu berücksichtigen, rückte dabei in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus. Damit stellt sich für Lehrkräfte wie auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Frage, wie diese Förderung bestmöglich gelingen kann und welche Schwierigkeiten dabei aktuell zu bewältigen sind.

Unser Themenheft steht zum kostenlosen Download zur Verfügung. Im Zusatzmaterial finden sich außerdem Erläuterungen zur Methodik unserer Forschung.

 

Lehrkräfte in Europa sind sich einig: Die Schulen sind dafür verantwortlich, die Kompetenzen für die Zukunft – die sogenannten „21st Century Skills“ – der Schüler:innen zu fördern, zu denen u.a. digitale Kompetenzen gehören. Eine IPSOS-Befragung von 3.082 Lehrer:innen in elf europäischen Ländern im Auftrag der Vodafone Group Foundation verdeutlicht, dass Schulen im europäischen Ländervergleich jedoch sehr unterschiedlich darauf vorbereitet sind, eine Kultur der Digitalität im Klassenzimmer zu gestalten. In etlichen Bereichen der digitalen Bildung gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. Beispielsweise schätzen Lehrkräfte aus Griechenland, Spanien und Portugal ihre digitalen Lehrkompetenzen deutlich höher ein als deutsche Lehrkräfte, die im europäischen Vergleich auf den hinteren Plätzen liegen.

Die Erhebung wurde vom Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Vodafone Group Foundation durchgeführt. Die Umfrage fand in 11 Ländern statt: Albanien, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Italien, Niederlande, Portugal, Rumänien, Spanien und der Türkei. Die Erhebung wurde vom 04. Mai -16. Juni 2022 durchgeführt. Es wurden 3.082 Lehrkräfte der Grundschule, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II telefonisch, in persönlichen Gesprächen oder online befragt. In Deutschland wurden 317 Lehrkräfte in persönlichen Gesprächen befragt.

 

Das Lehren und Lernen mit digitalen Medien gewinnt stetig an Bedeutung. Welche Chancen eröffnet es und welche Herausforderungen sind damit verbunden – für die Gestaltung von Unterricht sowie von Lerninhalten und Lernmethoden, aber auch für die mit Bildung befasste Politik und Verwaltung? Hierzu bietet der nun im Waxmann Verlag erschienene Reviewband „Bildung im digitalen Wandel – Lehren und Lernen mit digitalen Medien“ einen strukturierten Überblick über den Forschungsstand.

Insbesondere seit dem „PISA-Schock“ nach der ersten PISA-Veröffentlichung im Jahr 2001 hat die Forschung umfassende Einzelbefunde zu sozialer Ungleichheit, vor allem in der schulischen Bildung, vorgelegt. Soziale Ungleichheiten des Bildungserwerbs wurden dabei in allen Bildungsbereichen, von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter, aufgezeigt.

Diese Studie systematisiert erstmals das über knapp 20 Jahre hinweg gewachsene Forschungswissen zu den Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit des Bildungserwerbs im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz). Die erstellte Forschungssynthese umfasst Befunde zu sozialer Ungleichheit in den Bereichen der vorschulischen Bildung, schulischen Bildung, beruflichen Bildung und Hochschulbildung sowie den Aspekten der Kompetenzen, der Bildungsbeteiligung und der Bildungsabschlüsse. Die Studie gibt einen Überblick über das vorhandene Forschungswissen und zeigt Forschungslücken auf. Zudem wird die verfügbare Evidenz aus Einzelstudien synthetisiert, um so verlässlichere Aussagen zum Bestehen sozialer Herkunftseffekte treffen zu können. Der Band stellt damit eine umfassende Vermessung der Forschungslandschaft dar.

 

In der Coronapandemie haben Kinder und Jugendliche starke Einschränkungen hinnehmen müssen. Vor allem die Schulschließungen und der eingeschränkte Kontakt zu Freunden haben viele junge Menschen belastet. 2021 hatten sie sich selbst Lernrückstände attestiert, hatten aber auch den Eindruck, sich in der Selbstorganisation verbessert zu haben. Wie heute der Unterricht aussieht und ob sich die Lernlücken geschlossen haben, hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Telekom-Stiftung untersucht.

 

Für die Sonderauswertung zum Stand des Wortschatzes und des Leseverhaltens von Viertklässler:innen in Deutschland wurden Daten von 4.611 Viertklässler:innen aus 252 Schulen in Deutschland ausgewertet. Der Wortschatz umfasst Wörter des grundlegenden und des erweiterten Wortschatzes von Grundschulkindern. Die Daten, die aus der nationalen Ergänzung der IGLU-Studie stammen, sind repräsentativ für Deutschland. 

Die Online-Tagung Hochschule digital.innovativ | #digiPH5 fand dieses Jahr bereits zum fünften Mal statt und Sie lesen gerade den dazugehörigen fünften Tagungsband. In all diesen Jahren haben sich zahlreiche Teilnehmende von verschiedenen tertiären Bildungseinrichtungen im Rahmen von Live-Online-Formaten über aktuelle Themen im Bereich der virtuellen Hochschuldidaktik ausgetauscht. Dabei wurde über die Landesgrenzen hinaus diskutiert und das gewonnene Wissen in Form eines Tagungsbands festgehalten.

