Bevor sich mein Blog aus dem Jahr 2021 verabschiedet, noch einiges an Lesefutter. Denn auch in diesem letzten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule/Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren …

Schule in der digitalen Welt

 

Broschüren

 

 

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) hat eine Reihe von weiteren Leitfäden entwickelt, übrigens u. a. auch zu Instagram.

Und noch eine weitere Onlineanwendung treibt Eltern, Lehrkräfte und Betreuer*innen von Jugendlichen um: TikTok. Auch dazu sind einige Links und Broschüren entstanden:

 

 

Schulleitung

 

Schulleitungen sind wichtige Gestalter:innen von digitaler Schulentwicklung. Die Anforderungen an digitale Schulentwicklungsprozesse sind komplex und stellen Schulleitungen vor zahlreiche Herausforderungen. Um Schulleitungen in ihrer veränderten Rolle zu stärken, bedarf es weitreichender Qualifizierung und geeigneter Unterstützungsmaßnahmen. Welche digitalisierungsbezogenen Qualifizierungssangebote zur Professionalisierung von Schulleitungen finden sich derzeit im Feld der Schulleitungsqualifizierung? Wie schätzen Expert:innen die Angebotslage ein? Welche Impulse für die weitere Ausrichtung der Professionalisierungsangebote lassen sich formulieren?

Um einen Überblick über die Angebotslage und einen Einblick in gelungene Ansätze und mögliche Leerstellen digitalisierungsbezogener Qualifizierungsangebote für Schulleitungen und ihre Teams zu erlangen, hat das Forum Bildung Digitalisierung ein Autor:innenteam unter der Leitung von Pierre Tulowitzki, Fachhochschule Nordwestschweiz, mit der Erstellung eines Impulspapiers beauftragt. Das Impulspapier „Schulleitungen und digitale Schulentwicklung“ liefert Hintergrundwissen und Handlungsimpulse für Entscheider:innen in Bildungspolitik und -verwaltung und zeigt lösungsorientierte Impulse zur Stärkung von Professionalisierungsangeboten für Schulleitungen auf.

Die Bilanz aus 15 Jahren Forschung zum Ganztag ist in Form einer Broschüre veröffentlicht worden. Schwerpunkte sind die Organisation, Lernkultur und Schulentwicklung sowie das Zusammenwirken von Beteiligten und die individuelle Entwicklung von Schüler*innen.  

 

 

Berufliche Bildung

 

Jede berufliche Schule steht im Kontext von Digitalisierung vor der Herausforderung, Transformationsprozesse in sehr unterschiedlichen Handlungsfeldern der Schulentwicklung zu gestalten. Dieser Handlungsauftrag der Schulleitung für die digitalisierungsbezogene Schulentwicklung wird verstärkt unter dem Stichwort “Digital Leadership” besprochen. Diese Vorreiterrolle, welche die Schulleitung mit ihrer Führungs- und Managementverantwortung einnimmt, kann jedoch nur einen Teil der Gestaltung unterschiedlicher Schulentwicklungsdimensionen im Kontext von Digitalisierung ausmachen, denn der digitale Wandel an beruflichen Schulen erfordert im Vergleich zu klassischen Handlungsfeldern der Schulentwicklung neue Rollenverständnisse. Dem Konzept des “Digital Leadership” wird in diesem Beitrag das Konzept des “Digital Ownership” zur Seite gestellt werden. Dafür werden auf Basis der Literatur zu Lernenden Organisationen sowie organisationspsychologischer Forschung Szenarien zur verstärkten Verantwortungsübernahme sowie -übergabe im Kontext digitalisierungsbezogener Schulentwicklung in der beruflichen Bildung vorgestellt und diskutiert.

 

 

Externe Evaluation

Den Schwerpunkt des Beihefts bilden Beiträge zu den Auswirkungen des eingeschränkten Schulbetriebes im zweiten Schulhalbjahr 2019/20: Auf zwei Übersichtsbeiträge, die nationale und internationale Befunde zu Lernrückständen von Schüler*innen und deren Zusammenhang mit sozioökonomischen Hintergrundmerkmalen zusammentragen, folgen zwei empirische Beiträge, in denen Ergebnisse aus Längsschnittstudien präsentiert werden. Der zweite Teil des Beihefts blickt über den unmittelbaren Horizont der Pandemie hinaus und gibt Anregungen für Schulpolitik und Schulforschung: Ein Beitrag diskutiert mögliche Maßnahmen zur mittel- und langfristigen Schließung pandemiebedingter Lernlücken, der andere skizziert Themen, denen sich die Schulforschung in Zukunft verstärkt widmen sollte.
Das Beiheft richtet sich damit insbesondere an diejenigen, die Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen der Schulschließungen für Kinder und Jugendliche konzipieren und durchführen, an diejenigen, die weitergehende Vorhaben im Bereich der (empirischen) Schul- und Bildungsforschung planen oder fördern, an thematisch Interessierte aus der Bildungspolitik, der Bildungsadministration und aus den Schulen sowie natürlich auch an eine bildungspolitisch interessierte Öffentlichkeit.