Der Tagungsband ist in zwei Abschnitte geteilt. Der erste Abschnitt beinhaltet sechs Artikel, die sich dem Thema Lehre 2022 von wissenschaftlicher Seite nähern und Erkenntnisse, Studien und Konzepte vorstellen. Der zweite Teil des Tagungsbandes beinhaltet sieben Beiträge, die aus der Praxis berichten.

 

Schule in der digitalen Welt: Open Access

Dieses Buch behandelt das Thema “Wissenschaftliches Arbeiten” in fünf Buchteilen in modularer Form vom Allgemeinen zum Speziellen. Der erste Teil behandelt die Themen, die jeder Studierende und jeder angehende Wissenschaftler an einer Hochschule wissen muss. Im zweiten Teil wird eine generische Inhaltsstruktur für wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt. Im dritten Teil geht es um die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten wissenschaftlichen Arbeitens. Der vierte Teil zeigt, wie der Erstellungsprozess einer Abschlussarbeit als Projekt gemanaged werden kann. Der fünfte Teil gibt schließlich Hinweise und Tipps zur Präsentation der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit.

Gegenstand der Publikation ist das Verhältnis von Hochbegabung und sozialer Ungleichheit in der frühen Kindheit. Dabei wird der Fokus auf die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen gelegt. Zunächst wird der Begriff der Hochbegabung als hohe intellektuelle Begabung erschlossen, anschließend im Kontext von Inklusion die Bedeutung der Kindertageseinrichtungen für die Entwicklung hoher kognitiver Begabungen herausgestellt und schließlich mehrdimensional das Verhältnis von Hochbegabung und sozialer Ungleichheit betrachtet. Aus den Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Das Thema sonderpädagogische Diagnostik ist in Zeiten der Umsetzung von schulischer Inklusion und präventiver Förderung noch präsenter und wichtiger geworden. Pädagogische Handlungen, Fachpersonal und Ressourcen sind begrenzt und es stellt sich die Frage wer wann Hilfe benötigt und welche Unterstützung auch wirksam ist. Ebenso besteht die Gefahr, dass eine für sich alleinstehende Diagnostik zum Selbstzweck, aber insbesondere auch unpassende Interventionen mehr schaden als nutzen. Es steht daher immer auch die Frage im Raum, warum, wann und welcher Form der Diagnostik es bedarf und wie konkret diese Diagnostik mit nachfolgenden Interventionen in und außerhalb der Schule verbunden ist. Diese Fragen versucht das Buch zu beantworten, indem durch eine breit aufgestellte Autor*innenschaft vielfältiger Ausrichtung unterschiedliche Ansichten über verschiedene sonderpädagogische Schwerpunkte geboten werden. Da man selbst als Autor meist nur einen eingegrenzten Blick und damit einhergehend spezifische Handlungsweisen vertreten kann, haben wir ein Werk mit verschiedenen Beiträgen herausgegeben, um möglichst viele diverse Sichtweisen zum Thema sonderpädagogische Diagnostik zu präsentieren. Wir haben möglichst viele Expert*innen gebeten, uns Beiträge zu schicken und uns nicht auf eine sonderpädagogische Fachrichtung oder ein spezifisches Thema der Diagnostik beschränkt. Wir sehen das Buch nicht als Einführungswerk, sondern als Fundgrube für die verschiedenen Ansätze der Diagnostik an. Diese unterschiedlichen Texte bieten Anlässe für eine gemeinsame Auseinandersetzung und Diskussion in der Lehre.

Die Beiträge in diesem Band versuchen, fachliches Wissen und geschichtsdidaktische Anwendungsrefexionen miteinander in Verbindung zu bringen. Dazu wird das im ersten Band dieser Reihe verfolgte Konzept der Verbindung von Aufsatz und Kommentar erneut aufgegriffen. Die Beiträge entstanden im Rahmen eines Kolloquiums, welches die Abteilung für Geschichtsdidaktik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Wintersemester 2020/21 durchführte. Angesichts der seinerzeit mit der Coronapandemie einhergehenden Einschränkungen fand das Kolloquium digital statt.

 

 Welche Rolle spielt Digitalität für die Aushandlung der Frage, wie wir künftig zusammenleben wollen? Wie wirken sich Prozesse der Digitalisierung auf die Meinungsbildung, die Formung politischer Parteien, ihre Kommunikation mit den Wähler*innen, die diskursive Formierung von Themen, die Herstellung von Mehrheiten und deren Regulierung aus? Der vorliegende Band bietet eine konstruktive Perspektive auf die Herausforderungen einer zunehmend durch Digitalisierung geprägten Gesellschaft. Die Beiträge versammeln neben Diagnosen der gegenwärtigen Lage auch Konzepte und spekulative Zukunftsentwürfe, die das Anliegen einer gerechteren Gesellschaft verbindet.

Expert*innen aus Wissenschaft, Journalismus und Praxis skizzieren zentrale Ergebnisse der zweiten “Dießener Klausur Mensch|Maschine|Zukunft”, die im heutigen, vielfach von kulturkritischen und pessimistischen Perspektiven geprägten Diskurs über Digitalisierung einen Raum für konstruktive Entwürfe, Einwürfe und Provokationen macht.

 

Nur wenige Bildungsthemen werden öffentlich so rege und intensiv diskutiert wie das Abitur. Der Band richtet einen wissenschaftlichen Blick auf diesen Diskurs und liefert einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung und Versachlichung der Debatte. Der erste Teil des Bandes informiert über die historischen und aktuellen Entwicklungen beim Abitur und gibt einen transparenten Überblick zu den strukturellen Rahmenbedingungen der Abiturprüfungen in den einzelnen Bundesländern. Ergänzt wird dies um eine internationale Perspektive durch die Darstellung der Prüfungspraxis ausgewählter anderer Staaten. Im zweiten Teil des Bandes werden die Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte zum Abitur vorgestellt, bei denen unterschiedliche Forschungszugänge zum Tragen kommen. Eine abschließende Reflexion zu den Herausforderungen, die gegenwärtig im Hinblick auf die Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs bestehen, runden den Band ab.
Bildungsforscher*innen, Akteur*innen aus Bildungspolitik, Bildungsadministration und Bildungspraxis sowie allen Abitur-Interessierten liefert der Band fundierte Hintergrundinformationen zur Allgemeinen Hochschulreife in Deutschland.

Unter der Leitfrage “Wie lässt sich ökonomisches Denken fördern?” haben Wissenschaftler:innen und Studierende im Rahmen einer Ringvorlesung Zugänge zum ökonomischen Denken diskutiert. Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse dieser Diskussionen und ordnet sie in die aktuellen Debatten zur ökonomischen Bildung ein.

Aus der Verbindung von neuen Perspektiven mit theoretischen Analysen, empirischen Befunden und Praxisbeispielen entsteht ein facettenreicher Blick auf didaktische Elemente für ökonomische Bildung, in Schule, Hochschule und Weiterbildung. Die Autor:innen beleuchten u.a., welche Inhalte sich für die Förderung von ökonomischem Denken eignen und erläutern die Nutzung etablierter Themen und Inhalte der ökonomischen Bildung, von der Verbraucherbildung über die Entrepreneurship Education bis zur Wirtschaftsbürgerbildung.

Forscher:innen in wirtschafts- und bildungswissenschaftlichen Disziplinen sowie pädagogische Akteur:innen in Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung finden hier aktuelle Analysen und innovative Anregungen zur Förderung ökonomischen Denkens.

  • Markus Gabriel, Christoph Horn, Anna Katsman, Wilhelm Krull, Anna Luisa Lippold, Corine Pelluchon, Ingo Venzke: Auf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung – Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften

Welche Rolle können die Geisteswissenschaften bei der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft spielen? Von welchen Werten lassen wir uns im 21. Jahrhundert leiten? Wie können wir das Potenzial der Geisteswissenschaften in einer Zeit vielfältiger Krisen nutzen? Die Autor*innen stellen sich diesen grundlegenden Fragen und verorten die Antworten in einem neuen Verständnis von Geisteswissenschaften, die ihr Denken und ihre Vorstellungskraft an Kriterien einer lebenswerten Zukunft ausrichten. Diese Geisteswissenschaften stellen sich in den Dienst allen Lebens auf unserem Planeten und sind dadurch in der Lage, neu formulierte, verbindliche Werte in die Gesellschaft hineinzutragen und der Zerstörung unserer Umwelt entschlossen entgegenzutreten.

Die digitale Transformation erschließt neue Dimensionen für die wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen. Dazu gehören digital unterstützte Konzepte und Formate sowie eine erweiterte zeitliche und räumliche Flexibilität.
In dem Sammelband wird die digitale Transformation der wissenschaftlichen Weiterbildung auf theoretischer, empirischer und praktischer Ebene betrachtet. Die Autor:innen thematisieren Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für die gesamte pädagogische Handlungskette und verschiedene Bereiche des Bildungsmanagements. Kernpunkte sind: transformative Forschung, Entwicklung und Evaluation digitaler Lerndesigns, Professionalisierung des Personals, digitale Lehrkompetenz, technisch-didaktisches Plattformdesign, Selbstlernangebote, Marketingmaßnahmen sowie Angebots- und Kursmanagement.
Der Sammelband bietet einen Überblick zum aktuellen Stand der digitalen Transformation in der wissenschaftlichen Weiterbildung. 

     

    Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

      Sie leiten eine Schule? Sie verstehen Schulentwicklung als zentrale Aufgabe? Dann lesen Sie dieses Buch. Holen Sie sich Rückenwind. Bauen Sie sich ein Leitungsteam, das die Schule auf Kurs bringt. Alle Lehrkräfte werden gebraucht. Wie lassen die sich gewinnen? Wie können Sie das Schiff Schule durch Meinungsstreit, Konflikte und Stress so steuern, dass alle dabei lernen? In fünf Schritten: Fangen Sie mit sich selbst an, erwerben Sie als Kapitänin bzw. Kapitän persönliche Meisterschaft. Fördern Sie die Crew, mit Teamlernen. Schärfen Sie Ihr Radarsystem für innere Blockaden, für die Macht mentaler Modelle, bremsende und beflügelnde. Blicken Sie auf Ihre Schule als Ganzes, wie eine Möwe aufs Schiff: Systemdenken. Klären Sie miteinander Ihre Vision: Wohin soll die Reise gehen? So wird Ihre Schule eine Lernende Organisation, mit Rückenwind. Der Weg dahin wird hier praxisnah beschrieben.