Die schnelle und erfolgreiche Digitalisierung deutscher Schulen scheitert bislang vor allem an der breitbandigen Anbindung der Schulen ans Internet und an der ausreichenden Professionalisierung der Lehrkräfte. Dies sind zwei Lehren aus den Ergebnissen der Studie „Schule digital – Der Länderindikator 2021“ für die über 1.500 Lehrkräfte weiterführender Schulen befragt wurden. Die Untersuchung zeigt, dass Investitionen aus dem Digitalpakt und auch die Corona-Pandemie zwar dafür gesorgt haben, dass Lehrkräfte digitale Medien im Unterricht deutlich häufiger nutzen und ihre eigenen medienbezogenen Kompetenzen verbessert haben. Sie zeigt aber auch, dass sich die Bundesländer beim Thema „Digitale Lehr- und Lernmittel im Unterricht“ weiterhin in unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickeln und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Dies führt nach Ansicht der Studienmacher dazu, dass die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen – trotz bundesländerübergreifender Strategien und Maßnahmen – nach wie vor stark vom jeweiligen Wohnort abhängen.

Die Studie beschäftigt sich mit den psychosozialen Belastungen von Eltern, Kindern und Jugendlichen während der Lockdown-Phasen in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie. Der Fokus liegt hierbei auf den Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen auf den mentalen und psychischen Gesundheitszustand. Vor allem für Kinder und Jugendliche sind in dieser Zeit viele alltagssichernde Strukturen weggebrochen, welche langfristige Konsequenzen für ihr persönliches Wohlbefinden und ihre Entwicklung nach sich ziehen könnten. Die zugrunde liegenden Daten sind zum einen Metadaten, welche den aktuellen Forschungsstand zu diesem Thema wiedergeben. Zudem erfolgen auch eigene Analysen mit längsschnittlichen und repräsentativen Daten des deutschen Beziehungs- und Familienpanels pairfam und deren COVID-19-Zusatzbefragung. Diese Befunde dienen dazu, einen Überblick über die Lage von Eltern, Kindern und Jugendlichen zu geben, um letztlich adäquate politische und gesellschaftliche Maßnahmen und Handlungsempfehlungen ableiten zu können.

Die Studie „Digitalisierung im Schulsystem 2021“ wurde im Januar/Februar 2021 auf dem Höhepunkt der dritten Corona-Welle mit 2.750 Lehrkräften an Gymnasien, Gesamtschulen und vergleichbaren Schulformen mit Sekundarstufe I/II aus allen Bundesländern durchgeführt. Teilgenommen haben über 1 % der Lehrkräfte in Deutschland aus 233 bzw. 4 % der Schulen, was repräsentative Befunde auf Bundesebene ermöglicht. […] Die Studie zeigt: Nach dem Digitalisierungsschub benötigen die Schulen einen Schub bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler pädagogischer Konzepte. Nachdem die Investitionen in Technik und Infrastruktur ins Rollen gekommen sind, geht es jetzt um integrierte Medienbildungskonzepte und um Investitionen in die Köpfe.

 

 

Forschungsstand

Im Beitrag wird das Forschungsprojekt SeLF (“Selbstreguliertes Lernen an der Hochschule – Bedingungen, Konsequenzen, Förderung”) vorgestellt. Das Projekt fokussiert das selbstregulierte Lernen in der Studieneingangsphase. Selbstreguliertes Lernen (SRL) stellt eine wichtige Ressource für Studierende aller Fachrichtungen dar, um sich an gegebene Lernbedingungen erfolgreich anzupassen. Selbstreguliert Lernende überwachen ihr Lernen und können Lernhandlungen eigenständig an die gegebenen Lernbedingungen ausrichten. SRL kommt daher für die Übergangsphase von der Schule in die Hochschule zentrale Bedeutung zu. Im Projekt SeLF werden daher zentrale Komponenten von SRL (z. B. Einsatz von Lernstrategien) für das erfolgreiche Lernen an der Hochschule untersucht. Die Gewinnung der Daten erfolgt mittels Selbstbeschreibungsverfahren zu drei Befragungszeitpunkten innerhalb eines Semesters. Langfristig sollen mit den gewonnenen Daten, basierend auf einer systematischen Deskription der individuellen Lernvoraussetzungen, Unterstützungsmaßnahmen für die Studierenden abgeleitet werden können.

Im Beitrag werden Konzeption und zentrale Forschungsfragestellungen des Projekts vorgestellt sowie erste deskriptive Befunde in Bezug auf die Lernstrategienutzung diskutiert.

 

BMBF und KMK fordern in aktuellen Strategiepapieren zur «Bildung in der digitalen Welt» eine Erweiterung der Kommunikation und Kooperation auf allen Ebenen der Schulgemeinschaft. Der Digitalisierung wird in diesem Zusammenhang das Potenzial zugeschrieben, den Informationsfluss und die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern verbessern und eine stärkere Mitbestimmung am schulischen Leben fördern zu können. Der Beitrag diskutiert, inwiefern sich für diese Optimierungsunterstellung Hinweise in der Forschung finden lassen. Es zeigt sich, dass die Forschung in diesem Bereich noch am Anfang steht. Wichtige Fragen zur Rolle digitaler Medien in den Kommunikations- und Ko-operationsprozessen zwischen Eltern und Schule, zur aktuellen Verbreitung und Verwendung digitaler Technologien und zu den dadurch bewirkten Veränderungen der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule können derzeit nicht umfassend beantwortet werden. Im vorliegenden Beitrag werden deshalb zum einen wichtige Merkmale und Rahmenbedingungen einer gelingenden Zusammenarbeit herausgearbeitet und erste Forschungsergebnisse zu den Besonderheiten und Veränderungen einer digital unterstützten Kommunikation und Kooperation zusammengefasst. Zum anderen werden aktuelle Forschungsdesiderate beschrieben und eine Forschungsagenda für diesen zentralen Bereich von Schule entworfen.

In diesem Artikel entwickeln die beiden Autor*innen auf der Grundlage grundschul- und medienpädagogischer Erkenntnisse aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive Impulse für die Weiterentwicklung der schulischen Lernkulturen vor dem Hintergrund des digitalen und medialen Wandels unserer Gesellschaft.

Die vorliegende Broschüre richtet sich an Schulleitungen und Lehrkräfte, an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie an alle Personen, die sich für den Themenbereich der Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler interessieren. Ziel der Broschüre ist es, die Bedeutung einer angemessenen Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler herauszustellen sowie relevante Informationen zu diesem Themenbereich zur Verfügung zu stellen.
In der Bildungspraxis werden bereits vielfältige Maßnahmen zur Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler eingesetzt. Um das bestehende Wissen aus der Praxis zu ergänzen, wird in der vorliegenden Broschüre der aktuelle internationale Forschungsstand zu diesem Themenbereich mit Fokus auf die integrierte Förderung im Regelunterricht dargestellt.
(…)
Aus Sicht der Forschung wird dabei

  • auf die Häufigkeit der Verwendung,
  • auf die von Lehrkräften sowie von Schülerinnen und Schülern eingeschätzte Nützlichkeit,
  • auf Hindernisse und Unterstützungsmöglichkeiten bei der Implementierung sowie
  • auf die Wirksamkeit von Differenzierungsmaßnahmen im Regelunterricht eingegangen. 

(…)

Da Differenzierungsmaßnahmen das effektive Lernen aller Schülerinnen und Schüler zum Ziel haben, werden in dieser Broschüre neben den leistungsstarken auch potenziell leistungsfähige, durchschnittlich leistungsfähige sowie leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler mitgedacht.
 

Bildung in der digitalen Welt

 

Masterarbeiten, Dissertationen

 

Diese Masterarbeit thematisiert die Bedeutung von Online-Erklärvideos für Physiklernende und soll Aufschluss darüber geben, wann und wie Lernende Erklärvideos nutzen. Dazu wird eine Auswahl an Erklärvideos von unterschiedlichen Plattformen und Kanälen analysiert, um einen Überblick über die Qualität des verfügbaren Angebots zu erhalten. Als Untersuchung wird eine quantitative Forschung mithilfe eines Fragebogens sowie eine Falluntersuchung von Online-Erklärvideos durchgeführt. Die Probanden werden zu ihrem Nutzungsverhalten befragt. Dazu gehört ihre Nutzungshäufigkeit, die Nutzungsart und ihr Suchverhalten nach Videos. Außerdem soll die Befragung zeigen, welche Plattformen und Kanäle den Lernenden bekannt sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bedeutung von Online-Erklärvideos mit steigendem Alter der Probanden an Relevanz gewinnt. Zusätzlich stellen Lernende hohe Ansprüche an die Qualität und Gestaltung von Erklärvideos. Außerdem möchten Schülerinnen und Schüler wenig Aufwand bei der Suche nach guten Erklärvideos haben. Die Falluntersuchung hat daran anknüpfend ergeben, dass die Anzahl der Aufrufe und Likes keinen Indikator für die Qualität eines Erklärvideos darstellt. Somit muss im Rahmen der Digitalisierung auch die Medienkompetenz von Lernenden und Lehrenden gefördert werden, damit das im Internet verfügbare Bildungsangebot genutzt und verbessert werden kann. 