      Elternbeteiligung wirkt sich positiv auf den schulischen Erfolg von Schüler*innen aus. Das haben wir in unserer Forschungssynthese zur Elternbeteiligung im schulischen Kontext zeigen können. Wie können Lehrkräfte und Schulleitungen ideale Bedingungen für Elternbeteiligung schaffen? Wir haben Punkte zusammengestellt, die Sie konkret anstoßen können.

      Inwieweit sind Schulleitungen bereits auf der Agenda der aktuellen Bildungspolitik? Und welche Themen werden dabei adressiert? Diesen Fragen möchten wir in diesem Papier nachgehen. Dafür erscheint ein Blick in die aktuellen Koalitionsverträge der Bundesländer lohnenswert.

       

      Schule in der digitalen Welt: OER

      Das Ziel des ENARIS-Projekts ist es, Kindern dabei zu helfen, die Möglichkeiten, Grenzen und inneren Funktionsweisen von KI-Systeme verständlicher zu machen. Das Material ist für jedermann frei verfügbar und unter einer Creative Commons 4.0 By-Sa-Lizenz veröffentlicht. Das Material ist direkt für den Schuleinsatz konzipiert und deckt viele Bereiche der Digitalen Grundbildung ab.

       

      Schule in der digitalen Welt: Vermischtes

      Die vorliegende Ergebnisbroschüre fasst die Ergebnisse der 22 World Café-Tische des Zukunftsworkshops „Hochschulen in der digitalen Welt“ zusammen, soll einerseits zum weiteren Informationsaustausch beitragen und andererseits die Grundlage für den weiteren Dialogprozess bilden. Für den weiteren Austausch werden wir auf die detaillierten und umfangreichen Ergebnisse der Tische zurückgreifen, die in dieser Broschüre nur beispielhaft
      dargestellt werden können.

      Zu guter Letzt ...

       

      Auch wenn wir noch weit entfernt sind von einer >>normalen<< Zeit, sollten wir dennoch unseren Blick nach vorne richten. Der Digitalpakt wird weiterhin dafür sorgen, eine Weiterentwicklung der Schule mithilfe dieser Gelder zu ermöglichen. In dem o. g. Lesefutter steckt viel Motivierendes und Anspornendes.

      Ich wünsche uns auch im kommenden Jahr viele tolle Ideen und motivierende Beiträge. Dafür:

      Alles Gute für das Jahr 2023 und vor allem: Bleiben Sie gesund!

       Stay tuned 

       

      Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

      Jahreswechsel: Gert Altmann @pixabay

        Digitalpakt, Aufruf & viele Tipps

        Die einen (Schulen, Seminare) gehen in die Herbstferien, die anderen (Unis) nehmen den Betrieb auf. Während der Sommer(ferien)zeit hat meine Bookmarkliste wieder an Volumen gewonnen. Zeit zu scannen. Es sind erneut eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

        • Schulleitungen,
        • Lehrkräfte,
        • Fachseminare und deren Lehrkräfte in Vorbereitung (LiV)
        • Hochschullehrende und last but not least:
        • Bildungspolitiker*innen.

        Bei den Edutwitter(campus)tipps auf das blaue  Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016  klicken, um dem Tweet/Thread folgen zu können.

        Digitalpakt: Sinn und Zweck erfüllt?

        Zurzeit beschäftigen sich Bundesrechnungshof, Stiftungen und gemeinnützige Vereine mit der Umsetzung des Digitalpakts. Anfang des Jahres kam es zum ersten Aufschlag. Durch einen Bericht der Bundesbehörde (ich bin bereits hier darauf eingegangen). 

        Die von der Behörde u. a. geforderte Effizienz(über)prüfung übernehmen zurzeit gemeinnützige Vereine und Stiftungen. Man mag ihnen die Wahrnehmung von Eigeninteressen der mitfinanzierenden Mitglieder vorwerfen. Und doch sind die Studien zu begrüßen, sofern sie handwerklich „sauber gestrickt“ sind. Das scheint mir mit der folgenden Studie der Fall zu sein:

        Im Rahmen der Erhebung für den E-Government MONITOR 2022 wurden insgesamt 2.453 Eltern mit mindestens einem schulpflichtigen Kind im Haushalt zur Umsetzung von digitalem Unterricht an der Schule ihres Kindes online befragt. Befragte Eltern, die mehr als ein schulpflichtiges Kind im Haushalt hatten, wurden per Zufallsauswahl nur zu einem der Kinder befragt. Somit betreffen die Aussagen jedes befragten Elternteils nur je ein schulpflichtiges Kind. Durch eine gezielte Erhebung in den Bundesländern ist es erstmals möglich, den Stand der Umsetzung des DigitalPakt Schule aus Sicht der Eltern in allen 16 Bundesländern zu beschreiben und zu vergleichen.

        Lena-Sophie Müller (Geschäftsführerin Initiative D21) präsentierte kürzlich die Studie mit folgenden zusammenfassenden Tweets [1]https://twitter.com/initiatived21/status/1574618565692751872:

        • Auch drei Jahre nach Inkrafttreten des #DigitalPakt sehen Eltern in allen 16 Bundesländern Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Schulen.
        • Noch nicht einmal zwei Drittel der Eltern (62 Prozent) geben an, dass ihr Kind einen #Internetzugang an der #Schule hat. In einigen Bundesländern sogar nur knapp die Hälfte.
        • Im Unterricht kommen nach Angabe der Eltern vor allem Tablets (74 Prozent) & Smartphones (72 Prozent) zum Einsatz, gefolgt von Desktop-PCs (64 Prozent). Alle #Geräte mit Ausnahme der Smartboards werden überwiegend privat zur Verfügung gestellt.
        • In den Bundesländern gibt es teils deutliche Unterschiede. Beispielsweise beim auf häufigsten verwendeten Gerät: Tablets.
        • 84 % der Eltern nehmen eine oder mehr Hürden für die Umsetzung von digitalem Unterricht an der Schule ihres Kindes wahr – entsprechend hoch ist der Anteil, die der Schule attestieren, mit digitalen Unterrichtsmethoden überfordert zu sein (42 %).
        • Leistungsfähigkeit bei der Vermittlung von #Digitalkompetenzen schwach eingeschätzt Schüler*innen benötigen digitale Kompetenzen, um sich sicher in der digitalisierten Welt zu bewegen. 45 % der Eltern trauen der Schule ihres Kindes diese Aufgabe derzeit zu.

        Zunächst einmal ist es zu begrüßen, dass bei den Zielgruppen nachgefragt wird. Und doch erschließt sich mir nicht, warum die Geldgeber (BMBF, Bundesländer) nicht dafür gesorgt haben, die Mittelausgabe mit einer Evaluation abzusichern. Ob bzw. inwieweit der Unterricht von den hohen Investitionen profitiert hat. Dazu gehören Lehrende genauso befragt wie Lernende. Mit der Gründung von Schulen ans Netz e. V. wurde uns durch die Gesellschafterversammlung ein Qualitätsmanagement aufgetragen. Das BMBF hat uns Mitte der 90er-Jahre auferlegt, einen wissenschaftlichen Beirat einzurichten. Zum Evaluationsauftrag gehörte u. a.:

        • Der schulische Interneteinsatz in der Nutzersicht (Uni Dortmund)
        • Organisatorische Evaluation der Interneteinführung an Schulen (Humboldtuniversität Berlin)
        • Methoden und Werkzeuge zur Software-ergonomischen Gestaltung und Evaluation Internet-basierter Informations- und Lernangebote (Humboldtuniversität Berlin)
        • Effektivitätssteigerung durch Online-Dienstleistungen (FU Berlin)

        Mir unbegreiflich, warum die Evaluation des Digitalpakts nicht von Anfang an vorgesehen war.  Wie kann man das „heilen“? Solange sich keine Landesbehörde aufgefordert sieht, das zu tun, empfehle ich den Schulen eine Selbstevaluation. Ich habe dazu kürzlich einen Blogbeitrag geschrieben …

        Leitlinienprozess

        Nach dem Bericht des Bundesrechnungshofs (s. o.) wird man sich fragen, auf welcher Grundlage Leitlinien zur Digitalisierung im Bildungssystem definiert werden können? Nun, wie so häufig in Deutschland: Durch Bildung einer Arbeitsgruppe (aka Netzwerk) [2]https://www.netzwerk-bildung-digital.de/aktivitaeten-2022/leitlinienprozess/:

        Aufbauend auf dem bereichsübergreifenden Austausch im ersten Projektjahr wurden im Frühjahr 2022 gemeinsam mit dem Partnernetzwerk und in der Diskussion mit Expert:innen und Praktiker:innen aus allen Bildungsbereichen, Leitlinien zur Weiterentwicklung der digitalen Bildung in Deutschland erarbeitet.

        Erste Reaktionen zeigen eine deutliche Ernüchterung in der wissenschaftlichen Szene:

        So viel zu den Studien und Reaktionen zur Umsetzung des Digitalpakts. Nicht noch ganz:

         

        Aufruf: Bildung #mitgedacht. Jetzt.

        Mit der Initiative wollen die Initiator*innen einerseits zum Mitdenken einladen und andererseits auch entgegen der klassischen Bewegungen und Positionspapiere einen partizipativen Raum eröffnen, der zum medialen Diskurs und Austausch einlädt. Wir ermutigen alle Stakeholder, sich konstruktiv an der Debatte über die Zukunft der Bildung zu beteiligen. Hier schon einmal einige Beispiele aus der Edutwitterszene:

        Apropos Edutwitterszene. Wie angekündigt eine Auswahl von Tweets, Links, … 

        Podcast

        Videocast

        Didaktik - Methodik

        Sammlung

        Publikationen

        Studien

        Schlussbemerkung

        Das wär’s für heute. Fast jedenfalls. Hier noch zwei Tipps von @joschafalck:

        Dieser Newsletter passt im Mindset wunderbar zur Anlage dieser Webseite bildung digital:

        Der N[EW]sletter “Forschungsperspektiven der Erziehungswissenschaft” richtet sich an Interessierte aus den unterschiedlichen Bereichen der Bildungspraxis wie Schule, außerschulische Bildung, Berufsbildung und Erwachsenenbildung sowie an Akteur:innen aus Bildungsadministration und -politik. In vier Ausgaben pro Jahr informieren wir, die Fakultät für Erziehungswissenschaft der Uni Hamburg, über aktuelle Forschungsthemen und Projekte, über Forschungsergebnisse, Materialien und Nützliches für die Praxis und über interessante Veranstaltungen und Kooperationen. Und: Wir beantworten Ihre Fragen an die Erziehungswissenschaft – mehr dazu im N[EW]sletter.

        Mit diesem Blogbeitrag wünsche ich den- und diejenigen unter Ihnen, die sich auf eine bevorstehende Herbst(ferien)zeit freuen dürfen, geeignete Ablenkung und Entspannung und ansonsten: Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten …

         

        … Stay tuned

        Titelbild:

        Headway @unplash

        Herbstbild: Larisa Koshkina @pixabay

        Digitale Medien in der Lehrer*innenbildung

        Zentrum für Lehrer*innenbildung Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Hrsg.): Digitale Medien in der Lehrer*innenbildung – Eine Sammlung von Good-Practice-Beispielen

        Aus dem Gruß- und Vorwort:

        Nicht erst seit den Erschütterungen des Schulbetriebs durch die Corona Pandemie wurde der Themenbereich Digitalisierung als Querschnittsaufgabe für alle Lehramtsstudiengänge wahrgenommen, denn die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer müssen den Herausforderungen der Digitalisierung und ihrer Verantwortung für die Gestaltung von Bildungs-, Erkenntnis- sowie Lehr- und Lernprozessen gewachsen sein. Die Entwicklung und Förderung digitaler und medienpädagogischer bzw.-didaktischer Kompetenzen und deren Integration in die Fachwissenschaften, die Fachdidaktiken und die Bildungswissenschaften werden damit zu wichtigen universitären Aufgaben.
        […]

        Die vorliegende Broschüre [bildet] ein Kaleidoskop vielfältiger Aktivitäten, Projekte und Initiativen für den Einsatz digitaler Medien im Lehramt an der MLU ab. Dabei erhebt die Sammlung ausgewählter Beispiele keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sollen bereits laufende oder erfolgreich durchgeführte Projekte und innovative digitale Ideen im Bereich der Lehrer*innenbildung sichtbar werden, sich vernetzen und zu weiteren Vorhaben inspirieren.
        Die vorgestellten Projekte regen – im besten Fall – neue Ideen und eigene Vorstellungen an, wann, wo und wie digitale Medien in der Lehre sinnvoll und unterstützend eingesetzt werden können. Denn klar ist, es gibt nicht die eine Lösung, das eine Tool oder die perfekte Herangehensweise, sondern viele erfolgskritische Faktoren (Ziele, Zielgruppen, Methoden, Inhalte, Lernwege, Sozialformen, Curricula, Prüfungsformate, Dozentenpräferenzen…) sind in Passung zu bringen, um Lehr-Lern-Szenarien in Schule und Hochschule sinnvoll (digital) zu gestalten.
        […]
        Große Potenziale liegen aber nicht nur in der (Weiter-)Entwicklung von Lehr- und Lernszenarien und der Erweiterung von Studienprogrammen, sondern im ganz konkreten Ausprobieren neuer Methoden und Technologien, die u.a. gebündelt in einem technisch und konzeptionell neu ausgestatteten digitalem Lernlabor ein Experimentierfeld finden. Vor diesem Hintergrund sollen alle interessierten Akteure miteinander in Kontakt kommen können, um die Professionalisierung von Lehrenden und Studierenden im Lehramt auch mit Blick auf die digitale Transformation voranzubringen

        uni@schule: Chemie finde ich eigentlich interessant, aber …

        Kürzlich hat Prof. Klemm in den MINT Fächern ein Lehrkräftemangel „in einem dramatischen Ausmaß“ prognostiziert. „Eine Analyse für Nordrhein-Westfalen, die auf die übrigen Bundesländer tendenziell übertragbar ist, hat gezeigt, dass 2030 nur für ein Drittel der Stellen für MINT-Lehrkräfte, die dann neu besetzt werden müssen, neu ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer verfügbar sein werden.“[1]https://www.welt.de/politik/deutschland/plus236447613/Schulen-So-hart-trifft-der-Lehrermangel-Deutschland.html

        Zum einen liegt es sicher daran, dass die Kultusministerkonferenz wiederholt den Bedarf falsch einschätzt (vgl. etwa die Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2018). Zum anderen treffen die (wenigen) MINT-Studierenden nach Abschluss ihres Studiums auf ein breites Berufsangebot. Was not tut, ist neben einer Anreizschaffung des MINT-Lehramts eine Werbung für ein MINT-Studium durch Interesse fördernde Unterrichtsangebote. Nachdem ich kürzlich über die „Erfolgsformeln – Anwendungen im Mathematik“ informiert habe, geht es heute um den Chemieunterricht.

        Publikation

         

        Abstrakt:

        Interesse ist ein wichtiges unterrichtliches Ziel und positiv mit weiteren Konstrukten wie Leistung und Selbstkonzept assoziiert. Eine Abnahme des Interesses von Lernenden in den Naturwissenschaften allgemein und insbesondere im Chemieunterricht über den Verlauf der Sekundarstufe wurde wiederholt festgestellt. Um Interesse im Schulkontext zu fördern, bietet sich gemäß des Vier-Phasen Modells der Interessenentwicklung insbesondere das zeitlich instabile situationale Interesse an. Die Befundlage zu möglichen Triggern für situationales Interesse ist sehr vielfältig, jedoch teilweise uneindeutig. Zudem werden bislang in den Untersuchungen zum situationalen Interesse zentrale Qualitäts- und Gestaltungsmerkmale von Unterricht wie die Klassenführung oder Unterrichtsphasierung nicht systematisch berücksichtigt. Dieses Desiderat adressiert die vorliegende Beobachtungsstudie im Fach Chemie, indem sie den Zusammenhang zwischen Unterrichtsqualität sowie -gestaltung mit dem situationalen Interesse von Lernenden der Sekundarstufe I mittels einer Mehrebenenanalyse untersucht. Die Ergebnisse bestätigen empirisch, dass in der vorliegenden Studie praktische Erarbeitungsphasen in positiver Relation zum situationalen Interesse der Lernenden stehen, während theoretische Erarbeitungsphasen damit negativ verknüpft sind. Einstiegs- und Sicherungsphasen weisen keinen systematischen Zusammenhang mit dem situationalen Interesse auf. Im Bereich der Unterrichtsqualität zeigen sich negative Zusammenhänge zwischen dem situationalen Interesse und Klassenmanagement bzw. Verständnisorientierung, während zwischen dem situationalen Interesse und Strukturierung bzw. Förderung positive Zusammenhänge festgestellt wurden. Mögliche Ursachen sowie Implikationen für Forschung und Praxis werden diskutiert.

         

        Didaktik der Chemie

         

        In der Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Verena Pietzner forschen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an aktuellen und zukünftigen Schlüsselproblemen des Chemieunterrichts. In enger Kooperation zwischen Forscherinnen und Forschern, Studierenden, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern entstehen neue Erkenntnisse für die zukünftigen Chancen und Herausforderungen des Chemieunterrichts.

        Aktuelle Arbeitsgebiete und Projekte der AG Chemiedidaktik sind u. a.:

        • Citizen Science
        • Lebensmittelchemie in der Schule
        • Sprachsensibler Chemieunterricht
        • Strukturelle Analyse der LehrerInnenbildung
        • Digitalisierung
        • Berufsorientierung

        Die Schülerlabore ChemOL und ChemOL2 bieten Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern u.a. Einblicke in aktuelle Arbeitsgebiete der Chemiedidaktik.

         

        Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Videos sind im Rahmen eines Projektseminars mit Lehramtsstudierenden der Chemie entstanden. Die Videos richten sich an Chemielehrer*innen und Schüler*innen, um diese beim Homeschooling zu unterstützen. Die Videos und Materialien dürfen im Sinne von OER (Open Education Resources) frei verwendet werden. Die Experimente sind so konzipiert, dass diese zu Hause mit Alltagsmaterialien durchgeführt werden können.
         

        Abschließend noch eine Einladung der Chemiedidaktik der TUM:

        Interessierende melden sich am besten direkt bei Melanie.

        Update (09.02.22):


         
        Update (22.05.22): Tipp aus BZT092: App, die chemische Experimente nachbaut

         

        Update (19.09.22):

        Bildnachweis: PublicDomainPictures @Pixabay

         

        Spiele in der Vorlesung

        Angesichts der hochschnellenden Krankmeldungen und dem Festhalten an Präsenzunterricht erinnere ich mich an einen Dialog mit einem Schulleiter. Wir waren mitten in einer einen hohen Krankenstand produzierenden Grippewelle. Er fragte sich, ob man dem Lehrkräftemangel in der Oberstufe nicht mit einem Unisetting begegnen könne und dachte an Vorlesungen in der Aula und anschließenden Übungen, hier angeboten und durchgeführt von Lehramtsstudentinnen und -studenten. Seine Idee war zum Beispiel, dass ich der gesamten Jahrgangsstufe (11) eine Vorlesung Analysis anbiete. Heute, vor die gleiche Frage gestellt: Wie würde ich das didaktisch angehen? Etwa so wie ich sozialisiert bin, im Stil der 90er-Jahre? Oder mit Blick auf bereits elaborierte flipped classroom Konzepte eher in einer Mischform, im Blended Learning Setting? Oder, oder, oder …

         

        Einige Antworten liefert möglicherweise die Dissertation von Kristina Lucius „Spiele in der Vorlesung“, betreut von Prof. Spannagel. Die Autorin führt dazu aus:

        Die herkömmliche Gestaltung der traditionellen Lernsituation Vorlesung in Form von monothematischen Vorträgen über einen Zeitraum von 90 Minuten Dauer lässt sich durch den Einsatz verschiedener Methoden verändern und damit an die Bedürfnisse von Studierenden als Zielgruppe guter Lehre anpassen. So ermöglicht z. B. der zeitliche Freiraum in der Präsenzveranstaltung des Modells Flipped Classroom die Durchführung von Spielen in der Vorlesung zur Motivation und Aktivierung der Studierenden. Mit der vorliegenden Dissertation soll ein hochschuldidaktischer Beitrag zur Verbesserung der Lehre geleistet werden, indem Spiele als Methode in der Vorlesung eingesetzt und mit einem mehrdimensionalen Ansatz aus Experteninterviews mit Lehrenden und Studierenden, schriftlichen Studierendenbefragungen sowie Beobachtungen untersucht werden. Die Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden zur Datenerhebung sowie die Auswertung mit Hilfe der Verfahren der Grounded Theory sowie statistischer Methoden wurden gewählt, um das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und aus den Resultaten der Untersuchung eine Theorie zum Einsatz von Spielen in der Vorlesung zu entwickeln. (…)

        Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass verschiedene Bedingungen erfüllt sein müssen, um Hörsaalspiele erfolgreich in der Lehrveranstaltung durchzuführen. Zu diesen Voraussetzungen zählen z. B. ein thematischer Bezug zwischen Vorlesung und Spiel, erkennbarer Sinn und Nutzen für die Lehr- und Lerntätigkeit sowie die Art der Aufgabenstellungen, welche Möglichkeiten zur freiwilligen Mitarbeit der Studierenden in der Sozialform Gruppenarbeit bieten sollen, während der ergänzende Einsatz von mobilen digitalen Medien zur Unterstützung der Hörsaalspiele aus Sicht der Studierenden eher in den Hintergrund rückt. Diese Forschungsarbeit richtet sich an Hochschullehrende, die Studierende in den Mittelpunkt ihrer Lehre stellen und die Gestaltung der traditionellen Vorlesung mithilfe von Spielen verändern wollen, um damit das Lernen zu erleichtern. Der entwickelte Leitfaden für den Einsatz von Spielen in der Vorlesung soll Lehrende bei der Planung, Durchführung und Reflexion von Hörsaalspielen unterstützen sowie zur Konzeption neuer Spiele für die eigene Lehrveranstaltung anregen.

         

        Die Arbeit ist nicht nur für den universitären Lehrbetrieb, sondern auch für die Schulwelt von Interesse. Bei Kurzfristlösungen (siehe Anmoderation), wie bei direkter Instruktion im Klassenraum. Die vorgestellte Dissertation vermittelt evidenzbasierte Ideen und Methoden eines Spiele orientierten Ansatzes.

        Hier geht es zur Einführung und zum Downloadlink der Dissertation.

        Bildnachweis: Gerd Altmann @pixabay

        uni@schule: Erfolgsformeln – Anwendungen der Mathematik

        Wie häufig werden wir Mathematiklehrkräfte nicht nur von Schülerinnen und Schülern gefragt: Wozu brauchen wir den Mathematikunterricht? Hätte viel zu wenig mit dem späteren Berufsleben zu tun, so deren Klage. Das hat Mitte der 90er-Jahre bereits H.W. Heymann in seiner Habilitation beschrieben und ist – salopp formuliert – zum Ergebnis gekommen, dass Schülerinnen und Schüler mit den Inhalten der Mathematiklehrpläne einschließlich der Klasse 7 ausreichend „auf das Leben“ vorbereitet seien. Kürzlich hat Prof. Edmund Weitz in ein ähnliches Horn geblasen: In einem Podcast führt er aus, warum Mathe in Schule und Studium völlig falsch vermittelt werde. Und fordert deshalb: Mathe abschaffen! 

         

        Gewissermaßen als Gegenentwurf stelle ich mit „Erfolgsformeln“ ein Buch vor, das Appetit auf Mathematik macht.

        Drei Professoren der Bergischen Universität haben sich vorgenommen, Schüler*innen zu zeigen wie vielfältig die Themen sind, mit denen sie sich im Mathematikunterricht beschäftigen können. Mathematik, das sei viel mehr als pures Rechnen, sind sich Matthias Ehrhardt, Michael Günther und Wil Schilders sicher. Um mehr Menschen für Mathematik, Informatik, natur- und ingenieurwissenschaftliche Studienfächer zu gewinnen, richtet sich das Buch „Erfolgsformeln“ nicht nur an Mathematikinteressierte, sondern vor allem an erklärte „Nicht-Zahlenmenschen“ und Formeljongleure im Alltag.

        Schlüssel für das moderne Leben

        Das Buch, das die drei Mathematikprofessoren an der Bergischen Universität erstellt haben, enthält zahllose, spannende Beispiele aus allen Bereichen des – auch alltäglichen – Lebens, in denen Mathematik, sicht- oder unsichtbar, eine entscheidende Rolle spielt: in Verlaufssimulation etwa von Epidemien, in Medizin, Chemie, Verkehr, Umwelt, Energie, Gesellschaft, Sicherheit, Künstliche Intelligenz, Produktion, Finanzmärkten, Hightech, Kriminologie, Musik, Kunst, Sport und Games. „Mathematik ist ein zentraler Schlüssel, um auch ganz praktische Fragestellungen aus anderen Bereichen zu beantworten“, so Prof. Ehrhardt. So behandeln zum Beispiel die ersten sechs Kapitel die Mathematik rund um COVID19, wie Modellierung, Impfstrategien, Verlässlichkeit von Schnelltests, … und auch andere moderne Anwendungen wie etwa autonomes Fahren, Maschinelles Lernen und Digitale Zwillinge werden diskutiert.

        Abenteuer Mathematik wagen

        Ferner kommen im Buch neun prominente Vertreter*innen ihres Faches zu Wort, die über die Rolle der Mathematik in ihrer Arbeit und ihrem Privatleben berichten. Man wünsche sich, auch mehr Frauen für das Abenteuer Mathematik zu gewinnen, so der niederländische Mathematiker Prof. Wil Schilders, der als vierter Inhaber der Mittelsten Scheid-Gastprofessur das lesenswerte Ergebnis dieses großzügigen Engagements mit auf den Weg gebracht hat.
         

        Das außergewöhnliche Buch ist kostenfrei an der Bergischen Universität zu bestellen sowie als Download erhältlich: Zum Bestellformular und Downloadlink hier klicken!

        Bildnachweis: Ausschnitt aus dem Buchcover