 

In Ergänzung dazu hat der Erstgutachter Prof. Christoph Kulgemeyer ein Framework aus mehreren Masterarbeiten erstellt:

Ein vergleichsweise schneller Schritt zur digitalen Lehre kann das Verwenden von Erklärvideos sein. Dazu kann man geeignete Videoinputs erstellen und den Studierenden zur Verfügung stellen, z. B. auf der eigenen Homepage oder nicht-öffentlich auf YouTube (es gibt einen nichtöffentlichen Bereich bei YouTube!). Die Studierenden bekommen die Videos und Vertiefungsaufgaben, die direkt zu den Inhalten passen. Die Erstellung von Videos auf diese Weise ist einfacher als man vielleicht denkt – und die empirische Forschung zu Lernwirkungen stellt ein gut erprobtes Kriteriensystem zur Optimierung der Videos direkt zur Verfügung.
In dem Artikel gibt es eine Reihe hilfreicher Informationen, die bei der Planung und Aufzeichnung von Erklärvideos für die digitale Lehre helfen können. Der Fokus liegt dabei auf einem schnellen und niedrigschwelligen Gebrauch von Erklärvideos. Die Physikdidaktik forscht seit vielen Jahren an der Wirkung von Erklärvideos und hat dabei einiges an Erfahrungen sammeln können. Vertiefungsliteratur wird an geeigneter Stelle im Text gegeben. Hier gibt es auch weitere Quellen und erste Beispiele: https://physikdidaktik.com/erklaervideos/

     

    Forschungsstand

    Im Themenschwerpunkt der 21. Ausgabe der Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik widmen wir uns der Lehre in Zeiten von Corona, indem wir die (mitunter unfreiwillig) gesammelten Erfahrungen aus den Onlinesemestern und dem (Notfall-)Fern-Unterricht der zurückliegenden 19 Monate reflektieren, evaluieren und dokumentieren. Im Sinne von Lessons Learned präsentieren wir die zahlreichen guten Ideen, innovativen Konzepte, aber auch Notlösungen, die oft zwar sehr kurzfristig entstanden sind, die aber tradierte Praxen infrage stellten, neue (mediale, organisatorische oder technische) Möglichkeiten erprobten und dadurch Lehr-und Lernprozesse mitunter sogar verbessern konnten.

    Der lange gehegte Traum von künstlicher Intelligenz (KI) wird in unserer Alltagswelt zunehmend Realität. Damit verbinden sich hohe gesellschaftliche Erwartungen, aber auch Sorgen hinsichtlich einer schleichenden Entmündigung des Menschen. Am Beispiel des Forschungssektors lotet dieser Band die Optionen, Entwicklungschancen und Risiken von KI-Techniken für die Zukunft des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses und der darauf beruhenden technischen Entwicklungen aus. Zu diesem Zweck wird zunächst der Stand der KI-Technik und ihrer Anwendungen dargestellt. Es folgen wissenschaftsphilosophische Untersuchungen zur Frage der Ersetzbarkeit des forschenden Menschen durch KI und zu erwartenden Veränderungen in der wissenschaftlichen Forschung. Weitere Abschnitte widmen sich den Folgen für die Arbeitswelt von Forschern/Forscherinnen sowie den durch KI erzeugten neuen Herausforderungen für die rechtliche Regulierung im Spannungsfeld von Wissenschaftsfreiheit und Datenschutz. Der Band schließt mit Empfehlungen für die verantwortlichen Akteure in Wissenschaft, Forschungspolitik und Gesellschaft aus interdisziplinärer Perspektive.

     

    Die Reduktion der Komplexität spielt in der Vermittlung vielschichtiger Inhalte eine wesentliche Rolle. Wie der Transfer von Wissen auf sprachlicher und gestalterischer Ebene erfolgt und wie der Kommunikationsrahmen die Wahl der Mittel beeinflusst, ist Schwerpunkt des Sammelbandes. In den Beiträgen wird die Wissenschaftskommunikation unter drei Aspekten untersucht: Information der breiten Öffentlichkeit, Lehrveranstaltungen für Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Fachdiskurse innerhalb der eigenen Disziplin. Die Autorinnen und Autoren diskutieren die Komplexitätsreduktion in Information, Didaktik und Fachdiskurs und betrachten schließlich die Rolle des Designs. Denn – unabhängig vom Kontext – stehen hinter jedem Wissenstransfer diese Fragen: Warum ist die Reduktion der Komplexität des Wissens wichtig? Wem sollen wissenschaftliche Erkenntnisse mit welcher Zielsetzung vermittelt werden? Und: Welche Bedeutung hat dabei die Gestaltung der Inhalte?

    Was war das Hörmedium des letzten Monats? Welche Apps können wie im Unterricht eingesetzt werden? Und was ergab eigentlich die letzte KIM Studie? Zu diesen Fragen gibt die Webseite des Instituts für angewandte Kindermedienforschung, kurz IfaK, Antwort und behandelt darüber hinaus noch viel mehr spannende und wichtige Themen aus der digitalen Kinder- und Jugendbildung.

    So wird man auf der Seite fündig zu Beiträgen über verschiedene Methoden, aktuelle Apps und relevante ethische Fragestellungen und kann sich von Best-Practice-Beispielen inspirieren lassen. Von Studierenden der Hochschule der Medien in Stuttgart aufbereitet, bietet die Webseite des IfaK Empfehlungen in den Bereichen der audiovisuellen, digitalen und interaktiven Medien an. Das Ziel des IfaK ist es, auf dem Gebiet der digitalen Bildung Aufklärungsarbeit zu leisten, verschiedenste Projekte in den Bereichen der Medienpädagogik und Medienforschung durchzuführen und Informationen so aufzubereiten, dass sie dazu beitragen, die Medienkompetenz sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu entwickeln und zu verbessern.

    Das Institut für angewandte Kindermedienforschung beschäftigt sich mit allen Medien, die für Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren produziert oder von ihnen genutzt werden. Es richtet sich als Anlaufstelle für Kindermedien sowohl an interessierte Eltern als auch an Bildungseinrichtungen. Auch Praktiker:innen – und vor allem Berufseinsteiger:innen – aus der Medienbildung können von den Inhalten des Angebots profitieren, da sie auf der Seite des IfaK zu verschiedensten Themen aus der digitalen Bildungspraxis fündig werden. Ein besonderes Angebot besteht in der informativen Aufbereitung aktueller Studien, wie beispielsweise der KIM Studie. Durch die Gliederung der Inhalte in einzelne Beiträge und die Aufschlüsselung der Ergebnisse in verständlicher Form schaffen die Artikel des IfaK einen einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Befunden. Diese leicht verständliche Form der Aufbereitung ermöglicht es auch jenen Menschen, in gesellschaftlich relevante und für die Praxis wichtige Themen einzusteigen, die gerade erst in der Medienpädagogik Fuß fassen.

    Die Lehrerausbildung für berufsbildende Schulen in Deutschland steht vor Problemen: Durch die starke Koppelung an die allgemeine Lehrerausbildung ist eine berufspädagogische Professionalisierung nur in Ansätzen realisierbar. Die Beträge des Sammelbandes diskutieren die Möglichkeiten eines übergreifenden Gesamtcurriculums. Sie berücksichtigen dabei die aktuelle Kompetenzdiskussion in der Lehrerausbildung ebenso wie den Bereich Berufspädagogik/Ausbildung. Vorgestellt werden Überlegungen zu einem übergreifenden Ansatz für Ausbildungsphasen und Lernorte. Die Beiträge fokussieren die Ausbildungssituation in Sachsen-Anhalt und binden unveröffentlichte empirische Studien aus Rheinland-Pfalz und Thüringen ein.

     

     

    Eine Publikation zum Thema analoge Spiele

    Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass Spielelemente positiv auf kognitive Leistung, Motivation und Lernverhalten wirkt. In digitalen Lernumgebungen werden zunehmend spielbasierter Elemente eingesetzt, mit einem positiven Effekt auf den 4K- Bereich. Aber auch die analoge Welt hat hier einiges zu bieten, wie die folgende sehr ungewöhnliche Publikation aufzeigt:

    Übersicht “Mehr als nur Zeitvertreib? Wissenschaftliche Perspektiven auf Analoge Spiele.”

     

     

     Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay